Full text : Lehr- und Lesebuch oder die Vaterlands- und Weltkunde.

—  478  --erftltch

  bewegt  er  fih  um  Die  Erde,  und  zmar  In  291%,  Tag;  zweitens  brebt
er  fi  in  berfelben  Beit  um  fich  felbft  herum,  oder  um  feine  Achje,mithin  tft
Ein  Tag  auf  ihm  fo  lang,  ald  ein  Mondjahr,  nämlich  291/,  Tag;  dritteng
endlich  bemegt  er  fich  mit  der  Erbe  ve8  Jahres  einmal  um  Die  Sonne  Die
verfchledenen  Kichterjcheinungen,  welche  der  Mond  uns  zeigt,  rühren  von
der  verjihiedenen  Stellung  ber,  bie  der  Mond  während  feines  Laufes  gegen
die  Erde  und  die  Sonne  einnimmt.  Die  der  Sonne  zugewendete  Halbfugel  tft
ftet8  erhellt,  die  ihr  abgemwendete  Dagegen  finfter.  Steht  nun  der  Mond
zwifchen  der  Sonne  und  der  Erde  (doc)  nicht  in  gerader  Xinte,  fondern  etwas
höher  ober  tiefer),  fo  wendet  er  ung  Die  dunkle  Seite  zu  umb  wir  fehen  thn  nicht.
E83  ijt  alödann,  wie  man  fagt,  Neumond  (8).  Nach  wenig  Tagen  vom  Neu:
mond  an  zeigt  er  und  einen  Eleinen  Theil  feiner  beleuchteten  ©elte  in  Form  einer
Sichel.  Täglich  erfcheint  nun  die  beleuchtete  Seite  etwas  größer.  Nach  via
acht  Tagen  vom  Neumond  an  fteht  er  gegen  die  Erde  jo,  Daß  gerade  die  Hälfte
von  der  erleuchteten  Halbkugel  oder  der  wierte  Theil  von  feiner  ganzen  Oberfläche
gegen  und  im  Lichte  Ift,  und  die  Hälfte  von  der  verfinfterten  Seite  im  Schatten.
E83  it  das  erjte  Viertel  (I).  Immer  meiter  rüdt  der  Mond  auf  feiner  Bahn
nah  Diten  hin  um  die  Erbe  und  immer  größer  erfcheint  uns  feine  Kichtfeite,  big
er  nach  abermal  etwad  mehr  ald  fieben  Tagen  der  Sonne  gegenüberfteht,  alfo
daß  die  Erbe  giwifchen  ihm  und  der  Sonne  fchiwebt,  aber  etmas  tiefer  oder  höher.
Alzdann  Eönnen  wir  feine  ganze  erleuchtete  Hälfte  fehen,  und  aus  unferer  Nacht
hinauffchauen  in  den  Tag.  Bald  nach  dem  Vollmond  (8),  wenn  der  Mond  fich
wieder  auf  ber  anbern  Seite  um  die  Erde  herumbiegt,  bemerft  man,  daß  bie
beleuchtete  Seite  linf3  (von  der  Erde  aus  gejehen)  abnimmt  oder  Eleiner  wird.
Smmer  mehr  nähert  fich  der  Mond  wieder  der  Sonne.  Nach  etiwa  fieben  Tagen
fteht  berfelbe  zur  Erde  fo,  daß  er  und  die  Hälfte  feiner  beleuchteten  Gette  ober
1/a  der  ganzen  Oberfläche  zetgt:  Leptes  Viertel  (C).  Der  Mond  hat  5i8  jeßt
3/4  feiner  Bahn  um  die  Erde  durdlaufen.  Noch  Hat  er  daher  1/,  berfeiben
zurüdgulegen.  Während  dies  gejchieht,  wird  nun  der  Theil  der  Mondoberfläce,
der  bisher  Im  Schatten  ftand,  vom  Sonnenlichte  erleuchtet.  Je  mehr  fich  ber
Mond  der  Sonne  nähert,  defto  Eleiner  wird  ter  uns  fichtbare  oder  beleuchtete
Theil  des  Mondes,  bid  biefer  abermald  ziolfchen  ber  Erbe  und  der  Sonne  fteht
und  und  ganz  unfichtbar  wird.  Wir  Haben  wieber  Neumond.  Der  Mond  hat
feinen  Lauf  um  bie  Erbe  vollendet  und  beginnt  denfelben  von  Neuem.  Der  zu:
nehmende  Mond  ftet,  von  ber  Erbe  aus  betrachtet,  Iinf3  von  ber  Sonne;  daher
erfcheint  der  zur  rechten  Hand  des  Beobachter8  befindliche  Theil  des  Mondes  beleuchtet,
  beim  abnehmenten  Mond  findet  ber  entgegengejeßte  Fall  ftatt.

Mond»  und  Sonnenfinfterniffe  ereignen  fich,  wenn  der  Mond  und  bie  Erde
einmal  in  gerader  Linie  zur  Sonne  zu  ftehen  fommen.  Gefchteht  bie8  zur  Belt
de3  Neumondeg,  fo  Fünnen  wir  einen  Theil  ber  Sonne,  da  der  Mond  vor  Diefer
ftebt,  nicht  fehen,  ein  XThetl  der  Erboberfläche  wird  vom  Schatten  des  Mondes
getroffen  oder  verbunfelt,  und  fo  entfteht  eine  Sonnenfinfterniß  oder  richtiger
Grdfinfterniß.  Eine  foldhe  fann  nur  im  Neumond  fich  erelgnen.  Kommt  aber
der  Vollmond  tr  gerader  Richtung  Hinter  Die  Erbe  zu  ftehen  (nicht  höher  und  nicht
tiefer),  fo  fanrı  Die  Sonne  den  Mond  nicht  befiheinen  oder  Doch  nicht  ganz,  weil
dte  Erde  im  Wege  fteht.  Diefe  wirft  aladann  von  der  Nachtfeite  ihren  Schatten
auf  den  Mond,  und  c8  entfteht  eine  Mondfinfterniß.  Die  Berbunfelung,  die
wir  an  dent  VBollmonde  erbliden,  tft  alfo  nicht?  anderes  ald  der  Schatten  von
unferer  Erte.  Eine  Mondfiniternig  Fann  Immer  nur  zur  Zeit  de8  Vollinondes
itattfinden.  Man  unterfcheidet  ganze  ober  totale  und  thetlmeife  oder  par:
tiale  Sonnen:  und  Mondfinfterniffe.  Der  Schatten,  den  die  Erbe  auf  den  Mond
bistweilen  wirft,  ift  gewöhnlich  größer,  al3  derjenige,  der  vom  Mond  auf  die  Erbe
fällt.  Daher  find  totale  Eonnenfinfterniffe  für  irgend  eine  einzeine  Gegend  der
Erde  viel  feltener,  al  totale  Mondfinfterniffe.

Der  Mond  tft  50  mal  Eleiner,  als  unfere  Erde.  Sein  Durchmeffer  beträgt
in  unten  Zahlen  468  und  fein  Umfang  1470  Meilen.  Weil  er  in  feiner  größe
ten  Entfernung  nur  55,000,  in  feiner  mittlern  ungefähr  51,000  und  in  feiner