Volltext : Reichs-Gesetzblatt. 1894. (28)

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§.  12  Absatz  2  oder  §.  13  bezeichneten  Vermerk  versieht,  oder  im  Falle  der
Tarifnummer  4  a  behufs  Erlangung  einer  Steuerermäßigung  unrichtige  Nachweise
vorlegt,  hat  eine  Geldstrafe  verwirkt,  welche  dem  fünfzigfachen  Betrage  der  hinterzogenen
  Abgabe  oder  der  beanspruchten  Steuerermäßigung  gleichkommt,  mindestens
aber  zwanzig  Mark  beträgt.

      Kann  der  Betrag  der  hinterzogenen  Abgabe  nicht  festgestellt  werden,  so
tritt  statt  der  vorstehend  bestimmten  Strafe  eine  Geldstrafe  von  zwanzig  bis
fünftausend  Mark  ein.

                                 § 20.

Wer,  nachdem  er  auf  Grund  des  §.  19  bestraft  worden,  von  Neuem  den
dortselbst  bezeichneten  Vorschriften  zuwiderhandelt,  hat  neben  der  im  §.  19  vorgesehenen
  Strafe  eine  Geldstrafe  von  einhundertfünfzig  bis  fünftausend  Mark
verwirkt.

      Diese  Rückfallsstrafe  tritt  ein  ohne  Rücksicht  darauf,  ob  die  frühere  Bestrafung
  in  demselben  oder  in  einem  anderen  Bundesstaate  erfolgt  ist.  Sie  ist
verwirkt,  auch  wenn  die  frühere  Strafe  nur  theilweise  entrichtet  oder  ganz  oder
theilweise  erlassen  ist.

         Dieselbe  ist  ausgeschlossen,  wenn  seit  der  Entrichtung  oder  dem  Erlaß  der
letzten  Strafe  bis  zur  Begehung  der  neuen  Zuwiderhandlung  fünf  Jahre  verflossen

  sind.
                                    §.  21.

       Wer  gegen  die  Vorschriften  im  §.  10  Absatz  3  und  §.  14  verstößt,  ist  mit
Geldstrafe  von  drei  Mark  bis  fünftausend  Mark  zu  bestrafen.

                               III.  Lotterieloose.

                                (Tarifnummer  5.)

                                     §.  22.

        Wer  im  Bundesgebiete  Lotterien  und  Ausspielungen  veranstalten  will,  hat

die  Stempelabgabe  für  die  gesammte  planmäßige  Anzahl  der  Loose  oder  Ausweise
über  Spieleinlagen  im  Voraus  zu  entrichten.

                                        §.  23.
        Vor  der  Entrichtung  der  Abgabe  darf  ohne  Genehmigung  der  zuständigen
Steuerstelle  mit  dem  Loosabsatze  nicht  begonnen  werden.  Die  Genehmigung  kann
von  vorgängiger  Sicherstellung  der  Abgabe  abhängig  gemacht  werden.

..                                     §. 24.

Wer  ausländische  Loose  oder  Ausweise  über  Spieleinlagen  in  das  Bundesgebiet
  einführt  oder  daselbst  empfängt,  hat  dieselben,  bevor  mit  dem  Vertriebe
begonnen  wird,  spätestens  binnen  drei  Tagen  nach  dem  Tage  der  Einführung

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