16
So eingeschränkt war also der Koͤnig selbst bei Besetzung
dieser ersten und wichtigen Aemter ?). 4
Daher auch selbst wie es schon gewiß war, daß innerhalb
sechs Wochen großer Reichstag seyn werde, so ersetzte
er doch nur ein Paar derselben, und weil der General=Major
Hans pon Schack eine derselben erhielt, so konnte
man leicht glauben, daß es dem König mehr um die Belphunung
und weitere sichere Venutzung des Mannes als um
die Besetzung der Stelle zu thun gewesen sey. «
Noch drei Tage vor der wirklichen Erdffnung des
Reichstages machte der gesammte Reichsrath Vorschläge
wegen Besetzung der noch übrigen vakanten fünf Stellen,
aber der König ließ die Sache ruhen. Es war bald fast
unverkennbar, daß er eigene Gründe haben mußte, diesem
wichtigsten Corps, von dem meist die Leitung des
Reichstages abhing, seine Integrität noch nicht wieder zu geben.
Sah man aber äberdies, wie denn die Reichsräthe,
die noch da waren, eigentlich gebraucht wurden, so schien
*) König Friedrich Ill. hatte zufolge des usten Artikels seiner
Capitulation nicht einmal dieses Wahlrecht, sondern der
Reichsrath selbst wählte einen aus den präsentirten; nur bei
den eben genannten hoben Reichs-Aemtern kurfte der König
aus dreien, vom Reichsrath vorgeschlagenen Candidaten wählen.
Dieser Artikel aber scheint nachher abgeändert worden
zu seon, denn wie 1560 die neue Besetzung der Reichsraths-Stellen
geschehen sollte, ergiengen königliche Schreiben an den
Adel in einzelnen Provinzen, sechs bis acht Edelleute zu nennen.
Da auch an die Stelle des schon ischen Reichsraths
Tage Tot ein neuer Reichsrath gewählt werden muste, und.
doch Schonen nicht mehr dänisch war, so ergieng ein königliches
Schreiben an die zu Coppenbagen sich- aufhaltenden
Reichsräthe und Edelleute, daß sie acht Candidaten nennen
sollten. Der Reichorath präsentirte von denselben die drei
Herren: Jver Krabbe, Hans Skak und Ove Juul. Der Koͤ-nig
wäblte den zweiten.