Full text : Der Weltkrieg. II. Band. (2)

Wirtschaftskrieg.  und  Kriegswirtschaft

 

Wir  mußten  ferner  mit  unserer  beschränkten  Kaufkraft
für  ausländische  Waren  haushalten  und  die  für  uns  beschaffbaren
  Beträge  an  fremder  Valuta  für  den  Ankauf
der  am  dringlichsten  benötigten  Waren  verwenden.

Schließlich  ließ  die  Tatsache,  daß  die  Einfuhr  wichtiger
Waren  nur  in  bestimmten  Mengen  und  nur  gegen  Zugeständnisse
  unsererseits  auf  dem  Gebiete  der  Ausfuhr  zu
erreichen  war,  gar  keine  andere  Wahl  als  eine  planmäßige
Regelung  auch  der  Einfuhr.

Das  sind  die  zwingenden  Gründe,  aus  denen  die  vielgescholtene
  Reglementierung  und  Zentralisation  unserer
Aus-  und  Einfuhr  entstand.

Diese  zwingenden  Gründe  wurden,  wie  die  ganze  Tragweite
  des  Wirtschaftskrieges,  nicht  von  Anfang  an  voll
erkannt.  Aber  immerhin  zeigten  weite  und  wichtige
Kreise  unseres  Wirtschaftslebens  schon  in  den  ersten
Tagen  und  Wochen  des  Krieges  ein  richtiges  Gefühl  für
die  Notwendigkeit  einheitlichen  Vorgehens  beim  Einkauf
im  neutralen  Ausland.  Die  damals  schon  aus  der  Initiative
unserer  industriellen  und  koınmerziellen  Kreise  geschaffenen
  Organisationen  sind  später  ausgebaut  und  mit
anderen,  vielfach  nach  ihrem  Vorbild  geschaffenen  Einrichtungen
  in  den  Dienst  der  Kriegshandelspolitik  gestellt
worden.  Vielfach  aber  fehlte  das  Verständnis  für  die
Notwendigkeit  einer  einheitlichen  und  planmäßigen  Leitung
  unserer  Einkaufs-  und  Verkaufsgeschäfte  mit  den
Neutralen  in  einem  geradezu  erstaunlichen  Maße.  Es

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