Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1900. (77)

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8.  10.

Wenn  der  Ausgabe  neuer  Zinsscheine  an  den  Inhaber  des  Erneuerungsscheins
(Zinsleiste,  Talon)  von  dem  Inhaber  der  Schuldverschreibung  widersprochen  wird  (8.  805
des  Bürgerlichen  Gesetzbuchs  und  Art.  186  des  Ausführungsgesetzes),  so  hat  die  Staatsschuldenkasse
  hievon  alsbald  im  Staatsschuldonch  Vormerkung  zu  machen  und  dem  Antragsteller
  dies  zu  bescheinigen.

Die  neuen  Zinsscheine  sind  in  diesem  Fall,  wenn  der  für  die  Ausgabe  derselben
bestimmte  Zeitpunkt  gekommen  ist,  dem  Inhaber  der  Schuldverschreibung  gegen  Vorlegung
  derselben  auszuhändigen  unter  Löschung  der  Vormerkung  im  Staatsschuldbuch.

S.  11.

In  jedem  Jahr  hat  die  Staatsschuldenkasse  im  Anschluß  an  die  Bekanntmachung
des  Ergebnisses  der  ordentlichen  Jahresverloosung  (§§.  1  und  2)  hinter  den  in  Abs.  3
und  4  des  §.  6  vorgesehenen  Veröffentlichungen  ein  Verzeichniß  aller  derjenigen  Staatsschuldverschreibungen,
  welche  seit  mehr  als  6  Monaten  gekündigt  und  noch  nicht  zur
Einlösung  vorgelegt  sind,  und  bei  welchen  die  30jährige  Vorlegungsfrist  noch  nicht  abgelaufen
  ist,  zu  veröffentlichen  und  wiederholt  (§.  2  Ziff.  4)  darauf  hinzuweisen,  daß
die  Hauptforderung  erlösche,  wenn  die  gekündigte  Schuldverschreibung  nicht  binnen  30
Jahren,  von  dem  Rückzahlungstag  (§.  2  Ziff.  1)  an  gerechnet,  vorgelegt  werde.

S.  12.

Die  Staatsschuldenverwaltung  ist  ermächtigt,  für  Schuldverschreibungen,  welche  trotz
der  Kündigung  bis  zum  31.  März  des  zweiten  auf  den  Nückzahlungstag  folgenden
Kalenderjahres  nicht  zur  Einlösung  vorgelegt  worden  sind,  dem  Vorleger  bei  der  Einlösung
  der  Schuldverschreibung  einen  Hinterlegungszins  von  dem  genannten  Zeitpunkt
au  zu  gewähren.

Die  näheren  Vorschriften  werden  von  der  Staatsschuldenverwaltungsbehörde  im  Einverständniß
  mit  dem  Finanzministerium  festgesetzt.

S.  13.
Schuldverschreibungen  und  Zinsscheine,  aus  welchen  wegen  Ablaufs  der  Vorlegungsfrist

  Ansprüche  nicht  mehr  geltend  gemacht  werden  können  (§.  801  Abs.  1  und  2  des
Bürgerlichen  Gesetzbuchs  und  Art.  183  des  Ausführungsgesetzes),  sowie  Schuldverschreib-