schluß an Deutschland entschleden hatte, zu verzichten und eine neue Voltsbefragung
vorzunehmen. Allerdinge verlangte es, daß dlese stattfünden solite,
während die deutsche Besatzung noch im Lande bliebe. Trotzki forderte dagegen
die vorherige Räumung der Länder. Hinter dleser Forderung steckte
Trotzkis Entschluß, dle von Rußland wegstrebenden Landesteile, allem Selbstbestimmungerecht
zu Crotz, mit Gewalt unter das bolschewistische Regime zu
zwingen, wie er glelches auch bereite gegen die Mralne eingeleitet hatte.
Osterreich verlangte die Befreiung Polene — in der Absicht, es dann durch
die „austro-polnische Lösung“ an die Doppelmonarchie zu ketten. Dlie Türken
verlangten Rückgabe der ihnen 1878 im Berllner Frieden entrissenen armenischen
Distrikte Batum und Kars.
Krotzki dachte gar nicht daran, sich auf alle dlese Ansprüche zu erklären. Er
bielt unentwegt bolschewistische Agltatlonsreden zum Fenster binaus und nahm
den Mittelmächten gegenüber einen Ton an, „als ständen Sowietheere vor den
Toren Berlins“.
Schließlich wurde nicht nur den Mllitärs, sondern auch den Olplomaten
der Verbündeten die Sache zu dumm. Sie beauftragten den General Hoffmann,
einmal „auf den Tisch zu hauen“.
Oer redete nun endlich Fraktur. Das hatte elnen unerwarteten Erfolg.
Nicht etwa bel dem, gegen den sie gemünzt war — bei Trotzki. Aber bel demjenlgen
Teil der deutschen und österreichischen Presse, die für Verständlgung um jeden
Preis war. Sie fabelte den moralischen Faustschlag auf den Tisch in einen
phoyslschen um und beschuldigte den Vertreter der O. H. L., durch selnen hochfabrenden
Ton Trotzki gereizt und frledensunwillig gemacht zu haben.
Am 18. Januar verschwand Trotzki nach Petersburg und vollzog dort einen
neuen Staatestreich. Seine Roten Garden trieben die zum Aufbau der republikanlschen
Verfassung des neuen Rußland zusammengetretene „Constltuante“
auselnander. Der kommunistische Terror begann In gräßlichster Gestalt gegen
das ganze russische Bürgertum zu wüten. Trotzkl aber ließ die Deleglerten in
Breft warten. Statt nach sechs Tagen, wie er versprochen hatte, kom er erst am
30. Januar siegesgeschwellt zurück. Er begann aufs neue im alten Ton zu
„verhandeln“.
7.
Inzwischen hatte die O. H. L. in Berlin erklärt, sie könne sich unter keinen
Umständen auf weltere Verschleppungen einlassen. Sie brauche ihre Truppen
im Westen. Komme man mit den Russen noch lmmer nicht zum Schluß, so
müsse man die Verhandlungen abbrechen und dle Feindseligkeiten aufe neue
einieiten.
Oie Diplomaten fanden aber noch immer nicht die Kraft zu einem entschlossenen
Kon. Zwar patten sie inzwischen ein Mittei gefunden, das Trotzki
vielleicht doch zu einer anderen Haltung bewegen würde. Sie hatten es unternommen,
die Gegner zu spalten: sie waren in gesonderte Verhandlungen mit
den Ukrainecn elngetreten.
Freilich gingen auch diese keineswegs glatt vorwärts. Da dle Mrainer auch
österreichische Gebletstelie beanspruchten, mußte ihnen erst in derber Welse
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