Metadata : Bavaria. Landes und Volkskunde des Königreiches Bayern.

514  Oberpfalz  u.  Regensburg.

1634,  3.  Nov.  das  Licht  der  Welt.  (Vergl.  Humboldt,  Kosmos  II.  Bd.
Abschn.  VII.  S.  380  u.  Zedler,  Univers.-Lexic.  Bd.  40,  S.  1417.)

Stadt  und  Herrschaft  Heideck,  durch  Herzog  Ludwig  1473  von  Konrad
von  Heideck  erkauft,  ward  Sitz  eines  später  mit  Hiltpeoltstein  vereinten  Pflegamtes
  !).  Es  kam  gleich  diesem  zum  Herzogthum  Neuburg  und  war  in  der
oben  erwähnten  Verpfändung  an  die  Start  Nürnberg  mit  einbegriffen.  Die
Herren  von  Heideck  gehörten  ebenfalls  dem  Dynasten-Stande  an  und  waren
mit  den  Nürnberger  Burggrafen,  mit  Leuchtenberg,  Teck  und  anderen  hohen
Häusern  in  ehelicher  Verbindung.  Johann  Herr  zu  Heideck  starb  1429  als
Bischof  von  Eichstädt  nach  14  jähriger  sehr  löblicher  Regierung.  Sie  wurden
durch  Karl  IV.  als  „vnuermante  Freye“  vom  Landgerichte  zu  Nürnberg  eximirt
  (1350)  und  erhielten  (13.419)  den  großen  und  kleinen  Wildbann  auf  dem
Weißenburger  Forste.  Tollenstein,  die  Städte  Monheim,  Neustadt  a.  d.  Waldnab
  u.  a.  waren  vorübergehend  in  ihrem  Besitze.  Die  Geschichte  vom  Vogel
Greif  wollen  wir  übergehen,  weil  wir  vermuthen,  sie  sei  unseren  Heideker
Landsleuten  schon  bekannt.

Den  Markt  Allersberg,  sonst  ebenfalls  Amtssitz),  besaßen  die  Herren
von  Wolfstein,  welche  (1323,  12.  Dez.)  von  K.  Ludwig  das  Recht  erhielten,
das  Dorf  Allersperg  mit  Graben  und  Mauern  zu  befestigen;  zugleich  ertheilte
  er  diesem  Dorfe  alle  die  Rechte,  welche  „die  Stadt  zu  dem  Neuenmarkte
  hat“.  In  König  Sigmunds  Bestätigung  der  von  seinen  Vorfahren
hergebrachten  Rechte  und  Freiheiten  (1425,  21.  März)  erhielt  Jakob  von
Wolfstein  insbesondere  das  Recht,  Veste  und  Markt  Allersperg  mit  Graben
und  Mauern  zu  befestigen,  sammt  dem  Halsgericht,  Jahr=  und  Wochenmärkten,
  Geleit  und  Wildbann.  Georg  von  Wolfstein  verpfändete  diesen  Markt
dem  Herzoge  Ludwig  von  Landshut  um  2200  Pfd.  Pfenninge  mit  Verschreibung

1)  Das  von  Hornbergische  Patrimonialgericht  Zell  gebörte  früber  den  Jahrsdörfern,
daun  Visconti  (1655),  Umgelter  (1658),  Silbermann  (1680,  durch  Kauf  um
3000  fl.)  u.  s.  w.;  auf  dem  Haus  „zum  Kreutt  an  der  Statt  zue  Havdegkb“
ward  (1590)  dem  Heiurich  Julius  Grätz  Landsassenfreibeit  verliehen;  auf  ihn  folgten
  im  Besitze  hievon  die  Unterholzer  (1596),  v.  Halleck  (1604),  davon  heimgefallen,
  dann  (1662)  Dr  Dickel,  (1681)  Graf  Hamilten,  (1727)  v.  Wolfskeel,
(1746)  v.  Riedel,  (1753)  v.  Zebmen.  Den  Deutsch-Herren-Hof  zu  Walting
erkauften  die  Haller  (Nürnberger  Bürger)  von  denen  von  Heideck  und  gaben
ihn  (1313)  diesem  Orden  zu  einem  Selgeräth.  Sandsee,  den  Sitz  des  gleichnamigen
  bischöflich  Eichstädtischen  Amtes,  erwarb  Bischof  Konrad  (1302)  von
Graf  Gebhard  von  Hirschberg  um  2400  Pfd.  Häller  mit  Einwilligung  der
niederbayerischen  Herzege  (1302,  31.  Juliy,  denen  der  Graf  dies  Schloß
vermacht  hatte.  Der  berühmte  Arzt  Philipp  Menzel  (1  1613  zu  Zngolstadt)
  ist  (1543)  zu  Sandsee  geboren.  Er  ragte  auch  in  Poesic,  Musik
und  Malerei  hervor  und  war  der  erste  Ingelstädter  „Pocta  laurentus“  (1571).

*!)  1  [Meile,  2184  Einw.;  auch  Hauptmauthamt.