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zigen Tochter sah und hörte Ulrich gar nichts, und bald
glaubte er auch noch fuͤrchten zu muͤssen, daß, wenn selbst
Ferdinand Wirtemberg abtreten sollte, vielleicht dieser sein
einziger Sohn das rechtmäßige Eigenthum seines noch lebenden
Vaters an sich reissen werde. Die rühtigeren Religionskenmnisse,
welche Ulrich theils schon in Mbmpelgard von
einem dorthin geflüchteten Schwäbischen Prediger, noch reichlicher
aber am Hessischen Hofe erhielt, konnten zwar die
Wirkung aller dieser Leiden zur Veredlung seines Charakters
lenken, unstreitig wurdo er auch in manchem aufmerksamer
auf seine Fehler: aber jene glückliche Gewandtheit der Seelenkräfte,
wodurch manche Menschen auch nach einem tiefen
Fall glücklichschnell sich erholen, fehlte ihm völlig, und Erkenntniß
der neuen Wahrheiten der Reformatoren war auch
bei ihm, wie bei so vielen andern Fürsien dieses Zeitalters
mehr lebhaftes Ueberzeugung, mit Indulgenzen und Reliquien
von den Pfaffen bisher betrogen worden zu seyn, als moralischwirksame
Annahme der Lehren Luthers und Zwingli's.
Manche herbe Stunde wurde dem unglücklichen Herzog zwar
wieder versüßt, wenn er Nachrichten bekam, wie sich vielleicht
hie und da einzelne Wirtembergische Landleute nach
seiner Regierung gesehnt hätten, und der hieraus gefaßte
neue Schimmer von Hoffnung setzte seine Seele auf kurze
Zeit immer wieder in einige Schwingungen, wodurch sie
wenigsiens vor dem äussersten, einer vlligen Erschlaffung
und Hinwegwerfung ihrer selbst geschützt wurde.
Jene erwünschten Nachrichten, welche Ulrich von Zeit
zu Zeit aus Wirtemberg erhielt, waren in der That auch
vollkommen richtig. Nachdem die ersten Ausbrüche des Hasses
gegen Ulrich verbraust, das Angedenken mancher einzelnen
grausamen Thaten verloschen war, so hob sich in der