Erbunwürdigkeit 8 2336—2339
Das Recht zur Entziehung erlischten icht durch den Ablauf der
sur sgie Geltendmachung des Scheidungsgrundes im § 1571 bestimmten
ri
§ 2336. Die Entziehung des Pflichtteils erfolgt durch letztwillige
Verfügung.“s)
Der Grund der Entziehung muß zur Zeit der Errichtung
bestehen und in der Verfügung angegeben werden.
Der Beweis des Grundes liegt demjenigen ob, welcher die Entziehung
geltend macht.
Im Falle des § 2333 Nr. 5 ist die Entziehung unwirksam, wenn
sich der Abkömmling zur Zeit des Erbfalls von dem ehrlosen
oder unsittlichen Lebenswandel dauernd abgewendet hat.
2337. Das Necht zur Entziehung des Pflichtteils erlischt
durch Verzeihung.“?) Eine Verfügung, durch die der Erblasser die Entziehung
angeordnet hat, wird durch die Verzeihung unwirksam.
§ 2338. Hat sich ein Abkmmling in solchem Maße der Verschwendung
ergeben oder ist er in solchem Maße überschuldet, daß sein
späterer Erwerb erheblich gefährdet wird, so kann der
Erblasser das Pflichtteilsrecht des Abkömmlinges durch die Anordnung
beschränken, 'o) daß nach dem Tode des Abkömmlinges dessen gesetzliche
Erbenm) das ihm Hinterlassene oder den ihm gebührenden
Pflichtteil als Nacherben 7) oder als Nachvermächtnisnehmer '8) nach dem
Verhältnis ihrer gesetzlichen Erbteile erhalten sollen. Der Erblasser
kann auch für die Lebenszeit des Abkömmlinges die Verwaltung einem
Testamentsvollstrecker übertragen;'“) der Abkömmling hat in
einem solchen Falle Anspruch auf den jährlichen Reinertrag)
Auf Anordnungen dieser Art finden die Vorschriften des § 2336
Abs. 1 bis 3 entsprechende Anwendung.e) Die Anordnungen sind
un wirksam, wenn zur Zeit des Erbfalls der Abkömmling
sich dauernd von dem verschwenderischen Leben abgewen det hat oder
die den Grund der Anordnung bildende Uüberschuldung nicht
mehr besteht.
Sechster Abschnitt.
Erbunwürdigkeit.])
7 2339. Erbunwürdig ift:
wer den Erblasser vorsätzlich und widerrechtlich getötet
oder zu töten versucht oder in einen Zustand versetzt hat,
infolgedessen der Erblasser bis zu seinem Tode unfähig war,
eine Verfügung von Todeswegen zu errichten oder aufzuheben;.
2. wer den Erblasser vorsätzlich und widerrechtlich verhindert
hat, eine Verfügung von Todeswegen zu errichten oder
aufzuheben:;
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