Full text : Diplomatische Aktenstücke.

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füllen,  bedeuteten  also  in  keiner  Weise  eine  Haltung  des  Misstrauens
  gegenüber  unsern  Nachbarn.

Der  Generalsekretär  hat  hierauf  den  deutschen  Gesandten
gefragt,  ob  er  Kenntnis  habe  von  der  Unterredung,  die  er  mit
seinem  Vorgänger  Herrn  von  Flotow  gehabt  habe,  sowie  von
der  Antwort  des  Reichskanzlers,  die  ihm  dieser  durch  den  Gesandten
  habe  erteilen  lassen.

Während  des  durch  die  Vorlage  des  holländischen  Planes
über  die  Vlissinger  Befestigungen  im  Jahre  1911  heraufbeschworenen
  Streites  hatten  gewisse  Zeitungen  behauptet,  im  Falle  eines
deutsch-französischen  Krieges  würde  unsre  Neutralität  durch
Deutschland  verletzt.

Das  Departement  des  Aeussern  hatte  den  Gedanken  ausgesprochen,
  dass  eine  bei  der  Verhandlung  der  auswärtigen  Politik
  im  deutschen  Reichstage  abgegebene  Erklärung  geeignet
wäre,  die  öffentliche  Meinung  zu  beschwichtigen  und  ihr  hinsichtlich
  der  Beziehungen  zwischen  beiden  Ländern  so  bedauerliches
  Misstrauen  zu  dämpfen.

Herr  von  Bethmann-Hollweg  liess  antworten,  dass  er  die
Gefühle,  die  uns  zu  diesem  Schritte  bewogen  hätten,  sehr  wohl
nachempfinden  könne.  Er  erklärte,  Deutschland  habe  keineswegs
  die  Absicht,  unsre  Neutralität  zu  verletzen.  Aber  er  meinte,
dass  Deutschland  durch  die  Abgabe  einer  Öffentlichen  Erklärung
  seine  militärische  Stellung  gegenüber  Frankreich  schvwächen
  würde,  das,  von  der  nördlichen  Seite  her  beruhigt,  alle
seine  Kräfte  auf  die  östliche  Seite  verlegen  würde.

Freiherr  van  der  Elst  sagte  im  Verfolge  des  Gespräches,  er
begreife  die  von  Herrn  von  Bethmann-Hollweg  gegen  die  angeregte
  Öffentliche  Erklärung  erhobenen  Einwendungen  sehr  wohl,
und  er  erinnerte  daran,  dass  seither,  im  Jahre  1913,  Herr  von  Jagow
  in  der  Budgetkommission  des  Reichstages  mit  Bezug  auf
die  Achtung  der  belgischen  Neutralität  beruhigende  Erklärungen
abgegeben  habe.

Herr  von  Below  antwortete,  er  habe  Kenntnis  von  dem  Gespräche
  mit  Herrn  von  Flotow  und  sei  gewiss,  dass  die  zu  jener
Zeit  ausgedrückten  Gefühle  nicht  geändert  hätten.

Davignon.