Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1854. (45)

Die  Erwerbung  von  Terrain,  welches  nicht  Mitgliedern  des  Wiesenverbandes
  gehoͤrt,  erfolgt  nach  den  Vorschriften  des  Gesetzes  vom  28.  Februar  1843.

g.  5.

Die  Angelegenheiten  des  Wiesenverbandes  werden  geleitet  von  einem
Wiese  noorsteber  und  zwei  Wiesenschoͤffen,  welche  zusammen  den  Vorstand
ilden.

Dieselben  bekleiden  ein  Ehrenamt.  Als  Ersatz  fuͤr  baare  Auslagen  und
Versaͤumniß  erhaͤlt  jedoch  der  Wiesenvorsteher  jaͤhrlich  pro  Morgen  eine  von
der  Versammlung  der  Wiesengenossen  zu  beschließende  Verguͤtung.

g.  6.

Die  Mitglieder  des  Vorstandes  werden  von  den  Wiesengenossen  aus
Mitte  auf  drei  Jahre  gewaͤhlt,  nebst  zwei  Stellvertretern  fuͤr  die  Wiesenschoͤffen.


Bei  der  Wahl  hat  jeder  Wiesengenosse  Eine  Stimme;  wer  mehr  als
zwei  Morgen  im  Verbande  besitzt,  hat  zwei  Stimmen,  wer  vier  Morgen  besitzt
drei  Stimmen,  und  so  fort  für  je  zwei  Morgen  mehr,  Eine  Stimme  mehr.

Der  Bürgermeister  beruft  die  Wahlversammlung  und  führt  den  Vorsitz
in  derselben.  Er  verpflichtet  die  Gewählten  durch  Handschlag  an  Eidsssiatt.

Minderjahrige  und  moralische  Personen  können  durch  ihre  gesetzlichen
Vertreter,  Ehefrauen  durch  ihre  Ehemänner  mitstimmen.

Wählbar  ist  derjenige,  welcher  mindestens  Einen  Morgen  Wiese  im  Verbande
  besitzt  und  den  Vollbesitz  der  bürgerlichen  Rechte  nicht  durch  rechtskräftiges
  Erkenntniß  verloren  hat.

Im  Uebrigen  sind  bei  der  Wahl  die  Vorschriften  für  Gemeindewahlen
zu  beobachten.

Zur  Legitimation  des  Vorstandes  dient  das  vom  Bürgermeister  bescheinigte
  Wahlprotokoll.  .

H.7.
Der  Wiesenvorsteher  ist  die  ausfuͤhrende  Verwaltungsbehoͤrde  des  Verbandes
  und  vertrict  denselben  anderen  Personen  und  Behörden  gegenüber.

Er  har  insbesondere

a)  die  Ausführung  der  gemeinschaftlichen  Anlagen  nach  dem  festgestellten
Bewässerungsplane  mit  Hülfe  des  vom  Vorstande  erwählten  Wiesenbaumeisters
  zu  veranlassen  und  dieselbe  zu  beaufsichtigen;

)  die  Beiträge  auszuschreiben,  die  Zahlungen  auf  die  Kasse  anzuweisen  und
die  Kassenverwalkung  zu  revidiren;

Ip)  die  Voranschläge  und  Jahresrechnungen  den  Wiesenschöffen  zur  Fesistellung
  und  Abnahme  vorzulegen;

(#  3916.)  d)  den