268 Neuere oberstrichtktliche Erkenntnisse.
(Daß Adv. J. in diese Kosten verurtheilt worden
war, wurde jedoch vom OGH. deßhalb gebilligt,
weil I., nachdem er von der gesetzwidrigen Verrichtung
seines Auftrages Kenntniß erhalten, es unterlassen
hatte, jene Verrichtung auf eine Weise rückgängig
zu machen, welche bei allen Betheiligten die
Ueberzeugung begründen mußte, daß, was E. gehandelt,
ohne des J. Willen geschehen sei.) Urth. v.
15. Mai HVMNr. 30117. «
Art. 1324 Abs. 2 mit 42 u. 43. Ein Appell.-Ger.
hatte erachtet, es „könnten als Ablehnungs-Gründe
nur solche Gründe gelten, welche objektiv
und unabhängig von der Auffassung einer
Partei diese Wirkung hätten“ und in Anwendung
dieses Grundsatzes gelangte es zu der thatsächlichen
Annahme, daß den konkreten Falles geltend gemachten
Ablehnungsgründen jene Wirkung nicht zukomme.
Hiedurch sollte der Art. 1324 bezhw. 42 d. Prog-O.
verletzt sein, weil dieser Art. „nach freiem Ermessen“
die Frage geprüft wissen wolle, ob in einem gegebenen
Falle Thatsachen vorlägen, welche geeignet seien,
sei es überhaupt und an sich, oder doch bei der
Partei, Mißtrauen gegen die Unparteilichkeit des
Richters zu begründen. In den Gründen zu dem
dißs Nichtigkeitsbeschwerde verwerfenden Urtheile
eißt eß:
Der Gesetzg.-Aussch. der K. d. A. — Verh.
1863/65 Beil. Bd. II Abth. 2 S. 204 u. Beil.
Bd. III Abth. 1 S. 74 u. 78 — habe es für unthunlich
erachtet, einzelne bestimmte Fälle, in welchen
ein Richter wegen Besorgniß der Befangenheit
von den Parteien sollte abgelehnt werden können, im
Gesetze selbst zu spezisiziren, und es sei vorgezogen
worden, es dem Ermessen des zur Entscheidung
de5 Ablehnungs-Gesuches berufenen Gerichtes anheimzugeben,
ob konkreten Falles ein gegründe-