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geraten, auszer gefabr, schuld sein; auszer augen, acht
lassen; auszer stande; auszer diensten, in Titeln major,
gerichtsrat auszer dienst (a. d.); zeitlich: auszer der
messe, zeit; im Sinne von ausgenommen, abgerechnet:
auszer mir ist kein gott Jes. 44, 6; auszer ihm seblte
keiner. 2) als Conj., Sätze und Satzteile verbindend:
niemand kommt mir entgegen, auszer ein unverschömter
Lessing Gal. 4, 3; täglich geben, auszer wenn es
regnet. — Dazu: außeramtlich, nicht im Amt: auskeramtliche
dienstleistung; einem auszeramtlich etwas
sagen. — außerdem, zusammengerückt aus auszer im
Sinne von ausgenommen und neutr. Dat. dem, überdies,
abgesehen von: er war auszerdem noch ungezogen;
saaszerdem dasz er keinen mut beaasz, war er auch
körperlich schwach; selten örtlich: eine art der fürchterlichsten
prosa hier in Weimar, wovon man auszerdem
nicht wobl einen begriff hütte Goethe an Schiller
1796. — außerdienstlich, nicht im Dienst; vgl. auszeramtlich.
— außerehelich, außer der Ehe (erzeugt): a.
kinder. — außergerichtlich, ohne Einmischung des Gerichts:
a. vergleich. — außergewöhnlich, außerhalb gewöhnlicher
Ordnung. — außerhalb, auf der dem Innern
entgegengesetzten Seite (mhd. #Jerhalben, #zerhalp; ahd.
zerhalb, aber auch noch in freier genitiver Fügung:
Zesaminehabig lant dzzerunbalb meres Notker Pf.96, 1);
als Adv. örtlich: er hat sein geschäft in der stadt,
wohnt aber auszerbalb; als Präp. mit Dat., und, in
gewählter neuerer Spr., sast stets mit Gen., örtlich:
Uzerhalbe der stat Meraun. Stadtr. 2; das auszerhalb
der atad gegen mittag ein brur war Indith 7.6; auszerhalb
des ortes, thores; ungewöhnlich: auszerbalb seinem
vaterlande Schiller 8, 391; der sebloszbrunnen lag
auszerhalb dem eingezäunten hofe Freytag Soll2,
146; abstract, zuständlich: nichts auszerhalb scim ampt,
beruf und facultet gethan Garg. 15; auszerhalb des
gesetzes und des herkommens Goethe 26, 292; auszerhalb
ihres bereichs Wanderj. 2, 5; nur in älterer Spr.
auszer, ausgenommen: sich alles plunderns auszeraußeramtlich
— äußer.
halb raubes futters zu enthalten Kirchhof mil. Disc.
219; abgerechnet: auszerbalb des kriegs, so er mit den
Römern . gefbert Aventin 1, 591; und als Conj.:
sie batten .. keine einzige minute zum spielen noch
apatzieren, auszerhalb die jugend, welche eine stunde
spatziereten Simpl. 2, 91. — außerordenklich, außerhalb
der Ordnung oder Reihe, auszerordendlich emfa ordinen
Stieler; auszerordendlicher bedientcr, kriegsbe
fehlsbaber ebd.; die auszerordentlichen steuern Schiller
7, 43; versammelt Oranien einen auszerordentlichen
aenat 272; auszerordentliche professoren, mitglieder
einer gesellschaft; wie ungemein, vorzüglich: denkweise
eines auszerordentlichen mannes Goethe DuW. 14:
bleibt &# etwas auszerordentliches ital. Reise; heweise,
dasz du des auszerordentlichen tochter bist Schiller
Picc. 3, 8; gegen den Lauf der Dinge: es geschah das
auszerordentlichste Zschokte Stunden d. And. 12, 4;
bei auszerordentlichen begebenheiten Tieck Oct. 297.
Außer, mehr nach außen befindlich, Gegensatz zu inner;
mhd. #zer, ahd. ügaro, àzero, Comparativ zu drar außer,
mit unterdrücktem comparativbildenden r (also für arero);
der Umlaut in mitteldentschen Quellen seit 15. Ih.
1) im Comparatir, örtlich: mit dem euszern Lauferthor
Tucher 135; vom cuszern thor gegen morgen Hes.
47, 2; zum euszern vorhof 40, 17; erst in neuerer Spr.
wieder recht hervorgetreten: äuszere wälle, promenaden
um die stadt; äuszere schale einer Nuß; äuszere hand-Huehe;
unsinulicher, zuständlich: dem öuszern ansehen
nach; äuszere umstünde; der huszre sinn entschlief,
das herz allein blieb wach Wieland Idr. 3, 14; rechts-Pflichten.
lr welche eine auszre gesetzgebung müglich
ist Kant 5, 40; beobucbtung der äuszern (außer
uns liegenden) dinge Goethe an Schiller 1798; miszverhältnisse
der äuszern zustande W. Meister 8, 4; subst.
äußerlich — äußern. 264
Neutr. das äuszere eines Menschen, ein angenebmes
buszere haben; von Geschäsften, wie Auswärtiges: ao
haben wir unsern Undlichen aufenthalt angetreten.
ich ubernahm das innere, du das äuszere Goethe
Wahlverw. 1, 1; winister des äuzeren. 2) im Superl.,
örtlich: bin komen au die euszerste berberge des walds
2. Kön. 19, 23; werft jbn in das euszerste finsternis
Malth. 22, 13 Variante; der äuszerste himmel, in dem
auszersten norden Steinbach; in einer der huszersten
straszen Heyse Par. 1, 4; unsinnlich, den letzten, höchsten
Grad bezeichnend: euscrste gefahr Stieler; in
dem auszersten ungluck Steinbach; eine sache von
äuszerster wichtigkeit; im huszersten grad dfluchtig
Lichtenberg 1, 5; in der äuszersten not, im äuszersten
fall; eine äuszerste abneigung gegen alle gasthöfe
Goet n"ö Du W. 8; der äuszerste preis, der genaueste,
letzte; als fubst. Neutr. örtlich: das er das euszerste
selmes fingers ins wasser tauche Luc. 16, 24; das äuszerste
der welt Steinbach; zuständlich, Grad bezeichnend:
das huszerste dran wagen, versuchen Stieler; will
ich mein äuszerstes anwenden Lessing j. Gel. 2, 3;
hofle noch das auszerste zu hindern Schiller M. Stuart
2, 8; man lasse es nicht zum äuszersten kommen; wenns
aufs auszerste kommt Schiller Ränb. 1,2; aufs
äuszerste ist er gefaszt; einen zum Ruszersten, aufs
äuszerste bringen; wurde durch ihn aufs Auszerste getrieben
Schiller 8, 412; seine bhoffnung war aufs
nuszerste gespannt Goethe Große. 2, 2; adverbial,
örtlich: zu öuszerst am offnen beerweg stehts (das
Haus) Schiller Tell 1,2; gradbezeichnend: huszerst
wichtig Schiller 10, 150; einer äuszerst starken natur
Niebuhr kl. Schr. 1, 77; er furchtete sich äuszerst.
Goethe W. Meister 6. — Dazu: äußeelich, Außeres betreffend,
mit Außerem zusammenhängend, Gegensatz von
innerlich, mhd. azerlich (umbe ererliche minne Trisl.
15030), von Geschäften Neh. 11, 16; Freude Spr. Sal.
14, 10; Geberden Luc. 17, 20; Satzungen Gal. 4, 3; ob
unser euszerlicher mensch verweset, so wird doch der
innerliche von tage zu tage vernewert 2. Cor. 4, 16;
euszerliche heiligkeit Hebr. 9, 1; das änserliche haus
(wie es sich von außen zeigt) Stein bach; äuszerliche
mittel, arzneien; vermöge seiner huszerlichen lage
Preußen i. B. 1, 31; in älterer Spr. sich äuszerlich
stellen gegen einen (Stieler), sremd, nicht herzlich;
Adv.: wenn mans äöuszerlich ausibet Hiob 21, 31; äuszerlich
glänzend, freundlich; arznei äuszerlich brauchen;
äuszerlich erscheinst du mir die vielgeliebte selber
Goethbe nat. Tocht. 4, 4; subst. Neutr., äußere Erscheinung:
getäuscht von seinem uuszerlichen Wigland
Perv. 3,553. — Anßerlichkeit, k. Zustand des Außerlichen;
das was solchen Zustand kundgibt: an äuszerlichkeiten
hbangen. — äußeen, nach außerhalb bringen,
mhd. azeren; in älterer Spr. etwas, sern halten, unterlassen:
nit emsigen fleistz gehapt, sunder geeuszert hat
D. Städtechr. 3, 299; weggeben: ein gut ausz seiner
hand dem kaiser äuszern Haltausz rechtlich entfernen,
außer Gemeinschaft bringen: demjenigen glüuhiger
der seine mitglöubiger äuszern will Möser Ph. 3, 240;
refl. sich àuszern, ausgeben (sein göttliches Wefen) Phil.
2, 7; entsernen, enthalten, eines diuges: sich sbllicher
arbait nit wiären und uszren Oeheim 6; sich des
kriegs euszeren Henisch; seiner gewalt. seines rechts,
der leute gesellschaft Stieler; persönlich sie Auszerten
sich auch meiner mieden meinen Umgang Simpl. 2, 98
(dasür Acc.: im marchiren äuserten mich ebrliche werber
3, 45); jetzt erloschen, vgl. entanszern; die neuere Spr.
kennt äuszern im Sinne des Aussprechens, Kundgebens:
enszeren, sich euszeren, offentlich auszgeben, sich merken
lassen Henisch; etwas: seine mazimen, die er zuweilen
äuszert Lichtenberg 1, 5; wobl hab ich mein bedenken
ihm geüuszert Schiller Picc. 5, 1; Ihre liebenswurdige
laune gegen mich zu äuszern Freytag Wald. 2,1;