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der Epirote, Georg Castrisota, von den Tuͤrken selbst Scanderbeg
genannt, gerade ein paar Helden der Art, wie man
sie im Kampfe gegen die Türken zu wünschen hatte. Nicht
nach alter Ritterweise gepanzert und abgerichtet, nicht kunstvoll
in dem geuͤbt, was damals die Europaͤer Kriegskunst
naunten, sondern unerschrocken und tapfer und bewehrt, wie
die Tuͤrken selbst.
Nur ein großer Vortheil blieb noch den Osmanen. Sie
waren eine Macht, vom Willen eines Herrn belebt und
bewegt: ihr Feind aber eine Coalition von Mächten und Färsten,
die selbst in Zeiten hoher Noth nur mühsam zusammenhielt,
und deren Kraft nach so vielen verschiedenen Richtungen
sich bewegen und wirken wollte, als viele der Häupter
des Bundes waren.
Marini Barletii L. XIII. de vita, moribus ac rebus gestis Ge.
Castriottae praccipue adversus Turcas. Argentor. 1537. fol.
Die Hauptquelle aller übrigen Nachrichten von diesem Helden.
Schade, daß es so ist!
22. Schrdckliche Niederlage der coalisirten Mächte bei
1444 Varna, und vier Jahre nachher eine fast gleichgroße Nie-1448
derlage bei Kossova.
Nichts hemmte nach solchen Siegen den Fortgang der
Osmanischen Waffen, als Murads eigene Hopochondrie. Bei
so peinvollen, tiefen Gefühlen der Eitelkeit aller Dinge, als
dieser große Kriegsheld hatte, kann man wohl, wenn die
Noth zwingt, einzelne große Thaten, aber nie Plane ausfüh“
#6 ren. Zweimal legte er die Regierung nieder. Das erstemal
nahm er sie wieder, um die coalisirten Mächte bei Varna zu
schlagen, und das zweitemal um einen böchst gefährlichen Janitscharen-Aufruhr
zu dämpfen.