Elftes Rapitel.
Deutsche Angriffe 1918.
Der deutsche Angriffsentschluß.
De Stille an der Westfront dauerte fast fünf Monate an. Sie er—
erklärt sich nur zum Teil aus der Prmattung der Gegner, hauptsächlich
aus der Änderung, die die Gesamtlage in den letzten Monaten
des Jahres erfahren hatte. Der Sieg in Italien, die am J. Dezember
mit dem revolutionären Rußland eingeleiteten Waffenstillstandsverhandlungen
machten bedeutende Reserven für den Westen frei. Zum ersten
Male seit 1914 konnten dort wohl gleichstarke deutsche Kräfte versammelt
werden. Ein Rollenwechsel zwischen Angreifer und Verteidiger war ge—
geben. Die O. S. L. entschloß sich zum Angriff. Trotz äußerlicher Ruhe
begann eine zeit angespanntester Dorbereitungen.
Der deutsche GCperationsplan, der zu der großen Angriffsschlacht im
März 1918 führte, ist allmählich herangerelft. Mein Zerresgruppenkommando
war an den Lrwägungen und Dorbereitungen rege beteiligt.
War der Rrieg nicht anders als durch eine Waffenentscheidung zu
beenden, konnte der Staatsmann keine Wege für eine aussichtsvolle Anbahnumg
diplomatischer Derhandlungen weisen, so blieb nur der Ubergang
zum Angriff. Damit einen Dibtatfrieden zu erzwingen, war freilich
nicht zu erwarten. Wohl aber berechtigten große militärtsche Vrfolge zu
der ZSoffnung, die Dölker der Derbandsmächte friedenswillig zu machen,
ihre Regierungen an den Verhandlungstisch zu bringen. Den Angriff
forderte auch gebieterisch der Zustand der Truppen nach mehr ale drei
Briegejahren. #Ein neues Jahr der Abwehrschlachten konnte ihnen nicht
ohne ernste Bedenken zugemutet werden. Lo# von dem bleiernen Druck
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