Full text : Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

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ge  ne  getrünke  trinken;  —  bei  Jägern:  birkgellugel  rer-Sschläst,
  hört  auf  zu  locken;  der  hirsch  hat  verschlagen,
wenn  er  den  Bast  von  feinem  Geweih  völlig  abgestoßen
bat.  3)  Part.  verschlugen.  in  den  Sinn  des  versieckt.
listigen  übergegangen  (vgl.  sich  verschlagen,  verbergen,
eien  I):  sio  .  sind  verschlagen  und  haben  geschwinde
renke  Ps.  64,  7;  der  verschlugenc  spieler  Schiller
3,  157;  verschlagener  kopf,  verschlagene  antwort,  u.  a.;
dazu  die  verschligenheit  eines  menschen.  —  verschlammen,
  sich  mit  Schlamm  verstopfen:  der  graben  verschlammt.
  —  verschlämmen,  mhd.  verslemmen,  mit
Schlamm  verstopfen:  sie  (die  Abzüge)  dergestalt  zu  verschlümmen.
  dusz  die  hauplplätze  in  gefahr  sind  unter
wasser  zu  stehen  Goethe  ital.  Reise  I.

Verschlechtern,  schlechter  machen  Adelung,  noch
als  wenig  übliches  Wort;  ich  bin  überzengt,  dasz  lange
in  Italien  reisen  den  charakter  verschlechtert  Moltke
5,  23;  od  die  politische  lage  des  reichs  verbessert  oder
verschlechtert  wird  Bismarck  Red.  6,  155;  ihr  offziercoorps
  verschlechterte  sich  von  jahr  zu  jahr  Treitschke
2,  227.  —  verschleiern,  mit  Schleier  verhüllen,  eigentlich
  und  übertragen:  das  verschlcierte  bild  zu  Sais
Schiller;  eine  schlupfrige  sinnliche  stelle  in  platonischen
  schwulst  verschleiert  Schrift.  2,  381:  gesinnungen
  zu  verschleiern  Häusser  d.  Gesch.  3,  177;
auge  durch  tbrünen  verschleicrt.  —  verschleißen,  mbd.
versliken,  1)  durch  mürbe  werden  zu  Grunde  gehen;
eigentlich,  besonders  von  Zeug  und  Kleid:  ein  stucklein
alts  verschlissenes  leinwats  Fischart  Bienk.  1425;  das
kleid  verschleust  und  danret  nicht  Königsb.  Dichterkr.
155;  verschlissen  tneh  Haller  76,  verschlisscnes  gewand
  Freytag  Ahnen  5,  57:  übertragen:  alles  fleisch
verschleist  wie  ein  kleid  Sir.  14,  18.  2)  tranf.,  abnutzend
  brauchen,  verderben:  daz  was  ein  pleller  (Decke)
..  man  kunde  in  nibt  verslizen  Flore  2607;  viel  kleider
verschleiszen  Adelung;  übertragen,  von  der  Zeit,  —
zubringen:  die  edle  statt  Paris,  in  deren  ich  mein  junge
tug  verschlissen  hab  B.  d.  Liebe  2304;  sein  ulter  (Frölich
  Stob.  123),  leben  (329)  verschleiszen;  in  schärserem
  Sinne:  nicht  linnen  ists,  was  ihr  verschleiszt,
nein,  warmes  menschenleben  Freiligrath  3,  150;  in
Formenmischung  mit  schlieszen  (s.  d.  2  und  schleiszen):
die  zeit  so  wir  verschlieszen.  pflegt  als  ein  strom  zu
llieszen  der  keinen  halt  nicht  weisz  Opitz  2,  131;  —
anders  im  oberdeutschen  ware.  tabak  verschleiszen,  im
Kleinhandel  verkaufen.  —  verschlemmen,  schlemmend  verbringen
  oder  verbranchen:  hett  ich  ein  keiserthum  es
muszt  verschlemmet  sein  Garg.  170;  nach  einer  verschlemmten
  nucht  Grabbe  1,  155.  —  vorschleppen,
wegschleppen  Stieler;  mit  dem  Nebensinn  des  Leichtsinns
  oder  der  Untreue:  ungetreues  gesinde  kann  vieles
verschleppen  Adelung;  mutier  und  sohn  .  verschleppten
  das  vermogen  Iffland  Bewußtsein  1,  3;
von  Geschäften,  Prozessen,  ungehörig  verzögern:  diese
so  sundlich  verschleppte  angelegenheit  Treitschke
5,  101.  —  verschleuder,  wegschleudern  (bei  Stieler
verschlandern,  s.  schleuder  und  schleudern):  so  sollte
von  diescm  erhobnen  treffenden  arm  ench  ferne  von
mir  mein  donner  verschleudern  Klopstock  Mess.  8,149;
leichtsinnig  hingeben,  wegwerfen,  geld;  eine  ware  verschleudern,
  sie  zu  einem  Schleuderpreife  ablassen;  meine
nichte  an  die  schatze  solcher  menschen  zu  verschleudern
  Isfland  Spieler  5,  11:  hätte  ich  diesen  gewinn
dir  verschleudert?  leichter  Sinn  1,  1.

Verschlietbar,  zu  verschließen:  cine  verschlieszbare
kommocke  Moltke  5,  108.  —  verschlichen,  mhd.  versliczen.
  schließend  versperren,  thure  Mattb.  25,  10),  ein
thor.  haus,  gefüngnis  (Ap.  Gesch.  5,  23),  tempelSchiller
4,  26),  zimmer  (Ränb.  3,  2);  einen  bricf.  weg.  zugang
verschlieszen;  frei:  mund,  augen,  herz  versehlieszen;
er  verschlieszt  den  vernand  vor  den  thatzachen;  der
freude  den  zugang  zum  gemut  verschlieszen;  alle  uusverschlammen

  —  rverschließen.

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sichten  sind  ihm  verschlossen;  die  geisterwelt  ist  nicht
verschlossen:  dein  sinn  ist  zu  Goethe  Faust  1;  da
glanbt  ich  ihn  der  liche  ganz  verschloseen  Schiller
Phädra  1,  5;  das  licht.  dem  sich  gedruckte  traurige
sklaren  verschlieszen  Schrift.  7,  10;  soll  ich  junger
banum  mich  ganz  der  luft  verschlieszen?  Rückert  231;
ich  kunn  mich  dieser  wahrnehmung  nicht  verschlienzen:
in  der  Bibelspr.:  da  der  himel  verschlossen  war  (regenhlos)
  Luc.  4,  25;  der  herr  hut  mich  verschlossen,  das  ich
nichts  geberen  kan  1.  Mos.  16,  2;  Part.  verschlossener
mensch,  der  sein  Inneres  nicht  offenbart  CF  Meyer
Nov.  1,  131;  mit  verschloszner  miene  Schiller  Karl.
3,  3;  du  stöszest  ihn  verschloseen,  kalt  zuruck  Jungfr.,
Prol.  1;  —  schließend  verwahren,  sein  geld,  schätze;
wo  viel  zugreifens  ist,  alles  wol  verschlieszen  Sir.  42,7;
so  80l  der  priester  den  selben  (Kranken)  verschlieszen
sieben  tage  3.  Mos.  13,  4;  refl.:  verschleus  dich  in
deinem  hunuse  Hes.  3,  24;  dafür  mit  Acc.:  dasz  ich  mich
nicht  .  in  mein  zimmer  verschlieszen  konnte  Goethe-W.
  Meister  4,  16.  —  verschlimmern,  schlimmer  machen:
wollen  Sie  das  schiceksal  Ihres  sohnes  verschlimmern?
Iffland  Jäger  5,  3;  wenn  er  den  hande!  (Streit)  nieht
verschlimmern  wolle  Keller  Seldw.  2,  254;  dasz  ich
nur  verschlimmre,  wo  ich  verbessern  will  Schiller
Karl.  2,8;  die  krankheit  hst  sich  verschlimmert.  —  verschlingen,
  1)  durch  einander  schlingen  (vgl.  seblingen  1),
ketteo,  knoten;  die  lichte  wölbung,  grun  in  grun  verschlungen
  Geibel  1,24;  verschlungene  hünde;  die  verschlungenen
  (bie  einander  umschlungen  hatten)  Goethe
Eleg.  1,  19;  frei:  so  wunderbar  ist  diesz  geschleecht
gebildet,  so  vielfach  ists  verschlungen  und  verknupft
Iphig.  4,  4;  in  dieses  ritterwesen  verschlang  sich  noch
ein  seltsamer  orden  DuW.  12;  diesen  verschlungenen
verhültnissen  gegenüber  Häusser  d.  Gesch.  1,  244;
die  musik  hatte  sich  .  in  die  verschlungenste  kunstlichkeit
  verloren  Ranke  Päpste  1,  496.  2)  an  Stelle
des  mhd.  verslinden  getreten  (vgl.  schlingen  2),  gierig
hinnnter  schlucken;  die  alte  Form  noch  vielsach  im  16.Ih:
die  leibaigen  leut  .  die  von  stundan  auch  derselbig  86

verschlimmern  —  verschlucken.

rverschlant  Aventin  1,  87;  wir  verseblinden  Garg.

182;  Part.  verschlunden  Luther  1,  559-;  eigentlich:
gierig  speise  verschlingen;  der  hund  verschlang  den
bissen;  ich  nam  das  buchlin  von  der  hand  des  engels.
und  verschlungs  Offenb.  10,  10;  vielfach  frel:  die  erden
..  thet  jren  mund  auf,  und  verschlang  sie  4.  Mos.
16,  32;  verschlungen  hat  ihn  (den  Becher!  der  schwarze
mund  Schiller  Taucher;  das  meer  hat  das  schiff,  der
abgrund  den  wanderer  verschlungen;  (Flamme  die)  das
ganze  haus  in  ungecheurer  feuerflut  verschlang  Br.
v.  Mess.  1311;  ströme  von  gold  verschlang  dieser  krieg
Ranke  Werke  1,  201;  das  rohe  tosen,  das  deinc  worte
mir  verschlang  Uhland  26;  einen  mit  den  augen  verschlingen;
  (er)  verschlingt  dus  schöne  weib  mit  seinen
blicken  sechier  Wieland  Hann  u.  Gulpenbeh  120;
einc  zeitung,  schrift  verschlingen,  gierig  lesen;  nun
erschien  Wielands  ubersctzung.  sie  ward  verschlungen
Goethe  Du  W.  11;  hat  lustbegier  die  eifersucht  verschlungen
  Wieland  Ob.  11,  29;  eine  von  ihren
schwestern  .  .  vom  gedanken  der  trennung  ganz  verschlungen
  Danischm.  15;  mit  welchem  verschlingenden
geize  ich  an  ihr  hing!  Winterm.  2,  296;  dein  alles
verschlingende  phantasie  Schiller  4,39.—  verschlucken,
mhd.  verslneken,  binabschlucken,  biesen,  pillen:  die  jr
mucken  seiget,  und  kamel  verschluckt  Matth.  23,  21;
frei:  der  boden  verschluckt  das  waseser;  sand  dos  vit
wasser  verschluckt,  arena  bibuka  Maaler;  es  Gars
doch  mancher  edelman  verschlucken  wage  n.  ross  und
man  tdurchbringen!  Alberus  Es.  11,  91;  scinen  Urger
verschlucken;  so  konnie  der  kinig  den  groszen  verdrusz
  nicht  verschlueken  Goethe  Benv.  Cell.  1,  3;
als  sie  ihre  Ihrünen  zu  vrschlucken  suelte  Wertb.
Leib.  II;  beim  Sprechen  worte.  silben,  lante  verschlucken: