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Weniger als 10 Sterbe fälle an Lungentzündung auf je 10000 Einwohner hatten 276 von
den 966 Bezirken, d. h. im Ganzen nur etwas mehr als der vierte Theil derselben, dagegen in Bayern
und Baden etwa die Hälfte, in Reuß ä. L. und Lübeck die Hälfte und in Sachsen, Anhalt, Schwarzburg-Sondershausen,
Schaumburg-Lippe sogar mehr als die Hälfte der Bezirke. Mindestens der dritte Theil
der Kreise erfreute sich einer so geringen Sterbeziffer an Lungenentzündung noch in Ostpreußen, Westpreußen,
Pommern, Posen, Hessen und Elsaß-Lothringen, während es in den drei westlichen Provinzen
Preußens nur vereinzelt Kreise mit einer so niedrigen Sterbeziffer (von weniger als 1%00) gab.
Die höchsten Zahlen der betreffenden Sterbefälle, 30 und mehr auf je 10000 Einwohner,
sind aus je einem Kreise Schlesiens (Zabrze), Hessen-Nassaus (Gersfeld), der Rheinprovinz (Ruhrort), aus
einem Bezirksamte Mittelfrankens (Weißenburg) und aus sechs Kreisen Westfalens (Dortmund Stadt,
Gelsenkirchen Stadt, Dortmund Land, Recklinghausen, Ahaus, Bochum Stadt) gemeldet; 20 und mehr
Sterbefälle auf je 10000 Einwohner sind im Ganzen in 117 Bezirken beobachtet, namentlich in relativ
vielen Bezirken Westfalens (in 24 von 44), Hessen-Nassaus (15: 42), der Rheinprovinz (23:75), Braunschweigs
(3:7), Waldecks (1: 4), Hannovers (13: 78), Württembergs (9: 64), Schwabens (4: 30) und der
fränkischen Regierungsbezirke Bayerns (11: 78).
Ein Vergleich mit der entsprechenden Karte aus dem Jahre 1893 (Tafel III zu Band III der
med.-stat. Mitheilungen) lehrt, daß jetzt wie damals:
1) im Osten die Bezirke mit einer den Durchschnitt nicht erreichenden Sterbeziffer überwiegen,
2) im Westen und Südwesten die Bezirke mit einer den Durchschnitt übersteigenden Sterbeziffer überwiegen.
III. Die Tafel VII soll veranschaulichen, wie häufig während der fünf Berichtsjahre 1892 bis 1896
in jedem der 9631) Verwaltungsbezirke Todesfälle auf Neubildungen, wie Krebs, Sarkom und dergl.
zurückgeführt worden sind, doch konnten für Braunschweig nur die Ausweise von drei Jahren (1894—1896),
für Sachsen-Meiningen und Schaumburg-Lippe die Ausweise aus zwei Jahren (1895 und 1896), für
Anhalt, Schwarzburg-Sondershausen, Waldeck, Reuß ä. L., Lübeck nur der Ausweis aus einem Jahre
(1896) benutzt werden. Im Ganzen kamen während des Jahrfünfts etwa 30 Todesfälle in Folge von
Neubildungen auf je 1000 Todesfälle aus allen Altersklassen und zwar im ersten Berichtsjahre nur etwa
26, im letzten Berichtsjahre fast 34 auf je 1000 Sterbefälle, deren Ursache eingetragen war, was entweder
auf eine beträchtliche Zunahme dieser Leiden oder auf eine zunehmende Berücksichtigung derselben bei Eintragung
der Todesursachen schließen läßt. Auf je 100000 Lebende aller Altersklassen sind im ersten
Berichtsjahre etwa 60, im letzten Berichtsjahre reichlich 68 Personen in Folge von Neubildungen gestorben.
Im Durchschnitt der fünf Berichtsjahre sind die meisten Todesfälle aus dieser Ursache — 24 auf
10000 Lebende — in dem bayerischen Städtchen Donauwörth vorgekommen, demnächst in der Universitätsstadt
Erlangen (23: 10 000 Einwohner); auch andere Universitätsstädte z. B. Göttingen, Bonn, München,
Halle, Kiel, Würzburg, Straßburg, Breslau, Königsberg zeichnen sich durch eine hohe Zahl (mehr als
10: 10000 Einwohnern) solcher Sterbefälle aus.
Mehr als 15 Sterbefälle aus dieser Ursache auf je 10000 Einwohner hatten jährlich 13 Bezirke,
darunter 10 in Bayern, 2 in Baden (Engen und Waldshut), 1 in Preußen (Stadt Göttingen), 10 bis 15
Sterbefälle auf je 10 000 Bewohner hatten 148 Bezirke, darunter in ganz Preußen nur 16 Kreise (die
Stadtkreise Königsberg, Danzig, Stettin, Stralsund, Posen, Breslau, Halberstadt, Halle, Nordhausen,
Altona, Flensburg, Kiel, Hanau, Bonn, Koblenz und der Landkreis Greifswald), in Bayern 74 Bezirksämter
bezw. unmittelbare Städte, in Baden 20 Bezirksämter, in Württemberg 13 Oberämter, im Königreich
Sachsen 11 Amtshauptma unschaften, in Hessen 5 und in Elsaß-Lothringen 3 Kreise, ferner die beiden
Gebiete des Staates Lübeck, sonst noch je 1 Bezirk in Braunschweig (Stadt Braunschweig), Anhalt,
Schwarzburg-Sondershausen und Hamburg (Stadt Hamburg). In allen anderen 802 auf der Karte farbig
bezeichneten Verwaltungsbezirken ist jährlich nicht einmal ein Todesfall in Folge von Neubildungen auf
je 1000 Einwohner vorgekommen, und selbst in dem an Heilanstalten reichen Berlin, dessen Einwohnerzahl
am 1. Dezember 1890 schon 1578794 betrug, wurden während der fünf Berichtsjahre nur 7541
Todesfälle — jährlich im Mittel 1508 — auf Neubildungen zurückgeführt.
IV. Die vierte Karte (Tafel VIII) zeigt, wo die Gefahr vor Ablauf des 60. Lebensjahres
zu sterben für erwachsene Personen, d. h. nach zurückgelegtem 15. Lebensjahre, einerseits am größten,
andererseits am geringsten gewesen ist, und zwar sind der Darstellung in der Regel die Ergebnisse von
zwei Berichtsjahren, 1895 und 1896, zu Grunde gelegt, ausnahmsweise konnten nur die Ausweise des
einen Jahres 1896 benutzt werden für Mecklenburg- Schwerin, Anhalt, Schwarzburg-Sondershausen,
1) Obige 966 Verwaltungsbezirke, ausschl. der 8 neuerdings erst gebildeten Stadtkreise Tilsit, Gelsenkirchen,
Solingen.