Orts, nach der Gewerbsamkeit und den
sonstigen oͤkonomischen Verhaͤltnissen der
Einwohner, nach der Gattung der Waaren,
und nach der mehr oder minder vortheilhaften
Gelegenheit, welche bisher schon
fuͤr die Anschaffung derselben gegeben war,
zu beurtheilen, in keinem Fall aber der
Errichtung eines Krams an Orten Statt zu
geben, wo in den Artikeln, von welchen
die Rede ist, bereits ein kaufmaͤnnischer
Handel betrieben wird, der das Beduͤrfniß
der Orts-Einwohner befriedigt.
g. 3.
In Beziehung auf die Person des Concessionsuchenden
bommt in Betracht, ob
derselbe von unbescheltenem Rufe seyc, oder
wenigstens, wenn er früher Verfehlungen
sich zu Schulden gebracht, das Vertrauen
in seine Person durch nachherige gute Aufführung
wieder hergesiellt habe. Auch ist
darauf Rücksicht zu nehmen, in wie fern
das Kram-Gewerbe als Mittel zu seinem
Fortkommen für ihn Bedürfniß sey, und
demnach keinem, bei welchem dieses nicht
mehr oder weniger der Fall ist, ohne besondere
für sein Gesuch sprechende Gründe,
die Concession zu ertheilen.
6. .
Der Concessionirte hat sich in die Hand-31
lungs-Innung des Oberamts-Bezirks aufnehmen
zu lassen. Er kann keine andere
kaufmaͤnnische Waaren fuͤhren, als welche
das Concessions-Dekret ausdruͤckt.
C. 5.
Die ertheilte Kram-Berechtigung kann
nach dem Tode des Krämers von dessen
Wittwe, so lange sie im Wittwenstand
bleibt, ausgeübt, außerdem aber nicht auf
andere Personen übertragen werden.
g. 6.
1 Ueber diebeider Beurtheilung einces Kram-Concessir-?-Gesuchs
zu berücksichtigenden
Umsiände hat sich das Oberamt durch Vernehmung
des Gemeinde-Raths und der Vorsteher
der Handels-Innung zu unterrichten.
-'2
Der Verkauf selbstfabrizirter Waaren,
deren Fabribation nicht in der ausschließlichen
Befugniß eines zünftigen Handwerks
liegt, ist weder von einer besondern
Concession, noch von der zünftigen Erlernung
des Handels-Gewerbes abhängig.
*i
Vorstehende Bestimmungen sind nur
auf den ordentlichen Kram, welcher mittelst
offenen Ladens in dem Wohnort des
Krämers getrieben wird, anwendbar.
Gesuche um Erlaubniß zum Hausir= oder
Landhandel sind wie bisher der betreffenden
Kreis-Regierung vorzulegen.
Stuttgart den 29. Jannar 132-4.
Schmidlin.