Gemüsebau in kleineren Landwirtschaftsbetrieben. 21
Ill.
Gemüsebau in kleineren Landwirtschaftsbetrieben.
Von Fritz Hanisch.
Die Gegenwart bietet dem Deutschen ganz besondere
Veranlassung, die Ausdehnung der gärtnerischen Bodennutzung,
und damit eine Steigerung in der Erzeugung von Gartenfrüchten
als Volksnahrungemittel dringend erwünscht zu machen.
Es zeigte sich bald in der Kriegszeit eine ungewöhnliche
Zunahme im Verbrauch von Gemüsen und Kartoffeln, veranlaßt
durch die Fleischteuerung und den späteren Fieischmangel.
Diese Kriegseinwirkungen haben Deutschland in
einen Zwangszustand versetzt, in welchem der Gartenbau zu
einer der wichtigsten Stützen unserer Volkswirtschaft werden
mußte. J
Die intensioste Bodennutzung aber heißt Gartenbau.
Diese Erfahrung hat aufs neue der Krieg gelehrt.
Wiewohl rationell betriebener Gemüsebau eine hohe Bodenrente
einbringt, ist ausgedehnter Feldgemüsebau in Deutschland
noch vereinzelt, doch sehr entwicklungsfähig. In Preußen
3. B. ist nur 1,05 % des Ackerlandes dem Gemüsebau
gewidmet.
Den stärksten Feldgemüsebau besitzen die Kreise Calbe
mit 3,82 % der Gesamtackerfläche und Wanzleben mit 2,48 0/.
Nur für Konserven und Präservenfabriken (ca. 120 große
und kleine Betriebe) ist ein stärkerer Feldgemüseanbau zu
verzeichnen, etwa 80 000 ha Anbaufläche vornehmlich im
Herzogtum Braunschweig, den Regierungsbezirken Hildesheim
und Hannover, ferner in Lübeck und Umgegend, Mainz und
Umgegend.
Der Jahresertrag des in Deutschland gezogenen Gemüses
wird auf 300 Millionen Mark geschätzt
Im letzten Jahre der Statistik vor Kriegsausbruch hat