Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1850. (27)

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d)  ob  die  Verbindlichkeit  nur  auf  die  Unterhaltung  eines  Gebäudes  oder  auf  den  Neubau
oder  auf  beides  zugleich  sich  erstreckt?
e)  ob  die  Gemeinde  verbunden  ist,  bei  Reparaturen  oder  bei  Neubauten  oder  bei  beiden
Hand=  und  Spanndienste  unentgeltlich  oder  gegen  mäßige  Entschädigung  zu  leisten?
f)  ob  der  Baupflichtige  alle  Arten  von  Reparaturen  zu  besorgen  bat,  oder  ob  nicht  bei
einzelnen  Arten  ein  Dritter,  wie  z.  B.  bei  Pfarrhäusern  für  die  kleinen  Reparaturen
der  Bewohner,  einzutreten  hat,  oder  wenigstens  einen  Beitrag  zu  leisten  verbunden  ist?
L)  ob  bei  Neubauten  der  Zehentbesitzer  den  gesammten  Aufwand  zu  bestreiten  hat,  oder
ob  etwa  ein  Dritter,  z.  B.  durch  unentgeltliche  oder  wohlfeilere  Abgabe  von  Bauholz
und  anderen  Baumaterialien  zu  concurriren  hat?
h)  wer  die  Branvversicherungs-Beiträge  und  die  Gebäudesteuer  bisher  zu  bezahlen  hatte?
Wenn  in  einzelnen  Fällen  noch  sonstige  besondere  den  Umfang  der  Bauverbindlichkeit
bestimmende  Rechtsverhältnisse  vorkommen  sollten,  so  sind  diese  gleichfalls  in  die  Darstellung
aufzunehmen.  Vor  der  Zustellung  an  die  Schätzer  ist  diese  Darstellung  der  Bauverbindlichkeit
  den  Partien  mit  der  Aufforderung  zur  Kenntuiß  zu  bringen,  binnen  einer  anzuberaumenden
  kurzen  Frist  etwaige  Crinnerungen  darüber  einzureichen.

8.  4.
Vorbereitungen  der  Schätzer.

Die  Schätzer  haben  sich  mit  dieser  Darstellung  der  Bauverbindlichkeit  und  ihres  Umfangs
genau  bekannt  zu  machen  und  sofort  zur  Besichtigung  der  Gebäude  zu  schreiten.  Zu  dieser
Beaugenscheinigung  find  die  Betheiligten,  nämlich  der  Zehentherr  und  die  Lastenberechtigten
oder  die  Vertreter  derselben  beizuziehen,  welche  berechtigt  sind,  die  Schätzer  auf  Alles  aufmerksam
  zu  machen,  was  ihnen  zu  vollständiger  Unterrichtung  derselben  dienlich  zu  seyn
scheint.

Die  Schätzer  haben  diese  Bemerkungen  gründlich  zu  prüfen.  Stoßen  sie  hiebei  auf
Anstände,  welche  sich  auf  die  Baupflichtigkeit  beziehen,  so  haben  sie  den  Ablösungs-Beamten
davon  in  Kenntniß  zu  setzen,  welcher  entweder  vurch  gütliche  Vermittlung  den  Streitfall  zu
erledigen  oder  die  Entscheidung  an  die  Gerichte  zu  verweisen  hat.

So#  weit  es  sich  von  rein  thatsächlichen  Verhältnissen  handelt,  welche  in  der  den  Schätern
übergebenen  Darstellung  unrichtig  geschildert  oder  übergangen  sind,  haben  die  Schätzer  in
dem  von  ihnen  zu  führenden  Protokoll  &.  9)  nach  sorgfältiger  Prüfung  der  Angaben  der