Metadata : Blätter für Rechtsanwendung. I. Band. (1)

228  Von  der  Berufungsfrist.

centen  steht,  begründet  an  und  für  sich  die  Erceptionsmäßigkeit
  nicht.  —  Rur  diejenigen,  quibus
imperari  potest,  sind  den  erceptionsmäßigen  beizuzählen
  ),  und  wenn  auch  das  „testimonium
domesticum“  der  Regel  nach  für  verdächtig  gilt,
so  kann  dies  doch  nur  auf  eigentliche  Dienstboten,
nicht  aber  auf  bloße  Taglöhner  Anwendung  finden.
  —  Jedoch  ist

4)  in  Fällen  dieser  Art  besonderes  Augenmerk
  auf  die  materielle  Beschaffenheit  der  Aussagen
  zu  richten.  —  Als  Kennzeichen  der  Gewis
senhaftigkeit  kann  gelten,  wenn  der  Zeuge  über
specielle  Thatumstände,  die  nicht  in  der  Frage
liegen,  genaue  Angaben  macht,  und  die  Artikel
nicht  unbedingt  bejahet,  sondern  etwa  einen  oder
den  andern,  ängstlich  unterscheidend,  tbeilweise  verneint:
  si  non  unum  eundemque  meditatum  sermonem
  attulerint,  sed  ad  ea,  quae  interroga:
veras,  eK  tempore  verisimilia  responderint).“

XXIXII.
Zur  Lehre  von  der  Gernkungskrist  ½0.

G.  O.  XV.  Wenn  in  erster  Instanz  dem  Kläger

§.6.  der  Beweis  des  Klagegrundes,  dem  Beklagten
  der  Beweis  einer  Einrede  aufgelegt  war,
und  nun  in  zweiter  Instanz,  in  Folge  der  Berufung
  des  Klägers  in  Ansehung  des  seinem  Gegner
  freigelassenen  Einrede-Beweises,  auf  Verwer-2)

  Den  „non  idoneis.“  Vgl.  fr.  6,  de  testibus  (22,  5).
2)  Fr.  3.  S,  1.  eod.
1)  Aus  einem  O.  A.  G.  E.  von  1826  (H.  80  5  7  41/212).