Oberamt Brackenheim. 105
Lettenkohlensandstein betrieben werden, so gehört das geschichtete Gebirge des Bezirks
ausschließlich dem Keuper an. Der Lehm des Zabergäus liegt größtentheils auf den
Gypemergeln des Keupers. Die massenhaften Geschiebe am Thalrand des Neckars
von Bönnigheim bis Klingenberg treten, wie es scheint, im Zabergäu nicht mehr auf;
die Zaber und die zahlreichen Nebenflüsse derselben stammen daher alle aus dem
Kenper. Die „Brunnen“ treffen wir erst außen im Gebiet der Kiese (Saubrunnen,
Erlenbrunnen bei Bönnigheim 2c.) Was im n. Theil des Bezirkes bei Massenbach,
Massenbachhausen und Schwaigern liegt, ist Löß und hat meist Geschiebe zur Unterlage,
wie man sich in den tiefeingeschnittenen Hohlwegen und den Thälern überzeugen kann,
die, wie im Zabergäu, auf den 5. Thalseiten meist anstehendes Gebirge zeigen, während
auf der w. Seite Löß und Lehm bis in das Thal herabreichen. Aus den Geschieben
kommen zahlreiche Quellen mit vorzüglichem Trinkwasser, das aber in Berührung mit
Gypemergelnu#schlecht wird (Teufelsbrunnen bei Massenbachhausen).
Die Keuperformation mit ihrem regelmäßigen Wechsel von 3 Mergel= mit 3
Sandsteinbildungen erhebt sich 260 m mächtig, horizonral gelagert, in scharf hervormetenden,
von den Sandsteinen gebildeten Terrassen über die Ebene.
Die Gipemergel (100 mw) enthalten Gips bei Brackenheim (Galgenberg und
Burg), Neipperg (Hörnle), Dürrenzimmern (12 m), bei Stetten, Nordhausen u. s. w.
Der Schilfsandstein bildet das Plateau Leonbronn-Ochsenberg-Riesenhof, des
Heuchelbergs mit dem Wartthurm, Mönchs= und Heidelberg, Burg Neipperg, Schloß
Stockoberg, Spitzenberg bei Zaberfeld und die 5. Vorterrasse des Strombergs:
Katharinenplaisir und Schloß Magenheim. Bis zu 12 m mächtig, keilt er sich bei
Erlenbach und Ochsenbach aus und ist dort nur durch Sandmergel vertreten. Die
mittleren Mergel sind am Stromberg besonders mächtig (60 m) entwickelt, weniger
der zwischen bunten Mergeln gelegene Kieselsandstein (Einsattlung westlich vom Michelsberg)
mit den Afterkrystallen nach Steinsalz.
Der weiße Sandstein ist in technischer Beziehung das wichtigste Glied. Unten
Bausandstein (Ochsenbach, Hohenhaslach), der nach oben Platten liefert, mit Fischen
(semionotus Bergeri); darüber meergrüne, rothe u. a. sandige Mergel, Konglommerate,
Steinmergelbänke (Cyclas keuperina, Anodonta dubis, Gasteropoden
euberhalb Ochsenbach, Erlenbach und dem Hohlweg über der Ruine Blankenhorn).
Das Plateau dildet grober weicher Stubensandstein (Fegsand) mit lichtblauen Letten
(Hafnererde). Von dem Plateau abgetrennte, isolirte Höhen sind: der Michelsberg
und Ruine Blankenhorn. Zwei tiefer liegende Höhen südlich von Eibensbach werden
von abgerutschten Sandsteinbänken gebildet. Ueber das Plateau des Strombergs und
des s. angrenzenden Höhenzugs zwischen Kirbach und Metter erheben sich die rothen
Kaollenmergel mit dem Bonebed Sandstein (60 m) im Schlierberg (454,5) Steinehan
(472,6) und Baiselsberg (468, 4). Der Sandstein enthält Muscheln, das Bonebed
oben fehlt. — Gesamtfläche 223,85 qkm, hievon: Muschelkalk O41 = 0,18%, Lettenkohle
3,02 = 1,35% ,, Keuper 129,84 = 58,00 % , Diluvium 76,95 = 34,38%,
Auvium 13,63 = 6,09%⅝%. (Bl. Besigheim v. Paulus und Bach 1865. Jsh. XIV.
22, XVII. 198, XII. 57.)
Flora. Viele Unterlandepflanzen (I. 471) mit einigen Pflanzen des Rheinthals,
aber auch Gewächse des Hügellands und der untern Bergregion. In den Berggegenden
Kenperflora; auch mehrere seltenere Sandpflanzen. Der Wald bestand wohl früher
vorherrschend aus den beiden Eichen (übrigens Rothbuchen nicht selten); nun aber sind
euch viele Nadelholzpflanzungen vorhanden. Vgl. Karrer in der O. A. Beschr. S. 41 ff.
und Jeh. XXXI. 866, XXXVIII. 263 ff.