Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

Katastroplien  herbeigeführt  werden,  wie  sie
kommen  mülsen,  wenn  die  Dinge  sich  nicht  ändern.
Die  Arbeiler  haben  lange  genug  geharrt  und
wurden  lange  genug  genarrt,  und  es  wäre  kein
(Wunder,  wenn  sie  eines  Tages  sagen  würden,
der  Geduldsfaden  ist  gerissen.

Küänchener  Neuigleien.

München.  27.  Juni.  Ein  Ine#erat,  das  nach
verschiedener  Richtung  hin  auch  die  Staatsregierung
  interessieren  dürfte,  findel  sich  in  Nr.
145  der  „Bayer.  Staatszeitung“.  In  diesem
Inserat  wird  jungen  Mädchen  von  einer  Professorsgattin
  Ferienaufenthan  in  einem  Luftkurort
  angeboten  mit  „laglich  fünf  Mahleeiten,
gute  Kriegsverpflegung“.  Die  Frau  Professor
ist  so  bescheiden,  sich  mit  einem  Pensionspreis  von
1000  Mk.  „wöchentlich  „ohne  Ertras“  zufriedenzugeben.
  Für  Staatsregierung  und  Oeffentlichleit
  ist  die.  Frage  von  Interesse,  woher  die  Frau
Professor  die  Lebensmittel  bezieht,  um  jungen
Mädchen  täglich  fünf  Mahlzeiten  guter  Kriegsverpflegung
  bieten  zu  können,  Wir  Stadtleute
wenigstens  können  uns  den  Lurus  ven  läglich
fül  Mahlzeiten  nicht  erlauben.

Bowerische  Nachelchten.

Augsburg,  27.  Juni.  Eim:  reiche  Zuwendung
  isl,  wie  im  Magsstrat  mitgeleilt  wurde,  der
Stadt  Augsburg  #Kworden.  Eine  Firma,  die
nickt  genannt  sein  will,  hat  als  Beisteuer  für
die  städtischen  Kriegshilsszwecke  den  Betrag  von
100  000  Mark  in  fünsproz=  ntiger  Kriegsanleihe
zur  Ve  erfügung  gestellt.  Der  Oberburgermeister
sprach  für  die  hochherzige  Zuwendung  den  öfsentlichen
  Dank  aus.

Uesselwang,  27.  Jum.
machten  auf  der  Viehweide,
der  Nähe  rom  Edelsberg  D
ilohienen  zuchtstier,  indem  ie  ihn  on  Ort  und
Etelle  schlackteren.  Bergsteiger  fanden  gestern
nur  noch  einen  lleinen  Rest  Fleüsch,  jowie  die
Haut  des  Tieres.

 

 

um

Kurzen  -
oberer  Bergq“  in
diebe  uit  einem  ge-Jusmarshausen,

  27.  Juni.  Das  Kriegsatsn
  dem  so  viel  Unrühmlickes  nachgesagt  worden
  ist,  hat  LTier  in  einem  Falle  eine  Eigenschaft
„AMoffenbar!“,  die  unter  Umitänden  sehr  gefährlich
  werden  könnte.  Ein  Heir  laufte  sich  ein
Quantum  Kriegemus  und  stellte  das  mit  einem
Deckel  geschlossene  Glas  auf  teinen  Schreibtisch.
Während  der  Nacht  vernahm  der  Herr  einen
Krach.  Am  ankv#eren  Morgen  fand  er,  daß  das
Kriegemus  erplodiert  war.  Cine  gröflre  Menge
  flog  an  die  Dee.  allwo  sie  noch  zu  sehen  ilst.

Vamberg.  27.  Juni.  Die  ersten  neuen  Karlosseln
  wurden  auf  den  V.  amderg:  r  Marlit  ge—
brachkt#  Es  handel:  sich  um  die  bekanntee  Bambherger
  Spezialltät,  Ho#ulha“,  so  genaunt  wegen
ihrer  Form.  Das  Pfund  kostele  30  35  Pfermig.

Falkenstein.  Obpf.,,  27.  Juni.  Jn  bi##ger
Gegend  mehren  sich  Einbrücke  in  etscetende
Weise.  Es  kommt  eine  Bande  von  mehr  als  2
Dutzend  Köpfen  in  Betrac#t,  wele  vor  leiner
Gewalttat  zurücksdhfeut.  In  der  Holzmühle  wurde
dem  Müller  der  Fuß  vurchschossen,  im  Bremlof
  entging  mit  knapper  Mühe  der  Hofbeiitzer
der  Kugel  der  Einbrecher.

Baverisches  Oberland.

Vom  LCande.  27.  Juni.  Vielfach  sind  in  landwirtschaftlichen
  Betrieben  Kriegegesangene  verwendet,
  obwohl  Familienangehörige  der  Vetriebsinhaber
  als  häusliche#  Dienstboten  beschäftägt
  sind  u.  sich  der  Arbeit  in  der  Landwirtschaft
entziehen.  Infolgedessen  wurden  die-distrikls#verwaltungen
  beauftragt,  in  solchen  Fällen  die
rore#schriebene  Bestätigung  über  die  Notwendigkest
  der  Zuw.  isung  von  Kriegsgefangenen
nicht  mehr  zu  erteilen  und,  wenn  sie  bereits  gerteilt
  sein  sellt.,  zurückzuziehen,  damit  die  Kriens-Lefangenen
  anderen  landwirtschaftlichen  Beklrielen,
  die  ihrer  dringend  bedürfen,  zugewiescht
werden  können.

Prien,  27.  Juni.  Das  Fest  der  silbernen
Hpchzeit  kann  Herr  Baumeister  Lorenz  Scheck
mit  seiner  Gattin  am  1.  Juli  begehen.  Gleichzeitig
  kann  er  seinen  50.  Geburtlstag  feiern.
Zu  dieser  Doppelfeier  beglückvunschen  wir  das
Jubelpaar  bestens.

DHrien,  27.  Juni.  Itt  Landsturmmann
Matth.  Niederbichler,  Helzmeister  von  Kohlhatt,
  starb  an  einem  Magenladen.  10  Kinder,

die  auch  keine  Mutter  mehr  haben,  trauern  an
der  Bahre  ihres  Vaters.

Traunstein,  27.  Juni.  Ab  1.  „August  koitet
vom  Gaswerk  der  Kubikmeter  Seizgas  oder
Kochgas  19  fg.  gegen  bisher  16  Pfg.,  mit  der
Vergünst.  gung,  dab  von  dieser  Zeit  an  2  Leuchtgasflammen
  (seither  eine  Flamme)  zum  Heizoder
  Kochgaspreis  berechnet  werden.  Für  Kols
wird,  der  jetzige  Preis  von  1.80  Mk.  gat  den
t  ebensalls  ab  1.  August  auf  2  Mark

 

Traunstein,  27.  Juni.  Von  Seebruck  kamen
heute  die  ersten  Glocken  hier  zur  Ablieferung  an.
Kie  waren  überaus  schön  geziert.

A

 

Rosenhelm̃er  Añzelger

Schliersee,  27.  Juni.  Auf  der  Kreuberaalm
  des  reichbegüterten  Grozg-Koöpferlbam'rn
ron  Hofwies  wurde  in  der  vergangenen  Wockhe
von  Einbrechern  ein  Zentner  Butter  geraubtl.
Von  den  Dieben  hat  man  keine  Spur.  Nur  einen
leeren  Sack  ließen  sie  zurück.

*  Hausham,  27.  Juni.  Gestern  brach  im
(Greimvaldschen  Sägewerk  in  Hausham  ein
Brand  aus,  dem  das  Sägegebäude  mit  Einrichtung
  zum  Opfer  fiel.  Der  Arbeit  der  Feuerwehren
  gelang  es,  das  Wohnhaus  und  das  Lager
  zu  retten.  Die  Branduriache  ist  noch  nicht
geklärt;  der  Schaden  dürfte  8#emlich  bedeuiemd
sein  und  ist  nur  Lilweise  durch  Uersicherung  gedeckt.


wasserburg,  27.  Juni.  Stadtlämmerer
Michael  Vogler  konnte  heute  mit  seiner  Galttin
das  Fest  der  silbernen  Hochzeit  begehen.  Dem
Jubelpaar  sind  aus  vielen  Kreisen  zahlreiche
Glückwünsche  zugegangen.

Freilassing,  27.  Juni.  Im  Anwesen  des
Oekonomen  Sckertl  in  Friedolfing  brach,  durch
spielende  Kinder  verursacht,  ein  Brand  aus,  dem
das  gesamte  Anwesen  innerhalb  einer  Stunde
vollstandig  Wl  Opfer  fiel.  Auch  Vargeld  kit
mitverbrannt.  Das  Rieh  konnte  bis  auf  ein

Lamm  gerettet  werden.  Sonft  haben  die  Mrauk—-leider
  gar  nichts  mehr  als  das,  was  sie  am  Leibe
tragen.  Die  kranke  Fran  wurde  mit  knapper  Not
dem  Verbrennungstode  entrüssen.  Der  Feuerwehr
  gelang  es,  die  flark  bedrohten  Ncch  lifrn
wesen  zu  retten.

Tinning,  27  27.  Juni.  Die  44  Jahre  alte  Laar--gütlerin
  *  Theres  Reininger  oon  Tinning
sland  bei  dem  letzten  starten  —turm  vom  Bett
uuf,  um  ein  Fensier  zu  schließen.  Bald  darauf
klagte  sie  über  Unwohlsein  und  am  Morgen  war
sie  schon  eine  Leiche.

Bad  Reichenhall,  27.  Juni.  Hier  wurde
durch  städt.  Mitiel  eine  Champignonanlage  errichtel;
  ferner  wurden  aus  dem  Süden  eingeführte
  Tomaten  in  Massen  gezogen,  die  dieser
Tage  geerntet  werden  lönnen.

Vad  Reichenhall,  27.  Juni.  Der  „Grensbote“
  schreibt:  „„In  Reichenhall  lönnen  vie
Fremden  nicht  ausgewieien  werden.“  Mit  biesem
neidischen  Lobspruch  gehen  die  bayerischen  Sommerfriich
  gen  jetzt  hausieren,  indem  sie  gegen  die
neuen  Vorschriften  für  den  Fremdenvertehr  wellern.
  Dieie  haben  nämlich  die  in  der  Tat  bedauernswerte
  Bestimmung,  daß  (wie  in  vorletzter
Nummer  des  Grenzboten  dargelan,  nach  der
Verfügung  des  Kriegsministeriume  den  Bezirksamtern
  das  Recht  an  di  H#no  gegeben  iil,  in
allen  Gemeinden  unter  6010  Einwahnern  bei
Gefahrdung  des  Nahrungszuslanden  der  Eeinheimischen
  Bevöllerung  die  Fremden  zum  Verlasen
ilhes  Aufenthaltsorts-  auszufordern,  falls  ein
Kommunalverband  infolge  seiner  unzureickt  enden
Verforgungsverhäl#nisse  sich  genötig!t  sehen  joil.
te,  die  Versorgung  der  Fremden  unter  IZu-Urundelegung
  des  Reichsausgleichverfahrens  einzuic
  ränken.  Nun  wird  es  aber  mit  der  Ausweisung
  vn  Fremden  noch  gute  W.ge  haben,  interessant
  fur  uns  ist  aber  das  ein:,  daß  Bad
Reichenhall  rermöge  jeiner  Einwohnerzahl  #die

1910  6380  betrug,  heute  aber  bedeutend
loöher  ist,  von  der  Verfügungsgewalt  der
Bezileamt  er  unberührt  bleiben  muß,  ebenso

  Traunstein:  während  nahezu  alle  übrigen
bayeriscen  Kurorte  und  Sommerfrischen  dabei
sind,  so  Berchtesgaden  mit  2930  Einwohnern,
Bad  K.  üsingen  15831  Einw.,,  Bad  Brückenau
(2098  Einw.),  Aibling  (3838  Sinw.),  Tolz
(6496  Einw.,  „Wörishofen  (3103  Einw.),  Garmisch
  3295  Einw.,,  Partenkirchen  (3413  Einw.),
Schliersee,  Tegernsee,  Oberi#dorf.  Murnau,
Kreuth  ufsm.  Dies  müssen  wir  mit  Genuginung
immerhin  feststellen.“

 

Elwas  über  Pilze.
III.

Giftig,  aber  kaum  tauglich,  damit  sich  zu  vergiften,
  ist  noch  ein  Blätterpilz,  der  Schweselkopf.
der  in  Büscheln  an  verfaulenden  Baumstumpfen
wächst.  Er  hat  einen  strohhalmdünnen,  zuweilen
sch  warzgefaserten  Stiel  und  einen  Hit  von  gelber
  Farbe,  die  am  Ranod  helleren,  in  der  Hutmitte
  dunkleren  Ton  hat.  Die  Hitunterfeite
trägt  Blätter,  deren  Farbe  schwefelgelb  bei
jungen,  grünlichgrau  bis  grünlichschwarz  #ei
älteren  ist.  Der  moderige  Geruch  und  außerordentlich
  bittere,  schlechte  Geschmack  dürften
rom  Gemß  in  größeren  Mengen  abhalten.  Der
ihm  ähnelnde  ehbare  Stockschwamm  ouflet  und
schmeckt  obstartig  und  hat  braune  Biatter.

Schließlich  sei  noch  des  giftizen  Kartosfelbovists
  gedacht.  Bovist:  oder  Staubpilze  sind
solche  dir  lugelige,  eisörmige,  flachkörmine  Gestalt
  haben  und  im  Alt.r  zerstäuvrn.  S'e  snd
alle  e“  bar,  soferne  ihr  Inneres  weih  und  moich,
aber  noch  nicht  teigartig  oder  slaubähnlich  ist.
Der  Kartoffelbovist,  so  genannt,  weil  cr  lartofselähnlich
  gestaltet  ist,  hat  bräunlichnelde  bis
lederbraune  Farbe,  ein  festes.  hartes  due
Hartborist!),  das  weistgrau,  beim  jungen,  tinlenichwarz
  beim  älteren  Bovist  ist.

Cingehender  als  es  im  Rahmen  vieser  Zeilungsabhandlung
  zulässig  ist,  wuroen  die  Gistpilze

  von  einem  hervorragenden  Pilzlenner  und
Fochmann  besck  reben  in  dem  sehr  preinwurtsi-Zenu
  Buchlein  (1,80  MI.,  „Unsere  Vonstpunee
und  ihre  eßbaren  Doppelganger“  von  Prof.  D
Schnegg,  dem  Pilzsachverständigen  der  Vaer.
Lebenemittelstelle.  In  32  farbigen  Pilzbildern
vorzüglichen  Lichtbilonissen.,  die  so  angeordnet
  sind,  daß  auf  jeder  Tafel  oben  der  giftige
  oder  ungeniehbare  Pilz,  unten  sein,  genußtauglicher
  Doppelgänger  vor  das  Auge  des
Beschauers  kommt,  wird  weit  heifere:  qeboe#cu,
als!  man  auf  diezem  Gebiet  bisher  gewohnt  wür.

Das  K#unen  der  Giftpilze  auf  grund  scharfer
Beobachtung  und  ihrer  Untersuchung  mit  den
Sinnssorganen,  dem  Auge,  der  Nase,  dem  Gaumen
  und  der  Zunge  (die  Kostproben  sind  naturlich
  auszuspucken!).  bietet  aber  noch  keinerle  i  Cewähr
  dafür,  daß  Pilzvergiftungen  nicht  gleickwohl
  vorkommten  können.  Auch  verdorbene  Spei-#jiepilze
  können  schmere  Erkrankungen  herbeiführen,
  gerade  so  wie  verdorbene  andere  Nahrungomiltel,
  wenn  sie  aus  verkehrter  Sparsam--leit
  genossen,  statt  weggeworsen  werden.
Wurit-,  Fleisch-,  Käserergiflung.,

Gerade  #e  Pilze  sind  leicht  verderblich  und
was  gefahrerhöhend  wirtt,  ist  der  Umitand,  daß
die  Zersezung  nicht  immer  ohne  weiteres  wahrnehmbar
  ist.  Alles  was  die  Zersetzung  sordert
und  besck  leunigt,  den  Pilzgenuß  gesi  nitheits·
schädlich  machen  lann,  mußz  strengitens  vermier#en
  werden.

Dedshalb  hüte  sich  jeder  vor  nassen  Pilzen.
Nur  bei  trockenem  Wetter  Pilze  sammeln,  nicht
Uenn  es  regnet  oder  kurz  zuvor  geregnet  hat?

Miidet  alle  madigen,  von  Insekten  verunreinigten,
  alten,  märigen  Pilze!

Sammelt  nicht  Pilze  in  Behälinisse,  wo  sie
zerdrückt  und  gequetscht  weroen,  also  nicht  in
Tücher,  Tragnetze,  Rudsäcke,  Handbeutel,  sondern
  in  Körbe,  Pappschachteln  usw.!

Ei.t  Lein  ausgewärmtes  Pilhgericht!

Unterlaßt,  P.lje  in  Wasser  zu  legen  oder  sir
nut  Wasser  zu  besprengen,  weil  fie  sontt  rascher
rerderlen!

Lagert  die  Pilze  nach  dem  Sammeln  lose  neben-,
  nicht  aufeinander,  möglichst  in  Zugluft
an  luhlem  Ort.

Es  wurde  natürlich  gigen  die  eine  oder
andere  dieser  Negeln  schon  vielfach  gesünoigt,
eine  daß  der  Sünder  erkrankt  ist.  Allein  das
ist  kein  Beweis  dafür,  daß  Erkrankungen  be#
Nichtbead  tung  nicht  eintreten  lönnen.  Vorsicht
il  jedenfalls  angenehmer  als  Schmerzen  und
billiger  wie  die  Heilkofte  uiu  im  Erkrankungs  sall.

Eine  Grundregel  für  die  Fernhaltung  einer
Pilzvergiftung  ist  noch,  keinen  Pilz  zuzubereilen,
den  man  selbft  nicht  ganz  befltimmt  tennt  oder  von
eneim  erfahrenen  Pilzkundigen  als  einwandfrei  eien

WSneisepilz  sestitellen  lassen  konnte.  Sile  sich
lrdermam,  vor  leichtsinnigen  Versuchen!

Lotsinachrichlen.

Rosenheim,  23.  Juni.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  —
Joseph  Lagler,  Bichlersohn  aus  Steinach  bei
Nußdorf  a.  J.,  langjähriger  Dienitknecht  beim
Niederthanner,  Vorstand  des  Hientboenerein
Nußdorf.  Unteroffizier  in  einem  Res.-  Juf.-Reg.,
Inhaber  des  Militärverdiennkreuzes  3.  Kl.
und  des  E.sernen  Kreuzes  2.  Kl.

Auszeichnungen  im  Felde.  Der
Schutzmann  Joseph  Heiserer,  Sohn  der  Hebamme
  Augusta  5.  iserer  in  Nosenheim,  wurde  zum
Anteroffizier  befördert;  er  steht  seit  Kriegebeginn
  an  der  Westfront  und  ist  seit  1914  Inhaber
  des  Militärverdienstlreuz  es  mit  der  Krone
und  mit  Schwertern.  Der  Kanonier  Mar  H.  r
mam,  Sohn  des  Sck  neidermeisters  Kilian  Herrmann
  in  Rosenhrim,  wurde  mit  dem  Eisernen
Kreuz  2.  Kl.  ausgezeichnet;  er  liegt  zurzeit  ver- 



Freitag,  29.  Juni  191-:

Auer  das  litzle  Gelrie  qab.  Dem  großen  Belannieufreue
  der  misse  cm  drll,  mar
ßzrrre  Becomien  und  N.rucrich't  On  Dod.wurdige
Klerus  und  alle  Stande  pertre.en:  beionoers
zahlreich  Balten  jsich  die  Ver.Une  cingesunden,
denen  die  Verslorbene  agehört  hatte.  Der
Frauenver#ein  vom  Noten  Kreuz  hat  auferdem
„feinem  langjahrizen  verehrten  Ausichuchuniteallede“
  eine  prachtige  Kranz'pend:  mit  Schleifse
gewidmet.  H  Geistl.  Rat  Stadtpfarrer  Geßl
zeich  uet:  di.  Neri####in  gewahl-  en  Worten
als  eine  wahrhaft  riktliche  Frau.  die  seit  dem
Jahre  1373.  da  iie  an  der  Seit.  ihres  Gatten.
des  Horrn  Bezirlsamintannes  u.  späleren  Regierungsrats
  H  intrick  Auer  hier  einzog,  die
allgen  incn  Sympashien  sich  erobert  habe.
Sie  ward  ein  Lich#  ihrer  Familie,  ein  Sich:  den
Armen,  denen  sie  Wohltäterin  heworden,  ein
Licht  den  ereinen,  denen  sie  angehorte  u.  120
denen  sie  sick  in  senheren  Jah  rilP*'  auck  amiv  widmet:.
  #btrauern  der  Frat  er#ereen  vom
Noten  Kreuz  die  chemalige  Vorsfigende  nnoĩpäteres
  Ausschuĩmitalied.  der  Maädchenichutzrerein
  sei  stolz.  die  Berlebte  Ehrenmitglied  neunen
  zu  durfen,  der  da#istlich:  Multerreren  und
alle  anderen  Nereine  der  Staot  verlieren  ein
treues  und  geic  anzter  Mitglied.  Moge  Fran
Regirrungerat  Auner  nunmehe  an  der  Seite
ihtes  Gatten  rul#en  fen  von  allem  Erdenleid
und  hier  Uau#den  Familie  den  „ie  stand
dke:  Himmels  er.l.  Uen:

(GWrofes  Filmwe!  im  Diente  der
Wohfltatigkeit.  ich  w.l  die  S1199.
se  warzmeeiß  .  17.  di.  ses  gro,  patriotische  Fum
werk,  verfaft  von  Fein  Prock  newski,  dem  *“%
tär  des  Deurchen  Flotenvere  ur,  im  ein  Marine
Schauipfel  in  5  Abtellunge'n.  Es  machte  eine
Reile  durch  ganz  Deischland.  Zu  elwa  2.7.0
Lich##piel-Thratern  mil  grosen  Erfollen  vorgeführt,
  ertielte  es  für  den  Den#chen  Flotten-Verein
  ein  ganz  nen#eemerles  fin  nzieles
Ergebn's.  Auck  hier  im  icht  Saurirbrnde  Hellos,
HOtel  „Deut'scker  Kaiset  gilung!  dieses  große
Mearine-Sckhauspic!  zur  Norfuhrung  und  iwar
mergen  Peter-  und  Raulstag  und  am  Sames.
lag  und  emag.  je  von  mitlags  1  Uhr  bis
n.1  11  Uhr.  We  aileror  aud  er  ein
Teil  der  Einnahmen  an  den  Deulicken  Flottenrerein
  abgeliefert.  Moge  dieses  schne  patriotiche

  Unternehmen  auch  in  NRosenbe  m  recht
rege  Unterslützung  funden.
Die  Einhebung  der  Ge  meind  deum-L

  gen  fur  das  etile  Hlodjahr  lün  auf  den
4.,  5.  und  6.  Jul.  feslieht.  A#s  Unterlage  dien!
einitweiten  der  Foriglah-ige  Umlauensatz  von
150  Prozent.

Der  Gas

Frerbrana  Rof#oiet
erfahe

ient  im  H  nolick  Ketliminapyhe
  1  ebenfalls  eine  Einick  ratkung.  2393  lehr
ab  darf  ein  Gasabnehmer  in  euem  Möna
mi#r#ie  Hüste  der  Gasmenge  derbranchen,  die
er  im  allitten  Ma####dden91Jah  es  131  rer—
lraudt  hat.  Für  Gas.  das  uber  diese  Oocesme'ia:
  verbrauckt  w.rd.  it  der  vietiache  Be—
trag  ke#:  Gaspreises  zu  entrickten:  anserdem
werd  dem  belreffenden  Gasabnehme  er  der  weilere
  Vezug  ven  Gas  a  spertt.  Fur  die  Betriebe
her  beiden  hiesiden  Tageszeitungen  bicie
Rinsckränlung  keine  (bülligkeit.  Die  Zusführlce
  Bekanmmack  ung  des  Slad.maginr  ::  birrüber
  werden  wir  in  der  nachsten  Nummer  d.#
„Resenheimer  Anzeiner“  veroftenllide  1.

in
r7'  odle

 

 

Der  kath.  Lehrling-sckunderein
reranflallet  mo:  gen  und  am  Son'  itag  im  Poil-Lartensaale
  ene  Viereinsfeier  min  Theater.  deliamatorisc
  en  und  musikaliscken  1124#cn#.
Eine  erite  Auffuh.  un3  hat  fich  bereit:  allgemeinen
  Beifall  gesichert,  sodan  de  br.  eiden  folnenden

  Felern  allgemeines  Inlereie  finden  durflten.
  Nahere:  imt  aus  der  Anzeige  in  ber  heuligen
  Nummer  erscchklich.  1

Jugendwehr.  Kompagnie  3.  D.  nen
grupr  iette  3.  Jugendwe  che-Rompagnie  wird  amn
Samstag:  den  30.  Juni,  abend:  3  Uh:,  mit

 

wundet  in  einem  Lazarstt  in  Lauterbach  im
Groherzogtum  H#ssen.  Der  Gefreite  Sebastian
Neiderhell  aus  Kleinholzhaufen,  der  in  einem
Feld.-Art.  Reg.  steht,  wurde  für  befsondere
Tapferleit  in  den  Kampfen  bei  Arras  .  dem
Eisernen  Kreuz  2.  Kl.  ausgezeichnet.  2  Der  Landurmman
  Wolfgang  Schmidmeier,  Bautsohn
  aus  Töttenberg,  wurd:  mit  dem  Eisernen
Kreuz  2.  Kl.  ausgezeichnet;  das  Militärverdiensikreuz
  3.  Kl.  mit  Schwertern  wurde  ihm
schen  am  1.  Oltober  1916  verliehen.  Schwer  verwundet,
  lag  er  zuerst  in  einem  Lazarett  in  Koblenz
  und  wurd:  jetzt  in  ein  Kriegslazarett  in
München  überführt.

.  Diözesannacdrickten.  Anweisung  erhiit
  n:  der  Koadjutor  und  Tfarroikar  in  Renoldsberg
  Pr.  Sebastian  Scirenberger  als  Koadjutor
  in  Babensham;  der  Kaplon  #uu  Zolbermoor.
  Pr.  Adalbert  Reichenwallner  als  Vilar
  der  erledigton  Mfarrei  oafelbst.

Baustnoienst.  T####  Oberlolomotioführer
Ludwig  Höllmüller  in  Rou##nheim  wurde  ab  1.
Juni  für  immer  in  Fen  Ruhestand  verietzt.  Ernannt
  wurden  in  etatsmäßiger  Eigenschaft  zum
Weickunsteller  der  Gehilfe  Joschh  Seidl  in
Mühldorf  und  zum  Bahnstelgicchaffner  der  Gehilie
  Ernst  Ostertag  in  Mühldorf.

Eine  zahlreiche  Trauerversammlung
  war  es,  die  der  im  Alter  von  81  Jahren

 

verschiedenen  Regierungsratswitwe  Frau  Anna

 

lkunft  in  der  flädl.  Turnhalle  unter
der  Laiema  de:  Herrn  Unteroffiziers  Sang
im  hiesigen  Garnivonbatai#ln  bie  llebungen.

turner.sdie,  semie  aud.  Geländeübunz  en  wieder
zstehmen  und  regelmä.  ig  wodeentli..  ;zweimal.

D.enstag  u.  Zamstag,  abhal.en.  Mlie  jrübeten
Teiluehmer  werden  deingend  zu  voilähligen:
Erscheinen  eingeladen.  Neuanmeldungen  werden
  entgegengenommen.  1

Gabelsbergersche  8  tenographtc.
Der  türzlick  für  die  Men#te  Jule  und  Anaui:
angelündigte  Wiederholungs-  und  kle  ebungs
lurs  für  Ansänger  beginnt  Minwoch.“  den  1.
Julf,  abende  8  Uhr,  im  Gasthaus  Wendl.,  Anmeldungen
  werden  noch  entgegengenommen.

Für  das  Pflücken  von  Lind:
ten  hat  der  Stadlmagistrat  besonocr  Vorsckriften
  erlassen.  Sie  werden  in  der  hen  den
muummer  d  des  „Nosenhrimer  Anzeiger  '#eöfje#!
icht  ’7

Die  Eierzu  fuhr  scheint  in  Traunstein  lesonders
  gut  zu  sein.  Erst  lehte  Wock:  lind  der
dortigen  Einwohnerschaft  zwei  Eier  für  den
Kopf  der  Hush  miung  markenfrei  zugewiesen
worden,  und  heute  Donnerstag  wurde  wieder
für  jeden  Kopf  eines  Haushaltes  ein  markenfreies
  Ei  zum  Einkalken  für  den  Winterbedarf
abgegeben.  Diese  „kleinen  Sssene“  sind  sicherlich
  allen  willkommen.  —

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