Full text : Der Weltbrand. Deutschlands Tragödie 1914-1918. Zweiter Band. (2)

legenen  Monte  Cania  vor,  die  Armee  Below  erstieg  dle  ihr  zugewiesenen  Bergkuppen.
  Derweil  stieß  die  Durchbruchediolssion  im  KLal  auf  Karfreit  vor,  um
dann  ihre  Umgebung  dee  Matajur  auf  der  Paßstraße  fortzusetten.  Schon  am
ersten  Tage  wurde  eine  Riesenleistung  vollbracht:  in  steilem  Anstieg  drei  ins
Gefels  eingeschnittene  itolienische  Linien  überrannt,  am  folgenden  Tage  die
entscheidende  Höhenlinke  erklommen  und  auch  der  Matajur  von  verschiedenen
Seiten  erstürmt.  Aber  erst  am  27.  war  der  ganze  Gebirgestock  zwischen  dem
Isonzo  und  dem  Oberlauf  des  Tagliamento  genommen,  der  Ausgang  in  die
Ebene  gewonnen  und  Civibale  besetzt.  Die  anschließende  Nordfront  der  Staliener
an  der  Kärntner  Grenze  sowohl  wie  die  Isonzofront  abwärte  der  Durchbruchesielle
  fühlten  sich  im  Rücken  bedroht  und  begannen  einen  schleunsgen  Rückzug.

Es  war  allerdinge  bedauerllch,  daß  dle  auf  die  Paßstraße  angesehzte  eine
Hloision  nicht  stork  genug  gewesen  war.  Die  Entfernung  von  Tolmein  über
Karfreit  bie  Clvidale  betrug  35  Kilometer.  Die  Stoßdioision  hat  statt  eines
bhalben  Tages  drei  gebraucht,  um  sie  zurückzulegen  und  den  schwachen  itallenischen
  Widerstond  zu  brechen.  So  gewann  die  italienische  Slonzoarmee  Zeit,
sich  der  ihr  von  Norden  drohenden  Flankierung  oder  gar  Umgehung  durch  schleuniges
  Auswelchen  zu  entzlehen.  Es  wäre  nun  Sache  der  ihr  gegenüberstebenden
Armee  Voroeoic  gewesen,  sie  durch  energischen  Angriff  festzuhalten  und  zur
Verteldigung  zu  zwingen.  Aber  diese  Armee  war  solcher  Aufgabe  nicht  gewachsen.

Die  14.  Armce  erhlelt  nun  den  Auftrag,  ihren  linken  Ilügel  schleunigst
nach  Südwesten  abzudrehen  und  über  Udine  auf  Codroipo  am  Tagllamento
vorzustoßen,  um  so  die  zurückflutende  8sonzoarmee  doch  noch  diesseite  des
Ilusses  zu  fassen  und  vernichtend  zu  schlagen.  Aber  es  war  schon  nicht  mehr  ganz
zeitig  genug.  Immerhin  gelang  es,  am  30.  Oktober  noch  einen  beträchtlichen
Tell  des  Feindes  vor  dem  Uberschreiten  des  Lagliamento  zu  stellen,  zu  umzingeln
und  60  000  Sialiener  gefangenzunebmen.

Aber  der  Fluß,  hoch  angeschwollen,  bedeutete  für  die  verbündeten  Truppen
ein  erhebliches  Hindernlo.  Erst  nach  einer  Woche,  am  6.  November,  gelang  ee,
ihn  zu  überschreiten  und  den  Vormarsch  auf  den  Piave  fortzusetzen.

Inzwischen  hatten  die  ltallenischen  Kruppen,  welche  in  den  Venetianer
Alpen  standen,  ihre  Stellungen  kampfloe  geräumt  und,  vor  dem  flankierenden
Vorgehen  des  Nordflügels  der  14.  Armee  auf  Feltre  ausbiegend,  länge  dee
Piaoe  den  Anschluß  an  die  Reste  der  Isonzoarmee  errelcht.  Am  Piove  gelang
es  den  Stalienern,  wieder  elne  geschlossene  und  wlderstandsfähige  Front  zu
bliden.  Gestützt  auf  das  slarke  Hindernis  des  herbstlich  angeschwollenen  Flusses
geboten  sie  hler  dem  weiteren  Vordringen  der  Verbündeten  Halt,  vollends  seitdem
  auch  englische  und  französische  Verbände  zu  ihrer  Verstärkung  eintrafen.

Kam  jetzt  ein  energischer  Vorstoß  aue  Tirol,  so  konnte  er  immer  noch  die
neugebildete  ltalienisch-englisch-französische  Widerstandelinle  länge  des  Piave
im  Rücken  fassen  und  sich  zwischen  den  Felnd  und  selne  rückwärtigen  Verbindungen
  einzwängen.  General  v.  Conrad  unternahm  diesen  Versuch.  Aber
er  setzte  oiel  zu  spät,  am  4.  Dezember,  ein.  Sein  Angriff  machte  zwar  in  den
Alpen  troßz  jählinge  einsetzenden  Schneefalle  noch  Fortschritte,  aber  seine  Dersuche,
  den  Felsklotz  des  Monte  Grappa  zu  überwinden,  scheiterten,  und  sein
Vorstoß  endete  ganz  ähnlich  wie  seine  Offensive  im  Vorjahre.

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