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von Personen, — klagend: klagbar, ymerdar klagende,
querulus, unversünt, impacatus Maaler; klagbar
oder argwönig in einer sach sein sustinere eausam
ebd.; von Personen und Dingen, — zu klagen, zu beklagen:
wart der vil klagebære erslagen Trist. 1675;
diu klagebæren mære 1713; ein klagbares elend, lamenkanda
miseria Steinbach; als Gerichtswort, in welcher
Bed. es einzig geblieben ist: klagbar werden, klagbar
vorbringen Haltaus; eine klagbare that, acciusaile
facinus. klagbare schrift, seripfum aecusabile Steinbach;
jetzt noch in bürgerlichen Streitigkeiten: klagbar
werden wegen einer forderung; die sache ist noch nicht
klagbar; eine klagbare schuld.
Klage, k. laute Außerung des Schmerzes oder der
Trauer; nur hochd., ins Niederdeutsche hinüber reichendes
Wort, ahd. chlaga, klaga. mhd. mud. klage. unbekannter
Herkunft; in allgemeinem und schärfstem Sinne,
als Jammerlaute, wehklage: planets elage Dief.;
zu der zeit wird grosze klage sein zu Jerusalem
Sacharja 12, 11; du hast mir meine klage verwandelt in
einen reigen Pf. 30, 12; erhuben sie klag’ und rauften
ihr haupthaar Voß Oddssf. 10, 567; die klage, sie
wecket die todten nicht auf Schiller Picc. 3, 8; laute
klagen anstimmen, erschallen lassen; dichterisch von
Tieren: der Dachtigall verliebte klage U; 1, 67; in alter
Spr. auch die Totenklage, in bestimmter Form, beschrieben
z. B. in Dietrichs Flucht 9904—10011; da
hielten sie ein seer grosze und bittere klage, und er
trug uber seinem vater leide sieben tage 1. Mos. 50, 10;
Klage — Klageschrist.
David klagt diese klage uber Sanl 2. Sam. 1, 17; ferner
die Trauer und die dabei getragene Kleidung (klagkleid.
traurkleic Maaler): wen ain kaiser mit tod
vergieng, so war in der ganzen stat Rom ain gemainer
feirtag. gieng mäniglich in der clag Aventin 1, 867;
— gemildert zum bloßen Ausdruck der Beschwerde oder
auch Unzufriedenheit: des heten
klage, daz si niht wider riten solden in ir lant Nib.
700; vergebet euch unternander, so jemand klage hat
vider d n andern Col. 3, 13; klagen, nichts als klagen!
Lessing Gal. 1, 1; klage über jemand. etwas fuhren;
man hört allgemeine klage über diese einrichtung: die
klagen über miszwachs und teure zeit, u. s. w.; auch
Gegenstand solcher Beschwerde: liegen. triegen ist min
klage Freidank 167, 5; die neue kirchenverfassung.
die grosze klage der nation Schiller 7, 127; eines
klagen abhelfen; — eingeengt zu einem Rechtswort,
Beschwerde vor der Obrigkeit oder dem Gericht; in
älterer Spr. von jeder Art: elage unde antwort unde
orteil Magdeb. Frag. 1, 4,7; was bringet jr fur
klage wider diesen menschen? Joh. 18, 29; brachten
auf viel und schwere klage wider Paulum Ap. Gesch.
25, 7; auch in neuerer Spr. noch von der Strafklage:
Iisegrim aber, der wolf, begann die klage Goethe
Rein. F. 1, die aber jetzt gewöhnlich nur anklage (s. d.)
heißt, während klage in bürgerlichen Streitigkeiten gilt:
eine klage abfassen, einreichen, anhängig machen, beantworten,
entscheiden; mit einem in klage liegen,
u. s. w.; du wirst mit der klage nicht fortkommen
Adelung. — Zusammensetzungen: Klagegedicht, n.
Verdeutschung von Elegie Adelung. — Klagelaut, m.
Laut der Webklage: klag- und wonnelaut bräutigams
und braut Goetbe Braut v. Corinth 19; der liede
klagelaut Lenau 99. — Klagelied, n. Lied der Klage,
Traurigkeit, Beschwerde, mhd. klageliet; klaglied, ein
kläglich lied das einen ze weinen macht, carmen laenrimosum
Maaler: die klaglieder Jeremia; schäfers klagelied
von Goethe; frei: er stimmte uber seine umstüände
grosze klagelieder an. beklagte sich lebbaft. —
Klagepunkt, m. Punkt der Klage oder Beschwerde. —
Klageruf, m. klagender Ruf. — Klage-, Klagsache, f.
gerichtlich anhängige Sache. — Klageschrift, f. Schrift
die eine Klage, besonders eine gerichtliche Klage ent-M.
Heyne, Teulsches Wörlerbuch, II.
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hält. — Klageton, m. Ton wie er bei einer Klage
gehört wird.
Klagen, Klage laut werden lassen oder vorbringen,
ahd. chlagön. klagon. mhd. mnd. klagen, nach den verschiedenen
Bed. des Subst.; seinen Schmerz laut kund
geben, wehklagen: daz kint daz da ist geslagen. daz
muoz wol weinen unde clagen Iwein 724; klagen und
heulen Pf. 55, 18; ich mus auf den bergen weinen und
heulen, und bei den hürten in der wüsten klagen Jer.
9, 10; über. um einen oder etwas klagen: daruber mus
ich klagen und heulen Micha 1, 8; trans., einen, etwas
klagen, = beklagen: jn (den Hiob) zu klagen und zu
trösten Hiob 2, 11; wer aber seinem kinde zu weich
ist. der klaget seine striemen Sir. 30, 7; alle seelen
klagen theilnehmend deines ruhmes fall Schiller
unüberwindl. Flotte; in gehobener Spr. auch der wind
klagt um das alte gemäuer. die nachtigall singt klagend;
bei Jägern klagt das Wild, wenn es ängstlich schreit;
von der Totenklage: si klageten barte sère des kindelines
töt Gudrun 60, 2; die kinder Israel beweineten
Mose . dreiszig tage, und wurden volendet die tage
des weinens und klagens uber Mose 5. Mos. 34, 8; anstatt
der letzteren Fügung auch bloßer Dat.: darumb
jhr gsellen, helft jim klagen, und zu dem kirchhof
tragen Garg. 88; in neuerer Spr. in freierem Sinne,
von der Wehklage um Verstorbene: klag ihn nicht! er
ist in Walhalla Klopstock 9, 235; hülflos klaget ein
greis kinder und enkel umsonst Goethe Euphrospne
§84; milder auch nur = trauern, betrauern: die march
Brandenburg clagt noch ire kinder. hat solchen groszen
schaden noch nit überwunden Aventin 2, 471; in
Trauerkleidung gehen, oberdeutsch Schmeller; — Beschwerde,
Leid, Unzufriedenbeit äußern: in neuerer Spr.
recht ausgebildet, es heißt einem etwas, über, um etwas
Klageton — Klager.
klagen, klagen dasz etwas fehle, seine not klagen,
. . die snellen riter
einem die ohren voll klagen u. s. w.; das volk welches
klaget das weder glaube noch trewe vere 1. Macc.
7, 18; gott und menschen klagen, er klagte mir seiner
eltern tod, bei einem über seines nachbars boszheit
klagen, was klagest du? Steinbach; ein armer schifker
stack in schulden. und klagte dem Pbilet sein leid
Gellert Fab. 1, 46; — als Rechtswort (vgl. auch an-,
verklagen): wider, gegen jemand, auf schadenersatz
klagen; liesz dem Onsorgen furpieten und clagt durch
sein vorsprechen (Sachwalter) zu dem Onsorgen umb
dieselben 400 fl. D. Städtechr. 5, 47; über einen bei
gerichte klagen Steinbach; er will klagen Adelung:
mundartlich auch einen klagen, verklagen, z. B.
bairisch Schmeller:; — refl., sich klagen, = sich beflagen:
der sol 26 ziten sich nit klagen, ob man im
arbeit dät versagen Brant Narrensch. 59, 17; also hat
der prophet auch gesagt, es sollen sich selb uber jn
klagen alle geschlecht der erden, spricht nicht, sie
sollen ju klagen, sondern sich selb uber jn klagen
Luther 1, 170b; später nur noch in Bezug auf Unwoblsein:
so bald sich eines im hause klaget. so verbiete
ich ihm das essen Gellert Loos in d. Lott. 2,2;
jetzt noch mundartlich in Mitteldeutschland; anders,
mit Angabe der Wirkung sich heiser. krank klagen. —
Klager, Kläger, m. der da klagt, abd. clagare. clager,
mbd. klager, kleger; im allgemeinen Sinne: lamenkakor,
klager Dief.; umlautlos noch bei Klopstock
Mess. 15, 901; umgelautet: dic kleger gehen umb her
auf der gassen Pred. Sal. 12, 5; eingeengt, wie jetzt
immer, auf das gerichtliche Klagen, in alter Spr. ebenfalls
umlautlos: solt solcher clager die straf. leiden,
darein er den unschuldigen anclagten christen het
wellen bringen Aventin 1, 593; und umgelautet:
querulus clager, eleger Die f., später in letzterer Form
allein: nie erfuhr der delinquent seinen kläger Schiller
7, 74; jetzt eingeschränkt auf bürgerlichen Streit (beim
Strafverfahren ankläger, f. d.): kläger und beklagter;
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