Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1828. (5)

211

sen,  und  nach  Maacgabe  der  bereits  erhobenen  Thatsachen  die  einstweilige  Zuweisung
desselben  an  eine  oder  die  andere  Gemeinde  zu  verfügen.
Art.  38.
Wirkung  der  Zutheilung.

Durch  die  Zutheilung  wird  das  Beisih=  oder  Heimath-Recht  (Art.  2)  mit  allen

Rechten  und  Verbindlichkeiten  der  übrigen  Gemeinde-Beisitzer  erworben.
Art.  39.
Unterstützung  der  Zngetheilten  Heimath-Genossen.

Die  im  Falle  des  Rothstands  zu  gewährende  Unterstütung  ist  bei  Genossen,
welche  einer  Gemeinde  in  Folge  des  Art.  34  künftig  zugetheilt  werden,  wenn  sich
die  Zutheilung  auf  einen  —  der  in  den  Nummern  4,  5,  6  und  7  genannten  Heimathrechts-Titel
  gründet,  von  dem  ganzen  Ober-Amts-Bezirke  zu  leisten.  Wenn  sich  aber
die  Zutheilung  auf  einen  der  in  den  Nummern  1½,  :  und  3  des  Art.  34  genannten
Heimathrechts-Titel  gründet,  so  hat  der  Ober-Amts-Bezirk  an  der  zu  leistenden  Unterstüzung
  nur  zwei  Drittheile  zu  übernehmen,  und  das  weitere  Drittheil  ist  von  der
Gemeinde,  oder  von  dem  Eigenthümer  der  —  außperhalb  der  Gemeinde-Markung  besindlichen
  Besigzung  (Art.  35),  gegen  welche  der  Heimathrechts-Titel  begründet  ist,
zu  leiden.  "

Der  Aufwand,  welcher  hiernach  fuͤr  einen  Ober-Amts-Bezirk  verursacht  wird,  bildet
  einen  Gegenstand  der  Amts-Vergleichung,  und  wird  auf  das  ganze  alt=  und  neusieuerbare
  Cataster  des  Ober-Amto-Bezirks  umgelegt.

Auf  die  erst  nach  der  Zutheilung  gebornen  Kinder  finden,  da  solche  ein  angebornes
  Heimath-Recht  besihen,  die  vorstehenden  Bestimmungen  keine  Anwendung.

Art.  40.
Verpflichtung  zur  Enkrichtung  des  Aufnahme  Geldes.

Die  Heimathlosen,  welche  durch  Zutheilung  das  Beisit-Recht  erlangen,  haben  die
gewöhnliche  Aufnahme-Gebühr  (Art.  a8  und  29)  zu  entrichten,  wenn  sie  sich  zur
Zeit  der  Zutheilung  in  der  Lage  befinden,  solches,  ohne  sich  oder  den  Ihrigen  den
nothdürstigen  Lebens-Unterhalt  zu  verbümmern,  bezahlen  zu  können.