Full text : Kronprinz Wilhelm. Meine Erinnerungen aus Deutschlands Heldenkampf.

General  der  Infanterie  v.  Gündell,  Rommandierender  General  des
V.  R.  R.,  ließ  schon  um  900  vormittags  das  Eintreffen  seiner  Divisions—
anfänge  in  der  befohlenen  Linie  Crusnes  —  Aumetz  melden.  Die  Probe
auf  die  Marschfähigkeit  unserer  Reserve-Divisionen  war  glänzend  bestanden,
an  ihrer  Rampftüchtigkelt  kein  Zweifel.  Die  10.  R.  D.  unter  General
v.  Wartenberg  stand  beim  Vordringen  auf  Hierrepont  schon  im  Zampfe
um  Oille  au  Montoie,  ale  sie  die  belden  schon  erwähnten  Regimenter
verschiedener  Brigaden  dem  bedrängten  VI.  R.  R.  zu  Silfe  sandte.  Gleichwohl
  erfüllte  sie  auch  so  unter  schwlerlgsten  Verhältnissen  und  in  aufreibenden
Dorfkämpfen  die  ihr  selbst  zugemutete  Tagesaufgabe,  indem  sie  abends  im
Besitz  von  Plerrepont  und  Boiemont  dae  Cruenes-Tal  beherrschte.  Der
9.  M.  DO.  des  Generals  v.  Guretzky-Cornitz  hatte  ihre  Machbarin,  die
34.  J.  D.  des  XVI.  A.  R.,  durch  Fillières  den  Weg  gebahnt.  un  nahm
ste  lhrerseits  mit  Teilen  die  Derfolgung  des  Feindes  auf  Ville  au  Montois
auf.  Gleichzeitig  half  sie  dann  rechts  hin  der  geschwächten  10.  R.  D.  die
schweren  Kämpfe  um  den  Ortebesitz  bis  zum  Abend  siegreich  durchzuführen.
Andere  Teile  der  9.  R.  D.  besetzten  zusammen  mit  Teilen  der  34.  J.  D.
nach  Erstürmung  der  vorgelagerten  Zöhen  wie  befohlen  Joppécourt.  Das
V.  R.  R.  hatte  seine  Schlachtaufgabe  restloes  gelöst.

vor  dem  Metzer  Armeekorps  des  Kommandierenden  Generals  v.  Mudra
hatte  die  aufklärende  S.  R.  D.  schon  am  21.  August  einzelne  Bewegungen
vom  Othain-Bach  her  auf  Mercy  le  Bas  und  Landres  gemeldet.  Bei
Murville  war  sie  mit  dem  Feinde  handgemein  geworden.  General  v.  Mudra
rechnete  daher  mit  schweren  Kämpfen  in  Front  und  linker  Flanke,  zu
deren  Schutz  er  außer  der  dort  sichernden  6.  R.  D.  die  66.  Infanterie-Brigade
  linke  rückwärte  seiner  Angriffebewegung  gestaffelt  hlelt.  Ich  war
besonders  froh,  diesen  besonnenen  und  tatbräftigen  Rommandierenden
General  unter  meinem  Befebl  auf  dem  wichtigsten  Flügel  zu  haben.  Schon
im  Frieden  hatte  ich  ihn  ebenso  sehr  als  Soldaten  wie  als  umsichtigen
Beurteiler  der  politischen  Verhältnisse  der  Reichslande  schätzen  gelernt.
Der  von  seinem  Korps  auf  das  höchste  verehrte  General  ist  ale  mehrjähriger
  unmittelbarer  Untergebener  stete  mein  treuer  Waffengefährte  und
Berater  geblieben.  =

Die  68.  Infanterte-Brigade  hatte  über  Audun  le  Roman  marschierend
schwere  Rämpfe  um  Fillieres  und  die  feindlichen  Stellungen  östlich  Joppécourt
  bestanden,  ehe  sie  dlesen  Ort  hinter  sich  brachte.  Der  andere  Teil

3  ANronprinz  wilbelm,  Meine  LPrinnerungen.  33