Volltext : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1917 (4)

Nr.  138.  1917.  971

3.  der  Bedarf  der  Gewerbebetriebe,  die  monatlich  weniger  als  10  Tonnen  (eine
Tonne  aarhler  Kilo)  verbrauchen  oder  ohne  Rücksicht  auf  die  Höhe  des  Verbrauchs
  nach  §  2  Abs.  4  der  Bekanntmachung  des  Reichskommissars  für  die
Kohlenverteilung,  betreffend  Meldepflicht  für  gewerbliche  Verbraucher  von
Kohlen,  Koks  und  Briketts  vom  17.  Juni  1917  (Reichsanzeiger  Nr.  145)
nicht  zu  den  meldepflichtigen  gewerblichen  Verbrauchern  gehören  (Bäckereien,
Schlächtereien,  Gastwirtschaften,  Gasthöfe,  Badeanstalten  und.  ähnliche  Betriebe,
  die  dem  täglichen  Bedarf  der  in  der  Gemeinde  wohnenden  oder  vorübergehend
  sich  aufhaltenden  Personen  dienen).  «

II.  Zweifel  darüber,  ob  ein  Betrieb  unter  die  in  Abs.  I  erwähnte  Bekanntmachung
vom  17.  Juni  1917  fällt,  entscheidet  die  für  den  Sitz  des  Betriebes  zuständige  Ortskohlenstelle,
  beim  Fehlen  einer  solchen  die  zuständige  Kriegswirtschaftsstelle,  wenn  auch
diese  fehlt,  die  Kriegsamtsstelle.

B.  Bestands=  und  Bedarfsermittlurng.

8  4.

I.  Die  Vorstände  der  Kommunalverbände  haben  den  am  1.  September  1917
innerhalb  ihres  Bezirks  mit  Ausnahme  der  Gemeinden  von  mehr  als  10  000  Einwohnern
  vorhandenen  Brennstoffbestand  zu  ermitteln.  Die  Ermittlung  hat  sich  auf  die
Bestände  der  Verbraucher  im  Sinne  des  §  3  Abs.  1  und  auf  diejenigen  Bestände  der
Händler  zu  erstrecken,  die  nicht  zur  Belieferung  solcher  Verbraucher  bestimmt  sind,  die
der  Meldepflicht  für  gewerbliche  Verbraucher  von  Kohlen,  Koks  und  Briketts  nach  der
Bekanntmachung  des  Reichskommissars  für  die  Kohlenverteilung  vom  17.  Juni  1917
unkerlicgen.  Auf  Bestände  unter  100  kg  hat  sich  die  Ermittlung  nicht  zu  erstrecken.

II.  In  Gemeinden  von  mehr  als  10  000  Einwohnern  liegt  die  in  Abs.  I  vorgesehene
  Ermittlung  dem  Gemeindevorstand  ob.

III.  Die  Vorstände  der  Kommunalverbände  (Abs.  I)  und  Gemeinden  (Abs.  II)
haben  ferner  den  Bedarf  ihres  Bezirks  in  dem  in  §  3  Abs.  1  bezeichneten  Umfange  für
die  Zeit  vom  1.  September  1917  bis  zum  31.  März  1918  zu  ermitteln.

IV.  Die  Angaben  sind  getrennt  für  die  in  §  1  genannten  Brennstoffarten  und
nach  folgenden  Verbrauchsgruppen  zu  machen:

1  Lausbrand  -·

2.  *  atirtschaftlicher  Bedarf  mit  Ausschluß  des  Hausbrandes
iffer  1).

3.  Gewerblicher  Bedarf  (§  1  Abs.  I  Ziffer  3).

V.  Bei  der  Ermittlung  des  landwirtschaftlichen  Bedarfs  sind  diejenlgen  Mengen
abzusetzen,  die  auf  Grund  besonderer  Ermittlungen  zum  Getreidedreschen,  Pflügen,  für
Molkereien  und  Schmieden  für  die  Zeit  bis  zum  30.  September  1917  bereits  gesondert
ermittelt  und  der  Reichsgetreidestelle  angemeldet  worden  sind.  Bei  der  Ermittlung  des
Bestandes  der  Landwirtschaft  ist  in  diesen  Fällen  sowohl  der  gesamte  Bestand  als  auch
der  Bedarf  festzustellen,  der  zum  Getreidedreschen  und  Pflügen  und  für  Molkereien  und
Schmiedezwecke  für  den  Monat  September  1917  erforderlich  ist.

ç  VI.  Bei  der  Bedarfsmeldung  ist  für  die  einzelnen  Verbrauchsgruppen  zu  berücksichtigen
  und  anzugeben,  in  welchem  Umfange  andere  Feuerungsmittel  (Holz,  Torf)

20###