Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1833.

geben.  Es  wurden  da  Werte  von  Milet.  Liebermann,
  Israels,  Menzel,  Courbet  usw.  gezeigt.
  Den  zweiten  Teil  des  Abends  füllte  ein
Flug  durch  den  Weltenraum  aus.  Dabei  wurden
  uns  Bilder  der  wichtigsten  Gestirne  und
besonders  des  Mondes  nach  vergröberten  Photographien
  vorgeführt,  die  allgemeines  Interesse
  erregten.  Juletzt  erfreuten  noch  einige  163=liche
  Stunden  aus  dem  Vereinsleben,  die  uf
der  Platte  in  lebenswahrer  Wiedergabe  festgehalten
  sind,  die  Anwesenden.

Die  neu  gevpflanzte  Innstraßenallee
  ist  nunchr  vor  dem  Benagen  der  Pferde
geschützt.  Heute  wurden  die  jungen  Bäume  mit
einem  Schutzgitter  aus  starkem  Drahtgeslecht
umgeben,  die  bis  zu  der  Stelle  reichen,  wo  die
Aeuͤe  auseinandergehen.  Leider  ist  die  „Allee“
hierdurch  etwas  beeinträchligt.

Verkaufsverbokt  für  Alpenblumen.
Auf  Anregung  des  Oesterreichischen  Alvenk#ubs
bhat  nun  das  österreichische  Eijenbahnministerium
den  Verkauf  von  Alpenblumen  jeglicher  Art  auf
Balnhöfen  untersagt.  Hoffentlich  wird  dieses
dankenswerte  Beispiel  von  allen  am  Alpengebiet
  beteiligte  vuu  Siaaten  nachgeahmt!

Freie  Urtaubsreisen  det  Mannschaften.
  In  Nr.  8  des  Verordnungsblattes
des  Kriegs  ministeriums  wiro  bekanntgegeben:
1.  Die  Bewilr-  iquna  ireier  Lirlaubsreisen  zu  den
ELEREEIILIIIIIIIIIIE
Hen,  solange  die  Eltern  noch  leben  und  näher
wohnen  als  jene.  2.  Die  für  Unroubsreisen  berei
gestellten  Mittel  find  so  bemessen,  daß  benskannschaften
  i  in  jedem  Dienstjahre  eine  freie  Hin=  und
Rückfahrt  bewiliigt  werden  lann.  Dabei  kann
selbstverstänolich  in  jedem  Dien#jahre  nur  ein
Urlaubsort  zu  Grunde  gelegt  werden.  Erfolgt
die  Beurlanbung  rach  mehreren  Orten,  sodah
eine  Rundreise  in  Frage  lommt,  so  müssen  die
Betre  fenden  die  Wehrkonen  einer  solchen  Reise
aus  eigenen  Mitteln  bestreien.  3.  Der  Betrag
für  die  Rückreise  is  schon  bei  Antritt  der  Urlaubereise
  kahlbar,  um  es  den  Mannschaften  zu
ermöglichen.  die  Fahrkarte  für  die  Rückreife  zu
lösen.  d.  Die  Jahlung  und  Verrechaung  der
Fah  rgelder  für  freie  Urlanbsreisen  hat  durch
den  Truppenteil  zu  erfolgen,  der  die  Löhnung
kahlt.  5.  Im  Rech  nungsjahr  1913  sol  die  Ver-Lünftigung
  nur  die  Halite  der  Unteroffin#ere  und
Gemeinen  zu  Teil  werden.  Da#unter  ist  die
Hälfte  der  Isistärle  zur  Zeit  des  Weihnachtsurlaubs
  zu  verstehen.  Wo  abweichend  die  Hälfte
der  Etatestärke  zur  Berechnung  gerogen  ist,  kann
es  dabei  bewenden.

Fah  rraddiebstahl.  Gestohlen  wurde  am
Max-Jose'splatz  ein  Fahrrad,  Marke  „Presio",
  Nr.  136144  mit  schwarzem  Rahmendau,
vernickelten  Feisen,  roten  Mänteln  und  mit  Freilauf
  ohne  Rücktritzbremse.  Der  Dieb  ist  noch
nicht  bekannt.

Wegen  Verdachte  deEinbruch  iebstahls

  wurden  ein  Schuhmacher  und  ein  Zige::
  ciarbeiter  von  agogna  angereigt.

NM#s#  und  Theutet.

Luniger  Abeno.  Am  Donnerstag  den  2.
rn  wito  der  von  ieinen  Caüsyt  elen  hier  bestens
  bekannte  Joischausvieler  Otio  Köni)  aus
Müncken  im  Saale  des  Hotels  „Deutscher  Kaijer"
  emen  lustigen  Abend  veranstalten.  Das
Programm  enthalt  Werle  ron  Wilhelm  Buck,
Frin  v.  OQuini,  Gustav  Menerings,  Ludwig  Thoma.
  Fieihnn.  v.  Schlicht,  Karl  Etllinger,  Ono2
Ern  u.  a.  Hofschauspieler  König,  welcher  ein
Meister  der  Vortragstunft  itt,  darf  wohl  auch
hier  eines  guten  Erfolgzes  sicher  sein.

Arbeiterliederlranz  Nosenbeim.
Zum  erstenmale  trat  am  letzten  Sonntog  der
Arbeiter-Liederkran;  Ro  enhein  im  Hokbrusagle
  mit  einem  eigenen  Liederabend  vor  die
breite  Oc’sentlichleit.  Ein  derartiges  Unternebmen
  sollte  unseres  Erachtens  nicht  bloh  in  Sängerkreisen
  sonoern  auch  vom  Gesamtpublitur
auf=  freudigste  begrüßt  werden,  zumal  es  von

Leuten  veranstaltet  wird,  die  nach  des  Tages
Mühe  und  Arbeit  noch  Jeit  sinden,  auch  dadeutiche
  Lied  zu  pflegen.  Die  durchweges  gut
rorgetragenen  Männerchöre  zeiqten,  daß  mit
Hingabe  und  Begeisterung  gesungen  wird,  dab
Chormeisier  und  Sängerschar  sich  gegenseiei
wohl  versellen  und  daß  alle  Mitwirkenden  sicht
lich  bestrebt  jind,  durch  Wohlklang  in  der  Stimm.
führung  und  deutliche  Aussprache  des  Tertes
die  Chörc  zum  guten  Vortrage  zu  brinenen.  Zei.

 

warte  Dein“  und  „Ewig  liebe  Heimat“  kieine
Schwankungen,  so  war  man  von  der  üahezu
musstergültigen  Vortragsweise  der  zwei  folgenden

Chöre:  „Waldsegen“  und  „Heimweh“  angenehm
  überrascht.  Am  besten  gefungen  wurde
wohl  der  Chor  „Heimkehr  des  Verbannten“  v.
Uthmann.  Es  ist  dies  eine  Kompolition,  die
stmmich  und  technisch  ziemlich  viel  von  den
Sängern  verlangt,  gleichwohl  aber  von  der
wackeren  Schat  unter  der  sicheren  Führung  ihres
  unermüdlichen  Dirigenten  mit  besonderer  Begeisterung
  vorgetragen  wurde.  Der  reich  gespendete
  Beisall  von  Seite  der  Zuhörer  war  dahrr
wohlverdient.  Ließ  auch  der  Besuch  des  Konzertes
  etwas  zu  wünschen  übrig,  —  denn  ein  unwartet
  schöner  Frühlingscag  und  die  am  gleichen
  Abend  stattgesundenen  anderweiligen  musikalischen
  Unterhaltungen  waren  für  den  Liederabend
  gewih  nicht  förderlich  —  so  darf  der
Verein,  vom  peluniären  Ersolae  abgesehen,  von
der  Durchführung  des  Ganzen  wohl  befriedigt
sein.  Es  war  ein  schöner  Abend  für  alle,  denen
Musik  und  Gesang  am  Herzen  liegt.  Die
Stadtkapelle  unter  Berrs  tüchtiger  Leitung  trug
wesentlich  zum  Gelingen  des  Ganzen  bei,  wenngleich
  auch  nicht  verschwiegen  werden  soll.  daß
bei  einer  allzu  schwachen  Besetzung  die  deiden
Ouvertüren  „Orpheus  in  der  Unterwelt“  und
„Anna  Belona“  oder  gar  Fantasie  a.  d.  Oper
„Lohenqrin“  trotz  besten  Willens  der  Mitwirkenden
  (11  Mann),  denn  doch  nicht  ganz  zur
Geltung  tammen  konnten.  Ein  von  Herrn
Aug.  Kern  vorgetragenes  Stück  für  Klarinelte
verdient  lobenswerte  Erwähnung.

1#  ·

Liedertas  oseuheim.
Rosenheim,  30.  Mältz.

Die  Liedertasel  Rosenheim  sah  am  Samstagabend
  eine  große  musilliebende  Gemeinde
zum  68.  Stiftungssest  im  Saale  des  Hotels
„Deutscher  Kaiser“  versammest.  Man  wußte,
daß  ein  gediegenes  Programm  dazu  aufgestellt
war  und  sah  daher  mit  Spannung  den  Darbietungen
  entgegen.  Die  Vortragsordnung  enthielt
  durchwegs  schwere,  ernste  Werke  sowohl  im
Gesang  wie  für  Musik.

Eine  kraftoolle  Einleitung  war  der  „Hymnus“,
  Männerchor  mit  Klavierbegleitung  von
J.  Mohr.  Wuchtig  tiang  dessen  tNuunp
im  Saale  wider.  Am  Flügel  saß  Herr  Jos.
Knobl,  der  mit  feinem  2  Haüer  saß  subtil  begleitete.
  Die  Glanznummer  des  Abends  folgte
gleich  an  zweiter  Stelle:  „Mirjame  Siegesgesang"“,
  gemischter  Chor  mit  Sopransolo  und
Inftrumentalbegleitung  von  F.  Schubert.  Grillparzers
  Dichtung  behandelt  den  biblischen
Durchgang  durch  das  Note  Meer  in  poessevollen
Worten,  zu  denen  Schubert  eine  eindrucksvolle
Komnosition  ger  schrieben  hat.  „Rührt  oie  Cymbel,
  schlagt  die  Saiten“  —  die  freudige  Zuversicht,
  welche  Schubert  dieser  jauchzenden  Einleitung
  aufgeprägt,  fand  durch  Fräulein  Oswald-München
  eine  feinsinnige  Interpretation.
Schon  in  die  ersten  Klänge  legte  die  Sängerin
  soviel  Wärme  und  freudiges  Mitempfinden,
  daß  das  zahlreiche  Auditorium  ganz
dafür  eingenommen  war.  Meisterhaft  sekundierte
  ihr  der  gemischte  Chor,  der  auf  mehr
denn  150  Stimmen  verstärlt  war.  Es  war  ein
Heer  sangesfreudiger  Herzen,  jung  und  alt,
das  trotz  der  großen  Schwierigkeiten  der  Kompolition
  ein  Meisterwerk  des  gesanglichen  Vortrages
  bot.

Die  einzelnen  Tongemälee,  die  da  und  dort
eingestreut  waren,  fanden  eine  lebhafte  Schatlierung,
  über  dem  Ganzen  funkelte  Licht  und
Sonne.  Und  doch  wirkte  dieser  Massenchor
nicht  erdrückend.  Immer  wieder  ließ  er  die
Solistin  vorzüglich  hervortreten,  auch  im  Fortissime.
  Das  will  um  so  mehr  heißen,  als
Fräulein  Oswalds  Organ  nicht  so  umfangreich
ist,  daß  es  unter  allen  Umständen  siegreich  bleiben
  müßte.  Dafür  zeichnet  es  sich  aber  durch
hohe  Ebenmäßigleit  aus,  die  sich  in  allen  Lagen
  vorzüglich  anzupassen  weiß.  Wunderbar
malte  sich  zwischen  Chor  und  Solistin  das  gegenseitige
  Sichverstehen  aus,  das  eine  weitere  Ausdehnung
  auch  auf  die  Begleitung  fand,  inwelche
die  ersten  Kräfte  des  Vereins  sich  teilten.
Wir  erlebten  somit  eine  grandiose  Gesamtwirkung,
  für  welche  die  höchste  Anerkennung
mohl  am  Platze  ist.  Ueber  dem  Ganzen  waltete

der  fein  disponierende  Geist  des  Dirigenten;
Herr  Amort  führte  mit  ruhiger  Sicherheit  die

 

der  Komponist  wollte,  hokte  er  auch  die  verborgensten
  Schönheiten  heraus,  nicht  zurückschreckend
  vor  den  mancherlei  Schwierigkeiten,
die  sich  dabei  boten,  aber  sicher  überwunden
wurden.

Die  letzte  Nummer  des  ersten  Teiles  lieh  uns
das  Virtuosentum  des  Herrn  Dr.  Raumeir
neu  bewundern.  Mit  „Rondo  brillant“  Op.
70  für  Violine  und  Klavier  von  Schuberk  trat
er  vor  die  staunenden  Zuhörer.  Was  uns  der
seinsinnige  Violinist  bietet,  ist  Kunst,  wahre,
echte  Kunst,  die  alles  um  sich  vergessen  läßt.
Nur  der  eine  Wunsch  beseelt  alle  während
seines  Vortrages:  immer  mehr,  immer  inniger
dem  lauschen  zu  können,  was  kundige  Hand
hier  dem  singenden,  klingenden  Instrument  entlockt.
  Den  Klavierpart  hatte  wieder  Heir  Dr.
Seemann  Fübernommen;  er  begleitele  mit  tiefstem
  Verständnis  für  all  das,  was  die  Violine
iu  bieten  hatte.  Das  Schoberiscke  Werl  erfuhr
dadurch  eine  Wiedergabe,  wie  sie  vollkommener
nicht  gedacht  werden  kann.  Das  gleiche  mochten
  wir  auch  für  den  zweiten  Vortrag  feststellen,
  mit  dem  beide  Herren  an  diesem  Abend
noch  hervortraten.

Im  zweiten  Teile  der  Vortragsordnung
hörten  wir  zunächst  die  „Winternacht“.  Männerchor
  von  Fr.  Liebermonn.  Der  Komponist,
von  allen  dank  der  Perlen  seiner  früheren
Werke  hoch  geschätzt,  wählte  dazu  Karl  Srtielers
  Tert,  dem  er  neues,  frisch  pulsierendes  Leben
  im  Reiche  der  Töne  einhauchte.  Wir  stehen
  einem  ganz  eigenartigen  Tongemälde  gegenüber,
  in  dem  hehrer  Orgelton  und  feierlicher
  Glockenklang  uns  erhebt  und  beseligt,  so
daß  man  kaum  an  die  hohen  Anforderungen  zu
denken  wagt,  welche  hier  an  den  Gesamtchor
und  die  Einzelstimmen  gestellt  werden.  Daß  der
Komponist  die  Direktion  selbst  führte,  gtästt.
ein  gutes  Gelingen.  A.

(Schluß  folgt.)

Norklberichte.

München,  27.  März.  Der  Schlachtviehmarkt
  war  etwas  besser  mit  Grohvieb,  sehr
agut  mit  Kleinvieh  bestellt,  im  ganzen  6364  St.
Qualität  des  Grobviehes  ohne  Aenderung  Vei
den  Kälbern  ersiklassige  Tiere  spärlich;  ein  grosser
  Teil  qanz  minderer  Qualität.  Auf  dem
Schweinemarkte  Bratenschweine  die  Mehrzabl.
Von  fremden  Händlern  wurden  in  der  Vorwoche
227  Stück  Großoieh  und  515  Schweine  angelauft.
  Heutiger  Auftrieb:  231  Ochsen,  204
Bullen.  329  Kühe  und  141  Rinder.  Von  diesen
  39  Ochsen  aus  Oesterreich,  19  auz  Norddeutschland
  und  10  Kühe  aus  Dänemark  neu.
Bei  sehr  ruhiger  Nachfrage  ersielten  pro  Zentner
  Lebendgewicht  Oesterreicher  Ochsen  52  —.58
Mark,  Uanerische,  vollfleischige,  ausgem.  höchsten
  Schlachtwerteso  44—51  Mi.,  im  Ater  RI
4—7  Jahren  36.  43  Mk.,  mäßig  genälrie  24
bis  3  Dik.,  Bulien,  vollt.  ausgewachsene  38
bis  42  Mk.,  vollfl.  jüng.  32—37  Mk.,  mäßig
genährte  24—31  k.,  Kühe  und  Kalbe  nnen,
vollil.  ausgem.,  bis  7  Jahre  38—44  Mk.,  mäbig
  öen.  32—37  Mk.,  gering  gen.  18.  31  Mk.,
Ninder,  vollfl.,  42—  Mt.,  maßig  gen.  362  41
Mi.,  gering  gen.  16—  Mi.  Die  Geschäftostelle
verkaufte  in  der  Voaran  52  -"4  Grohvieh,
1343  Kälber  und  262  Schweine.  Auf  dem  Kleinviehmarkte
  waren  5659  Stück  und  zwor  155
lebende  und  848  tote  Kälber,  585  lelende  und
1291  tote  Schweine  (davon  40  aus  Norddeut
  ischland),  193  Schafe  und  1206  Lämmer.
Handel  auf  dem  Kälbermarlte  usstelmäßig.  bei
festen  Preisen,  bei  Schweinen  slark  oedrückt.  Die
Preise  für  ein  Pfund  Lebendgewicht  bei  Kälbern
zwischen  46  und  62  Pfg.,  bei  Szweinen  40  und
48  Pfg.,  feinste  50  9  .,  erstere  geschiachtet  54
bis  72  g.  letztere  30—62  Pfg,  seinste  64Psf.;
Schweinemuttern  36—42  Pfg.  Der  Schafmarkt,
ruhig;  Qualität  und  Preise  unverändert.

32.  Münchener  Pferdemarktvom  13.
mit  17.  April.  Die  Anmeldungen  für  die
Vereinsstallungen  im  städt.  Ausstellungspark
sind  nunmehr  abgeschlossen.  Das  Resulkak  ist
sehr  günstig.  In  der  Halle  6  lommen  außer
100  erntllassigen  Reit=  und  Wagenpferden  zirka
120  bayerische  Zuchtpferde  aus  den  Remontezuchtgebieten,
  dem  Rottal,  dem  bayerischen  Oberland
  und  aus  andem  Kreisen  zur  Ausstellung.
Diese  bayerische  ?  ferdeausstellung.  dürfte  für
jeden  Merdefreund  von  hervorragendem  Interelse
  sein.  Halle  5  wird  zirka  130  Wagen- 



eine  große  Anzahl  Arbeitspferde  beherbergen.
Auf  dem  offenen  Pferdemarkt  dürften  gegen  800
Pferde  kommen.  Der  Münchener  Pierdemarkt
  im  städt.  Ausstellungspark  wicd  somil
eine  pferdezüchterische  Sehens##  ürdiakeit  ersten
Ranges  werden.

4

Das  Aprilheft  von  Velhagen  u.  Klaings

  Monatsheften  (Herausgeber:
Hanns  von  Jobeltitz  und  Paul  Oskar  Hölder)
empfängt  seinen  aufsallendsten  und  eigenartigsien
  Schmuck  durch  die  von  der  Hano  des  Verfassers
  farbig  illustrierte  Sch  ederung  einer
Künstlerfahrt  durch  Usambara  von  Ernst  Vollbehr.
  Daneben  stehen  an  sonstigen  Artikeln
der  ausgezcichnete  Ellor  über  d  van  der
Goes  von  Prof.  Dr.  R.  Seek,  die  Plau--derei
  über  Schlenderhahn,  den  Fihünen  Oppenheimschen
  Nennstall  von  Hane  Kaspar
Starken,  die  fesselnde  Betrachtung  Bert#az
als  Hofenst.  tadt  von  Heinrech  Lec,  die
sichtende  Schan  über  die  Berliner  Bühnen
von  Paul  Oslar  Höcker  und  die  Ilkustrierte
Rundschau,  die  mit  farbigen  Abbild#unsen  die
schnell  verwelkten  Reize  der  Blumenausstellung
„Der  Strauß“  festhält.  Schwer  wirgen  zwei
Beiträge  bon  Generalfeldmarschall  Freiherrn
v  d.  Goltz  (.Die  Morgenröte  von  Düppel')
und  Erich  Marcks  („Alfred  Lichtwark").  Erösfnet
  wird  das  Heft  mit  einem  neuen,  span.
nenden  Roman  von  Gcorg  Hirschfeld:  „Das
Kreuz  der  Wahrheit“.  Carry  Brachvoael  führt
ihren  „Herbstipuk“  versöhnlich  zu  einem  resignierenden
  Abschluß.  Eine  Osternovelle  —
„Seelchen“  —  sieuert  Lou  Andreaz-Salom:
eine  Fliegergeschichte  Johannes  Höffner  bei.
Unter  den  Gedichten  seien  zwei  umlangreichere
Beiträge  von  Arno  Holz  und  Börrier  Freiherr#
Münchhausen  erwähnt.  Kunstbeilagen  nach
Werken  von  Hugo  Vogel,  Georg  Poppe,  No,
bert  Weise.  Friedrich  Fehr,  Walter  Heimig.
Louis  Tuaillon,  John  Lavern  sorgen  für
reichen  Schmuck.

Lebte  Nacheichten.

Berlin,  30.  März.  Der  gestern  hior  ver,
sammelte  Zentralvorftand  der  national,
liberalen  Partei  hat  bescklosien,  u#  der
Jung=  und  Altiibcralen  wegen  unreri#glicher
Auflösung  in  Sonderverhandlungen  zu  trelen
In  einem  weiteren  Beschluß  wuroe  dis  Erwar,
lung  ausgesprochen,  daß  der  wegen  des  Cingehens
  bindender  Derpflichtungen  nationallibe,
raler  Kaldidaten  gegenüber  anderen  Parteiea
gesaßte  Beschluß,  besonders  hinsichktich  der  sozialdemolralischen
  Stichwahlbedingungen.  xnahmolos
  bekolgt  wird.  Weiterbin  bescheftigte
  den  Jentralvorstand  die  Frage.  wi:  ein
gewisse  Fühlungnahme  zwischen  den  Parieme
len  und  den  gewerblichen  Ständen  herbeimserten
  sei.  Als  Olt  des  nächsten  allgemeinen
Vertretertages  wurde  Köln  bestimmt;  es
Jeitpunkt  der  27.  September  1914.

Durazgo,  30.  März.  Gest  ern  nachmistsz
tugsen  die  Kinder  des  Fürsten  uno  de-Fürstin
  von  Albanien,  Prinzessin  Marie  Elconore
  und  Krouprinz  Carol  Viktor  an  Voro  de
italienischen  Jacht  „Misurata"“  von  Brueis
kommend  hier  ein.  Sie  wurden  von  ihren  Elienempfangen
  und  unter  begeisterten  Kun  gebugen
  des  Publikums,  besonders  der  Schulincend.
nach  dem  Palais  geleitet.

Wellington  (Reusceland),  30.  März.
einem  Warenhaus  in  Upper-Hutt  brach  ur
Mitlernacht  Feuer  aus.  Als  sich  mehren
Personen  bemühten,  die  Waren  in  Sicherheit  3.
bringen.  erfolgie  eine  furchthare  Wetlenern
sion,  durch  welche  sechs  Personen  gettel  un
etwa  12  verletzt  wurden.  Einige  wuroen  voh,
siändig  in  Stücke  gerissen.

Wetterbericht
fũr  Dienstag,  den  31.  März  1914.
Meist  heiter  und  wärmer.

 

Selbst  in  Fällenchronischer  Tuber
kulose  empfehle  ich  Kassce  Hag,  den
coffeinfreien  Bohnenkaffee,  mit
außerordentlich  günstigem  Crsolg.

Prof.  Dr.  Möller,  Berln
(Wernpentische  NAundschau  1908,  Heft  N