Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1900. (77)

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g.  35.
Einlieferungsbescheinigung.

Die  Einlieferung  solcher  Sendungen,  über  welche  die  Postanstalt  eine  Einlieferungsbescheinigung
  auszustellen  hat,  wird  durch  diese  bewiesen;  der  Einlieferer  hat  sich  daher
nicht  zu  entfernen,  ohne  sie  in  Empfang  genommen  zu  haben.  Vermag  der  Absender  die
Bescheinigung  nicht  vorzulegen,  so  wird  die  Einlieferung  als  nicht  geschehen  erachtet,  wenn
sie  nicht  aus  den  postamtlichen  Buchungen  ersichtlich  ist  oder  nicht  in  anderer  Weise  überzeugend
  nachgewiesen  wird.

S.  36.

Leitung  der  Postsendungen.
Auf  welchem  Wege  die  Postsendungen  zu  leiten  sind,  wird  von  der  Postbehörde  bestimmt.

S.  37.
Zurückziehung  von  Postsendungen  und  Aenderung  von  Ausschriften  durch  den  Absender.

1  Der  Absender  kann  eine  Postsendung  zurücknehmen  oder  ihre  Aufschrift  ändern
lassen,  solange  sie  dem  Empfänger  noch  nicht  ausgehändigt  ist.

Il  Die  Nücknahme  kann  erfolgen  am  Aufgabeort  oder  am  Bestimmungsort,  ausnahmsweise
  auch  an  einem  Unterwegsorte,  sofern  dadurch  keine  Störung  des  Dienstes
herbeigeführt  wird.

III  Die  Rückgabe  geschieht  an  denjenigen,  welcher  ein  von  derselben  Hand,  von  der
die  Aufschrift  der  Sendung  geschrieben  ist,  ausgefertigtes  Doppel  des  Briefumschlags,
der  Postanweisung  oder  der  Postpacketadresse  2c.  abgibt  und  die  Einlieferungsbescheinigung,
sofern  eine  solche  ertheilt  ist,  vorlegt.

IV  Eine  bereits  abgegangene  Sendung  kann  durch  Vermittlung  der  Aufgabe-Postanstalt
  zurückgefordert  werden.  Derjenige,  welcher  sie  zurückfordert,  muß  sich  als  Absender
ausweisen  (III)  und  die  Sendung  der  Aufgabe-Postanstalt  schriftlich  so  genan  bezeichnen,
daß  sie  unzweifelhaft  als  die  verlangte  zu  erkennen  ist.

V  In  gleicher  Weise  ist  die  Aenderung  der  Aufschrift  von  Postsendungen  zu  beantragen.

Eine  einfache  Berichtigung  der  Aufschrift  (ohne  Aenderung  des  Namens  oder  der
Eigenschaft  des  Empfängers)  kann  jedoch  vom  Absender  bei  gewöhnlichen  Briefsendungen