Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1892. (69)

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lung  der  Generaldirektion  der  Staatseisenbahnen  seitens  der  Generaldirektion  der  Posten
und  Telegraphen  Gelegenheit  gegeben,  sich  bei  einer  geeigneten  Postanstalt  die  erforderlichen
  Kenntnisse  und  Fertigkeiten  zu  erwerben.  Nach  erfolgter  Ausbildung  hat  der  Vorstand
  dieser  Postanstalt  über  die  Befähigung  des  Anwärters  an  die  Generaldirektion  der
Posten  und  Telegraphen  zu  berichten,  welche  der  Generaldirektion  der  Staatseisenbahnen
entsprechende  Mittheilung  macht.

S.  14.

Die  Befähigung  zu  den  Stellen  des  niederen  Eisenbahndienstes  (zu  vergl.  oben  §.  1)
hat  der  Anwärter  durch  die  Erstehung  einer  Fachprüfung  (Gehilfenprüfung)  nachzuweisen.


Die  Prüfung  kann  von  Militäranwärtern  frühestens  ein  Jahr  nach  dem  Diensteintritt,
  von  anderen  Anwärtern  frühestens  nach  drei  Jahren,  jedoch  nicht  vor  zurückgelegtem
21.  Lebensjahr  abgelegt  werden,  wobei  in  die  letztere  Frist  eine  Unterbrechung  durch  Ableistung
  der  Militärpflicht  nicht  eingerechnet  wird.

S.  15.

Die  Fachprüfung  ist  theils  schriftlich,  theils  mündlich.  Gegenstände  derselben  sind:

1)  Die  Organisation  der  württembergischen  Staatseisenbahnverwaltung  und  ihr  Verhältniß
  zur  Post=  und  Telegraphenverwaltung;  die  allgemeinen  Vorschriften  für
die  Angestellten  der  Eisenbahnverwaltung:

2)  die  Verkehrsordnung;  die  Einrichtung  des  Verbands=  und  Tarifwesens  der  württembergischen
  Staatseisenbahn  und  der  betheiligten  Nachbarbahnen;  die  Vorschriften
über  den  gesammten  Abfertigungsdienst;

3)  die  Betriebsordnung  für  die  Haupteisenbahnen  und  die  Bahnordnung  für  die
Nebeneisenbahnen  Deutschlands;  die  Signalordnung  und  die  dazu  gehörigen  Ausführungsbestimmungen;
  die  in  Beziehung  auf  den  Stations=  und  Fahrdieust
erlassenen  allgemeinen  Vorschriften,  insbesondere  die  Fahrdienstvorschriften,  die
Vorschriften  über  die  Benützung  und  Meldung  eigener  und  fremder  Wagen,  Vertrantheit
  mit  den  Obliegenheiten  der  Stations=  und  Fahrbediensteten,  Fertigkeit
in  der  Zusammensetzung  von  Zügen  bei  regelmäßigem  und  gestörtem  Betriebe,  die
Vorschriften  über  die  zollsichere  Einrichtung  der  Eisenbahnwagen  im  internationalen
  Verkehr;  die  Vorschriften  über  die  Beseitigung  von  Ansteckungsstoffen  bei