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sollte nicht ausgekauft werden; durch strenge Beaufsichtigung der
Amtsleute und Gutsherren milderte Friedrich dessen gedrückte Lage.
Dem Bürger nützte er durch Einführung vieler neuen Erwerbszweige,
besonders in Schlesien, dessen Industrie durch seine bis
ins Einzelnste gehende Fürsorge außerordentlich gefördert wurde.
Ebenso rasch brachte er den Oderhandel und Stettins Verkehr in
die Höhe, zum Teil durch seine höchst nützlichen Kanalbanten.
Das größte Verdienst jedoch erwarb er sich — mit Hilfe des
Ministers Cocceji — um die Justiz; er trennte sie von der
Verwaltung, vertraute sie wissenschaftlich Befähigten an, gab
eine zeitgemäße, neue Gerichtsordnung (codex Fridericianus
1747), führte das Institut der Auskultatoren und Referendarien
ein, erneuerte und hob den ganzen preußischen Juristenstand.
In den Gang der Gerichte griff er nur ein, um die alten grausamen
Strafen zu mildern, und stets zu gunsten der Armen und
Gedrückten. Über Personen und Eigentum hatten seit dieser
Reform nur noch die Gesetze Gewalt; so machte Friedrich der
Große den Militärstaat Preußen auch zu einem Rechtsstaat.
Indem er dem Volke auf dem Gebiet der Sitte, des Denkens,
Redens und Glaubens Freiheit gab, kam das unter Friedrich
Wilhelm I. erstarrte geistige Leben in Fluß. Auch der Bürgerstand
fing an, in Wissenschaft und Kunst aufzustreben; damals
wurde für ihn die erste Realschule gegründet (1747 von
I. Hecker in Berlin). Friedrich selbst, französisch gebildet und
von den geschmacklosen Erzeugnissen der damaligen deutschen Literatur
abgestoßen, zog immer die feine französische Bildung vor.
Das Gute, was Deutsche auf anderen Gebieten als dem Schrifttum
leisteten, wußte er zu schätzen; die deutsche Musik (S. Bach,
Graun, Händel, Quantz, Benday) liebte er vor allem.
Der Siebenjährige Krieg (1756—1763).
Ursachen des Krieges. Friedrichs Einfall in Sachsen.
§ 56. Maria Theresia konnte den Schmerz um den Verlust
Schlesiens nicht verwinden, und auch die anderen Mächte
sahen Preußens Größe ungern. Zwei deutsche Großmächte an
ihren Grenzen zu haben war den Russen sowie den Franzosen
unbequem; die Schweden fürchteten für Vorpommern, die deutschen
Fürsten für ihre Kleinstaaten. Alle beleidigte Friedrichs
persönliche Uberlegenheit und der Spott, den er über die Schwä-