Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1827. (4)

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Dieselben  muͤssen  sich  ausweisen  uͤber  vollstaͤndige  Kenntniß  der  Rechenkunst
  in  Zahlen,  besonders  aber  in  der  Decimal--Rechnung,  in  der  Lehre
von  der  Ausziehung  der  Quadrat=  und  Kubik=  Wurzel,  und  von  den  Verhaltnissen,
  ebenso  der  ebenen  theoretischen  und  praftischen  Gecmet-#i#e,  verbunden
  mit  einer  Fertigkeit  in  Anwendung  des  Meßusches;  nicht  minder  der
Ausmessung  und  Verechnung  der  Körper,  soweit  sie  bei  gewöhnlichen  Bauwesen
  vorkommt;  endlich  der  welentlichsten  Säße  aus  der  ebenen  Trigono-=metrie.
  Ausser  dem  haben  sie  im  Zeichnen  und  im  Versassen  von  Aufsähen
eben  dieselbe  Probe  wie  die  Feldmesser  erster  Elasse  abzulegen.

4.)  In  der  dritten  Elasse  stehen  diejenigen,  welche  nur  einzelne  Gewande  und
Güterstäcke  aufzunehmen  und  zu  vertheilen  befehigt  sind.

An  sie  wird  gefordert,  daß  sie  vollständige  Kenntniß  von  der  Arithmetik
bis  zur  Lehre  von  den  Proportionen,  von  der  theoretischen  und  praktischen
Geometrie,  mit  Anwendung  der  Winkel=  oder  Kreuz-Scheiben,  so  wie  von
der  Ausmessung  und  Berechnung  der  prismatischen  und  ppramidalischen  Körper,
  des  Cplinders,  des  Kegels  und  der  Kugel  besiten,  auch  Handrisse  und
Brouillons  auszuführen  vermögen  und  eine  gute  Handschrift  schreiben.

S.)  Die  in  früheren  Zeiten  geprüften  Feldmesser,  in  deren  Zeugnissen  noch  keine
Elasse  bemerkt  ist,  sind  zu  Vornahme  der  Arbeiten  erster  und  zweiter  Elasse
nur  dann  ermächtigt,  wenn  sie  nach  genommener  Kenntniß  von  ihren  bisherigen
  Arbeiten  oder  je  nach  den  Umständen  in  Folge  einer  neuen  Prüfung
nachträglich  eine  ausdrückliche  Ermächtigung  hiezu  erlangt  haben.

6.)  Sowie  die  Aufnahme  in  die  eine  oder  andere  Classe  der  Feldmesser  nur  nach
vorherigem  Erkenntniß  und  gutächtlicher  Aeusserung  der  niedergesehten  Pr#-fungs,
  Behörde  geschehen  kann,  ohne  daß  die  blose  Verwendung  bei  einzelnen
Arbeiten,  z.  B.  der  Landes=  Vermessung,  hiezu  genügte;  ebenso  kann  auf
gleichem  Wege  die  Zurücksetzung  in  eine  geringere  Elasse,  oder  die  gänzliche
Entziehung  der  Ermächtigung  zu  Ausübung  der  Feldmesserkunst  ausgesprochen
werden,  wenn  eine  später  eingetretene  Unfähigkeit  erhoben  werden  sollte.

Stuttgart  den  18.  Januar  182).  Schmidlin.