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denen Erbfolge hiezu berechtigt ist. Sobald ein Sohn in das Stammgut nachfolgt, tritt
das Erstgeburtsrecht im Mannsstamme mit Ausschluß der Nachgebornen und aller weib-
lichen Nachkommen in Kraft. Der neue Stammgutsbesitzer hat seinem Namen und Wappen
das Oettingen'sche Wappen nebst dem Namen beizufügen und die landesherrliche Erlaubniß
hiezu auszuwirken.
Sind bei dem Ableben des letzten Oettingen mehrere Töchter oder Kinder von solchen
vorhanden, so hat die succedirende Tochter ihren zur Zeit des Anfalls lebenden Schwestern.
beziehungsweise den Kindern vorverstorbener Schwestern neben dem, was der Defunct
denselben aus seinem Privatvermögen zugewendet hat, zusammen eine Summe von
...... Mark aus dem Stammgute auszuzahlen.
Hinterläßt der letzte Oettingen eine Wittwe, so erhöht sich ihr Wittum auf den Be—
trag vo Mark.
Artikel X.
Nur eheliche Nachkommen aus standesmäßigen Ehen sind zur Succession und zu den
in den Hausgesetzen eingeräumten Rechten und Bezügen befähigt und berechtigt.
Als standesmäßige Ehen werden anerkannt:
eheliche Verbindungen mit vormals reichsständischen souveränen oder mediati-
sirten Familien, resp. mit Gliedern dieser Familien, welchen nach den Statuten
ihres Hauses Standesmäßigkeit und Successionsfähigkeit zukommt, ferner mit
Mitgliedern deutscher adeliger Familien, welche eine ununterbrochene Reihe von
vier adeligen Ahnen von väterlicher und eben so vieler von mütterlicher Seite,
d. i. von Eltern bis Ur-Ur-Großeltern einschließlich nachweisen, ferner mit nicht
deutschen adeligen Familien, welche wenigstens im gräflichen Range stehen und
sich bereits in der vierten Generation darin erhalten haben.
Männliche wie weibliche Mitglieder des Hauses, welche eine diesen Vorschriften nicht
entsprechende Ehe eingehen, haben für sich, ihre Gemahlin und ihre Descendenz aus dieser
Ehe keinerlei Anspruch auf die in den Hausgesetzen für sie bestimmten Rechte und Be-
züge; haben sie solche bis dahin schon genossen, so werden sie und ihre Descendenz mit
dem Eintritt in eine nicht standesmäßige Ehe derselben verlustig.
Vorstehende Bestimmungen werden ausdrücklich auch für den in Art. IX vorgesehenen
Fall, daß das Stammgut an weibliche Nachkommen gelangt, als Norm festgehalten.