Metadata : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1809. (4)

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ihre  fruͤhern  Benennungen  gegen  den  Namen  des  Stammschlosses  deslandes  zu  verkauschen?.
Ibr  sollter  euch  des  alten,  durch  Großthaten  der  Bärer  berühmten  Namens  Baier,  durch  #
den  sich  der  Franke  und  Schwabe  geebrt  fühlt,  nicht  freuen?  —  Ihr  sollter  dafür  euern
rerigen  Namen  Oberösterreicher,  an  den  sich  keine  ehrwürdige  Erinnerung  knüpfe,
nicht  gern  und  willig  bergeben  7  —  Daf  aber  die  Kreise,  in  welche  euer  land  jezt  eingetbeile
  ist,  nicht  mehr,  wie  einst  unter  Oesterreich,  nach  den  Städten,  sondern  vach  den
Flüssen  genannt  sind,  dieß  kann  wohl  bloßseinem  Wiener  Badaud,  der  nur,  was  bei
ihm  gemacht  wird,  Jut  und  treflich  findet,  Steff  zu  Tadel  und  schalem  Wize  geben?

Dieses  sind  die  Thatsachen,  durch  deren  Verunstaltung  die  Oesterreicher  euch  euere
rechmässige  Regierung  gebässig  zu  machen  suchen;  sie  baben  sich  unter  euern  Augen  ereignet;
  ihr  selbst  sollt  richten,  auf  wessen  Seite  die  Wahrheit  ist.  Was  auch  immer
der  erste  Eindruck  gewesen  seyn  mag,  welchen  jene  schändlichen  Verläumdungen  und
die  damit  vermischten  Schmähunzen  auf  minder  Unterrichtete  gemacht  haben,  nach  einiger
  Ueberlegung  wird  euer  gerader  Sinn,  euer  moralisches  Gefühl  diese  Schritte  nach
Verdienst  würdigen,  und  eben  so  verächtlich  als  hassenswerth  muß  euch  eine  Regierung
erscheinen,  die  zu  solchen  Mitteln  ihre  Zuflucht  nimmt,  um  ein  ruhiges  Volk  gegen
seinen  rechtmässigen  landesheren  zu  empören.

Bewohner  von  Südbaiern!  was  könnt  ihr  von  diesen  Menschen  erwarten  —  Sie  geloben
  euch  (in  einer  namenlosen  Schmähschrift!)  euere  Pässe,  euere  Höhen  zu  vertbeidigen
  bis  auf  den  lezten  Mann;  wann  gelobten  sie  dieses  nicht?  —  Werft  einen  Blick
anf  die  Geschichte  des  Jahrs  1gos!  Da  versprach  der  Erzberzog  Karlin  einem  eigenbändigen
  Schreiben  vom  25.  Oktober  der  Tirolischen  landschaft,  wenn  es  die  Umstände
erbeischen  sollten,  „selbst  mit  einer  angemessenen  Mache  zum  Schuze  der
„Hetreuen  Grafschaft  Tirol  berbei  zueilen“.  Frob  und  freudig  machten  die
Stände  diese  Verßcherung  dem  Volke  kund,  um  zu  beben  seinen  durch  die  Unfälle  in  Teutschland
  gesunkenen  Muth,  um  es  anzufeuern  zur  Vercheidigung  der  Engpässe,  und  acht  Tage
  darauf  trug  der  Erzberzeg  Karl  seinem  Bruder  auf,  sich  über  den  Brenner  an  ihn
anzuschliessen.  —  Als  nun  diesen  die  Stände  in  ihrem  kräftigen  Schreiben  vom  4.  November
  an  das  von  ihm  und  seinen  Brüdern,  dem  Kaiser  und  Erzberzog  Karl,  gegebene  Fürstenwert
  erinyerten,  als  sie  ihn  dringend  anfleheen,  doch  nur  zwei  Generale  mit
einem  regultären  Truppenkorps  von  booco  bis  sooo  Mann  Infanterie
  und  einiger  Kavallerie  und  Actillerie  zur  Unterstüzung  der  tandes-Vertbeidiger
  zurück  zu  lassen,  als  sie  ihm  vorstellten,  „daß  eine  so  treue  Prov  inz
„doch  aller  dings  verdiene,  ein  so  kleines  Korps  zu  wagen,  besonders,