Volltext : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1856. (33)

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S.  9.
"  Der  Haustrhandel  mit  Druckschriften  und  Bildern  jeder  Art  kann  nur  auf  den  Grund
ener  staatspolizeilichen,  jederzeit  widerruflichen  Erlaubniß  und  mit  denjenigen  Schriften
und  Bildern  betrieben  werden,  welche  in  dem  von  dem  Oberamte  des  Wohnorts  beglau-Plen,
  dem  Patent  beigefügten  Verzeichnisse  enthalten  sind.

Das  Sammeln  von  Pränumeranten  und  Subseribenten  ist  nur  denjenigen  gestattet,
welche  die  Berechtigung  hiezu  im  Allgemeinen  von  der  zuständigen  Regierungsbehörde
erhalten,  und  in  den  einzelnen  Gemeinden  zur  Ausübung  ihrer  Berechtigung  von  der
Ortspolizeibehörde  Erlaubniß  erhalten  haben  (Haustr-Ordnung  vom  5.  April  1851,
8.  21).

8.  10.

Jeder  Drucker  ist  schuldig,  über  die  Erzeugnisse  seiner,  Presse  ein  fortlaufendes  Ver—
zeichniß  zu  führen,  welches  der  Polizeibehörde  auf  Verlangen  vorzulegen  ist.

Die  gleiche  Verbindlichkeit  liegt  den  Verlagsbuchhändlern  rücksichtlich  der  von  ihnen
verlegten  Werke  und  den  Inhabern  von  Leibbibliotheken  und  Lesekabineten  bezüglich  der  in
ihrer  Anstalt  aufgenommenen  Schriften  ob.  Diese  Verzeichnisse  müssen  stets  vollständig
gefuͤhrt  seyn.

1I.  Allgemeine  Bestimmungen  über  die  Ordnung  der  Presse.
K.  11.

Auf  jeder  im  Königreich  erscheinenden  Druckschrift  muß  der  Name  und  Wohnort  des
Druckers  und,  wenn  dieselbe  für  den  Buchhandel  oder  zur  öffentlichen  Verbreitung  auf
anderem  Wege  bestimmt  ist,  auch  der  Name  und  Wohnort  Desjenigen,  bei  welchem  die
Druckschrift  als  Verlags=  oder  Commissions-Artikel  erscheint,  so  wie  bei  dem  Selbslvertriebe
er  Name  und  Wohnort  des  Verfassers  oder  Herausgebers  genannt  seyn.  Ist  der  Drucker
zugleich  der  Verleger,  so  ist  dieß  ausdrücklich  zu  erwähnen.

»  Der  Verkauf  oder  die  Verbreitung  von  Druckschriften,  welche  den  vorstehenden  Be—
stimmungen  nicht  entsprechen,  ist  verboten.

Dieses  Verbot  bezieht  sich  auch  auf  alle  in  dem  Bundesgebiet  erscheinenden  Druck-Fiiften.
  In  Betreff  der  Preßerzeugnisse  aus  dem  sonstigen  Auslande  verbleibt  es  vorerst
bei  den  Bestimmungen  des  Gesetzes  vom  30.  Januar  1817,  +.  23,  letzter  Absatz.