Contents : Erinnerungen des Kronprinzen Wilhelm.

reichers  Benedek  eine  gewisse  innere  Gemeinsamkeit  zu
haben  scheint.

General  von  Moltke  war  ein  durch  und  durch  vornehm
  denkender  Mann,  ein  kreu  ergebener  Freund  meines
Vakers.  Als  der  Kaiser  auf  dringende  Empfehlung  seiner
nächsten  Beraker  ihn  1906  an  die  erste  Stelle  im  General-=stab
  stellte,  hat  Moltke  selbst  Seine  Majestät  inständig
gebeken,  dies  nichk  zu  kun,  da  er  sich  der  Skellung  nicht
gewachsen  fühle.  Als  aber  der  Kaiser  auf  seinem  Ent—
schluß  beharrke,  hat  er  am  Ende  als  preußischer  Offizier
gehorcht.  Er  hak  dann  mik  unendlichem  Fleiß  gesucht,  die
riesige  Materie  des  Generalstabes  zu  meistern.  Es  lag
in  seinem  Wesen  ekwas  Schüchkernes,  er  schien  sich  bisweilen
  selbst  zu  wenig  zuzutrauen,  und  so  geriek  er  bald
in  eine  pöllige  Abhängigkeit  von  seinen  Mitarbeikern.
Die  große  perfönliche  Liebenswürdigkeit  und  von  Herzen
kommende  menschliche  Freundlichkeit,  die  er  besaß,  erschwerken
  es  ihm,  jene  unbedingte  Aukorikät  zu  erlangen,
die  ein  Generalstabschef  haben  muß.  Es  wurde  mir
während  meiner  Kommandierung  in  den  Generalstab
als  kypisch  bezeichnek,  daß  zu  Zeiken  des  alken  Schlieffen
selbst  die  Oberquarkiermeister  nur  mik  einer  gewissen
Schenu  zum  Vorkrag  bei  diesem  genialen,  rücksichkslosen
und  unerbiktlichen  Chef  erschienen,  während  zum  General
von  Molkke  jeder  gern  und  oft  zum  Vorkrag  ging.

General  von  Molkke  hak  nie  in  einer  gesunden  Haut
gesteckt,  er  war  häufig  leidend.  Zu  Beginn  des  Krieges
hatte  er  zwei  anstrengende  Kuren  in  Karlsbad  hinter  sich.
Er  war  ein  kranker  Mann,  als  er  in  den  Krieg  zog.

Die  Führung  der  einzelnen  Armeen  durch  die  Zenkralstelle
  des  Chefs  des  Generalstabes,  die  ihren  Sitz  viel  zu

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