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Interessen in Betracht zu ziehen seien. Ich erwähnte dann die angebliche
Forderung Serbiens und Rumäniens, in unabhängige Königreiche verwandelt
zu werden. Solch eine Maßregel, bemerlte ich, würde der ersle Schritt
zur Auflösung des türkischen Reiches in Europa sein. Die Geschichte führe
auf, doß in früheren Zeiten es ein Gnigreich Böhmen, ein Königreich Serbien
und ein Königreich Polen gegeben habe; sie alle seien ve ischwonen,
und ihre Auflösung sei hauptsächlich durch innere Zwistigkeiten brbeigeführt
worden. Wenn die Ansprüche Serbiens und Rumäniens nun zusel lassn
werden sollten, so würde Das die Hestelung so vieler kleiner „Polen“ bedeuten,
welche höchst rsschn + arepnblitonischen Staatsform Zutreiben
und dann weder dem Frieden no Sicherheit der benachbarten Staaten
dienlich sein würden. Der znsch di es sei keine Rede davon, Königreiche
Serbien und Rumänien zu errichten, und daß es eine Thorheit (une
sottisc) sein würde, es zu thun. Die Ausrufung Fürst Milan's zum König
sei eine That des Heeres gewesen, welche Se. Majestät durchaus mißbilligt,
in Folge Tessen habe Se. Majestät dem Fürsten Milan gerathen, das Hauptauartier
nicht zu besuchen. Er habe indeß ein Telegramm des Fürsten empfangen,
worin er sich entschuldigt, Sr. Majestät Rathe nicht gehorchen zu
können, da seine Pflicht gegen sein Land ihn zwinge, unter den gegenwärtigen
widrigen Verhältnissen zur Armee zu gehen. Eine Bezugnahme auf
die Zahl der russischen Freiwilligen in den serbischen Reihen bewog mich,
zu bemerken, daß sie sehr wesentlich zur Hervorrufung der fieberhaften Erregung
in Rußland beigetrogen habe. Hierauf erwiderte Se. Majestät, daß
er den Officieren erlaubt habe, zu gehen, vorausgesetzt, dab sie den russischen
Dienst verließen, und er habe gehofft, auf diese eise die Aufregung gn
beruhigen ((##c jeter de ean froie“ war Sr. Majestät Ausdruck).
Majestät sügte hinzu, daß seh viele ruische Officiere. Kefallen seien und
die Begeisterung für die Serben sich sehr abgekühlt habe. Der Kaiser sagte
dann, er wolle nun die aihen ihn Vemelkenden, die er gemacht, in die
folgenden Puncte zusammenfassen: 1) der Waffenstillstand, welcher, wie er
hoffe, angenommen worden sei; 2) der unmittelbare Zusammentritt einer
Conferenz, deren Hauptzweck es sei, über die Einführung solcher Reformen
in den drei Provinzen eine Einigung zu erzielen, welche die Interessen der
christlichen Bevölkerungen schützen und ihnen diejenige Autonomie gewähren
würden, welche für jenen Zweck erforderlich sei; und 3) daß die Pforte wirksame
Garantien für DTurchführung dieser Reformen gewähre. Der Kaiser
nahm dann Abschied von mir in derselben herglichen und liebenswürdigen
Weise, in der er mich empfangen.
In einer folgenden Mpesche aus Yalta, 4. November, theilt Lord
A. Loftus mit, daß er Fürst Gortschakow den Inhalt der vorhergehenden
Depesche vom 2. mitgetheilt und daß Letzterer geäußert habe, sie gebe die
Anschuuneen des Kaisers, welche derselbe ihm miigetheilt sehr correct wieder.
Wunsch Gortschakow's habe er eine Abschrift der Depesche, zur Vorlage
7 den Kaiser bestimmt, jenem zuegehindi t. Lord A. Loftus fährt dann
„Nur eine Aenderung war da. welche der Fürst beantragte und welche
ich auf seinen Wunsch vornahm. binsschli des russischen Vorschlags einer
Besetzung türkischen Gebiets hatte ich in dem ursprünglichen Text anfgeführt,
der Oesterreich gemachte Vorschlag sei gewesen, „Bosnien und die Herzegowina
zu besetzen“. Fürst Gortschokowo sagte, der Vorcchlag an Oesterreich
sei nur gewesen, Bosnien zu besetzen und nicht die Herzegowina; und Se.
Durchlaucht erläuterte mir, der Beweggrund für Ausschlzebang der Herzegowina
sei gewesen, für den Fall einer Besetzung durch österreiche und russische
ruppen eine neutrale Zone zwischen beiden Heeren herzustellen, um der
Mönlechtern un- Reibungen zwischen beiden vorzubeugen.“