Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1833. (10)

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so  daß
bei  50  fl.  Kaufschiliiga  385  kr.
—  100  fl.  —  .  .  .  .  1ffl.  —
—  500  fl.  —  ..  3  fl.  —
—  1000  fl.  —  .  ....  5fl.  —
—  2000  fl.  —  ...........7fl.30kr.
und  sofort

an  Weinkauf  zu  entrichten  ist.

Dieser  Weinkauf,  welcher,  wofern  nichts  Besonderes  bestimmt  worden,  von  jedem
der  Contrahenten  zur  Haͤlfte  zu  bezahlen  ist,  und  jedem  zur  Haͤlfte  gebuͤhrt,  und  der
nach  altem  Herkommen  gewoͤhnlich  zu  Bestreitung  der  bei  der  Kauf-Verhandlung  aufgehenden
  Zehrungs-Kosten  verwendet  wird,  ist  in  obigem,  aber  in  keinem  Falle  in  höherem
  Betrage,  auch  jeht  noch  bei  Pflegschaften  passirlich,  und  zwar  zu  der  die  Pflegschaft
  treffenden  Hälfte  zu  Gunsten  des  Pflegers.

Zwar  ist  im

Staat  und  Unterricht  für  Pfleger,  Cap.  5,  §.  15

jedes  Einbedingen  von  Zehrungen  bei  dem  Verkaufe  der  Pfleg-Güter  verboten;  allein
dieses  Verbot  trifft  den  tarismäßigen  Weinkauf  nicht,  weil,  ehe  der  Staat  und  Unterricht
  erlassen  worden,  bereits  jede  überflüssige  Ausgabe  bei  Pflegschaften  untersagt  und
dennoch  der  Weinkauf  gestattet  war;  weil  ferner  durch  den  Seaat  und  Unterricht  2c.
nichts  Neues  eingeführt,  sondern  nur  das  Vestehende  eingeschärft  werden  sollte;  und
weil  endlich  auch  bei  Commun=  und  Gant-Gütern,  deren  Verwaltung  den  vormundschaftlichen
  Gütern  gleich  behandelt  wird,  der  #  dnungsmäßige  Weinkauf  nicht
aufgehoben  worden  ist:  daher  denn  auch  die  württembergischen  Rechtslehrer  die  fortdauernde
  Wirksamkeit  der  oben  angeführten  Bestimmungen  des  General-Rescripts  vom
5.  April  1745  anerkennen.

Es  ist  somit  als  den  bestehenden  Gesehen  gemäß  anzunehmen,  daß  bei  WVeräusserung
  von  Liegenschaften  aus  vormundschaftlichen  Verwaltungen  ein  Weinkauf  in  obigem
  Betrage  bedungen  und  zu  der  die  Pflegschaft  treffenden  Hälfre  zur  Verfügung
des  Pflegers  gestellt,  sonach  in  der  Regel  zu  Deckung  der  Zebrunss-  Kosten  bei  der
Kauf-Verhandlung  verwendet  werden  darf.