nummer 31
Dienstag, g. Februar 18160
Kollegien an. Sowohl im Stadtmagistrat als
auch im Kollegium der Gemeindebevollmächtigten
haben sie in dieser langen Zeit ihre ganze
Kraft in den Dienst der Stadtverwaltung gestellt
Daß ihnen die Bürgerschaft in dem verflossenen
Vierteljahrhundert immer wieder von
neuem das Vertrauen schenkte, ist der beste Beweis
für ihr segensreiches Wirken zum Besten
der Stadt Rosenheim. Aus Anlaß dieses seltenen
Jubiläums widmete ihnen die Stadt
2 Ehrenurkunden in künstlerischer Ausführung.
Sie entstammen der Meisterhand des Herrn
Kunstmalers Licklederer und sind zurzeit unter
Glas und Rahmen im Schaufenster der Firma
Gietl ausgestellt. In meistervoller Ausführung
sind auf den Urkunden mehrere Ansichten
von Rosenheim verewigt, so das Mittertor, das
Bürgerspital, die Friedhofkapelle usw. Nach dem
Wortlaut der Urkunden, welche die Unterschriften
des Bürgermeisters, Herrn K. Hofraies
Wüst, und des 1. Vorstandes des Kollegiums
der Gemeindebevollmächtigten, Herrn Finsterwalder,
tragen, spricht die Stadt den beiden Inbilaren
„für 25jähriges überaus verdienstvolles
und ersprießliches Wirken in beiden städtischen
Kollegien besten Dank und ehrende Anerlennung
aus.“ Den beiden Jubilaren entbieten
wir zu ihrem Ehrentag die besten Elückwünsche.
Möge es ihnen gegönnt sein, nach lange Jahre
segensvoll zum Wohle der Stadt und ihrer Einwohnerschaft
wirken zu können 1
Musil und Theuler.
Das Rosenheimer, Volkstheater
hatte am Sonntag wieder einen besonders guten
Tag. Nach einer Reihe von Jahren brachte
es wieder ein Stück zur Aufführung, welches
namentlich dem Schlierseer Bauerntheater sets
die schönsten Erfolge brachte. Es ist das oberbayerische
Volksstück „'s Liserl von Schliersee“,
ein Stück, das stets allgemeinen Anklang finden
wird, so oft es auch über die Bühne gehen mag.
Es wurde vom Volistbeater neu einstudiert und
erzielte einen beispiellosen Erfolg. Zwei Vorstellungen
waren angesetzt, beide Male gab es
Massenandrang, so daß es nicht möglich war,
allen Besuchern noch Plätze zu verschaffen. Der
aal zum „Deutschen Kaiser“ war jedesmal
Lis aufs letzte Plätzchen besetzt, und gar viele
mußten an der Kasse umlehren, weil weiterer
Einlaß nicht mehr gegeben werden konnte. Diesem
Andrang entsprach das Spiel. Beide Vorstellungen
erfreuten sich einer flotten Darstellung,
bei der sich Josef Krämers Regie vorzüglich
geltend machte. Die bekannten Kräfte
unseres Volkstheaters teilten sich mit bestem
Können in die Aufführung, alle boten vorzügliche
Einzelleistungen, durch die das Gesamtspiel
belebt und gehoben rurde. Alle vier Akte
trugen ihnen reichsten Beifall ein. Der große
Andrang und die überaus warme Aufnahme,
welche das Stück fand, wird wohl eine Wiederholung
notwmendig machen. Nachmittags und
abends, namentlich auch nach der Abendvorsiellung
konzertierte unsere Militärkapelle.
Zur gefl. Beachtung!
Allen schriftlichen Anfragen wegen der
Adressen von Anzeigen, welche im „Nosenheimer
Anzeiger“ erschienen sind, ist eine Rückmarke
beizulegen oder die Anfrage ist auf einer Postkarte
mit Rückantwort zu stellen. Schriftliche
Anfragen ohne Rückmarle bezw. -Karte können
nicht mehr beantwortet werden.
Der Welekrieg.
e Spannung zwischen Amerika und
Deutschland.
Neuyork, 7. Febr. Der Berliner Korrespondent
der Associated Preß hatte eine Unterredung
mit Unterstaatssekretär Zimmermann,
in der dieser die Hoffnung aussprach, daß die
neuen Vorschläge, die den Vereinigten Staaten
bereits vorgelegt worden sind, die Grundlage
für eine definilive Regelung geben würden;
er wolle jedoch den Ernst der Lage nicht verhehlen.
Zimmermanmn sagte weiter, daß Deutschland
leine weiteren Zugeständnisse machen könne
und leinesfalls die Ungesetzlichkeit der Kriegführung
der U-Boote in der Kriegszone anerlennen
wolle. Die deutsche Regierung ist bereit,
alles, wmas in ihren Kräften slehe, zu tun,
um den Wünschen Amerilkas entgegenzukommen
und habe dies auch schon getan. Aber es gebe
Grenzen, bei denen selbst die Freundschaft aufhörec.
Er erklärte, er begreife Amerilkas Haltung
nicht. Man habe in Deutschland gedacht.
daß die Differenzen wegen der U-Boote erledigt
seien und die „Lusitania“-Frage geregelt werden
würde. Man habe von deutscher Seite zugestimmt,
den Schadenersatzanspruch zu bezahlen,
aber die Regierung der Vereinigten Staaten
stellte gänzlich neue Forderungen, denen
Deutschland unmöglich entsprechen könnte. Amerika
dürfe nicht zu viel fordern und Deutschland
zu demütigen versuchen. Auf diese neuen Forderungen
und neuen Instruktionen an Gra
Bernstorff wünschte Zimmermann nicht näher
einzugehen, doch ließ er keinen Zweifel, daß die
ganze Krise auf die Forderung Amerikas zurüczuführen
sei, daß Deutschland die Versenlung
der „Lusitania“ als pölkerrechtswidrige
Tat desavouieren solle. Deutschland könne die
Waffe der U-Boote nicht aus der Hand legen.
Zimmermann erklärte wiederholt, daß Deutschland,
wenn die Vereinigten Staaten es zum
Bruche kommen lassen wollten, nichts mehr tun
könne, um dies zu vermeiden. Das Bedauernswerteste
an der ganzen Sache würde sein, daß
kein tiesferer Grund zu einem Bruche vorhanden
sei. Deutschland und die Vereinigten Staaten
hätten keine einander widersprechende Interessen.
Deutschland hoffte sogar auf eine bedeutende
Entwicklung des Handels zwischen den
beiden Ländern nach dem Kriege. Diese Hoffnung
würde zerstört oder es würde doch eine
solche Entwicklung sehr behindert werden, wenn
es jetzt zum Bruche läme. Aber Deutschland
könne nicht weiter gehen, wie es bieher gegangen
sei.
Aus Kamerun.
Madrid, 7. Febr. Amtlich wird gemeldet:
14.000 Eingeborene und 9000 Deutsche aus Kamerun
flüchteten sich nach Spanisch-Gninea.
Ihre Ernährung bildet ein schwieriges Problem.
. 3.)
3 Millionen Verluste der Russen.
Köln, 7. Febr. Amerikanische Sanitätsleute,
die aus Rußland in Kergen eingetroffen sind,
erzahlen laut „Köln. — : Petersburg gleicht
einem einzigen riesigen Laherer Die Straßen
sind von Verwundeten überfüllt. Die Militärbeehen
erllären, daß die russischen Verluste
3 Millionen Mann an Toten, Verwundeten und
Vermißten betragen. (3.)
Russische Ministersorgen.
Kopenkagen, 7. Febr. Die Einberufung
der Duma wurde nach einem Ministerrat, dessen
Vorsitz zum erstenmale der neue Ministerpräsident
Stürmer führie, auf den 22. Februar
alten Stils vertagt. Der Präsident der russischen
Staatsschuldenverwaltung, Charitonow,
wurde verabschiedet. Der Rücktritt des Finanzministers
Bark wird täglich erwartet. (3.)
Die Kohlennot in Rußland.
Petersburg, 7. Febr. Infolge der überall
herrschenden starken Kohlennot mußten viele
Fabriken, auch sol die mit der Herstellung
von FHriegsmaterial beauftragt sind, den Betrieb
leilweise ganz einstellen, leilweise stark einschränken.
Um einer Arbeiterbewegung entgegenzuarbeiten,
beschloß man, den Arbeitern
den Lohn weiter auszubezahlen. (Z.)
Rußland und England.
Stockholm, 7. Febr. „Birschewjia Wiedomosti“
meldet: Das ganze Eigentum der russischen
Handelskammer in London, die auf Veranlassung
des früheren englischen Parlamentsmitgliedes
Sinkles begründet wurde und die
Verbesserungen der englisch-russischen Handelsleziehungen
zum Hauptziel hatte, wurde auf
Veranlassung des Untersuchungsrichters beschlagnahmt.
Als Grund werden große Bestechungen
und Unterschleise angegeben. Die vornehmsten
englischen Firmen gehörten als Mitglieder
der Handelskammer an. (3.)
Bewaffnete italienische Handelsdampfer.
GEenua, 7. Febr. 18 große italienische Handelsdampfer
sind jetzt mit Geschützen ausgerüstet.
Die Dampfer haben zum Teil auch mobile Deckpanzerung
erhalten. (Z.)
Korfu abgesperrt.
Athen, 7. Febr. Die Kaufmannschaft von
Korfu richtete an die griechische Regierung telegraphisch
einen Protest gegen die vollständige
Isolierung der Insel durch die Entente. Die
Flotte der Entente habe tatsächlich Korfu von
dem übrigen Griechenland abgesperrt u. selbst
den regelmäßigen Passagierdampfern verboten,
anzulegen. Handel und Verkehr der Insel sei
dadurch lahm gelegt. (3Z.)
die Gallipoli-Trupy#
in Mesopatimien.
London, 7. Febr. Ein Teil der von Gallipoli
abtransportierten Truppen ist bereits in
Mesopotamien eingetroffen, was sich aus den
amtlichen Verlusten ergibt. (Z.)
Japanische Unte rleebonte für den
Suezka
Geuf, 7. Febr. Der r voner „Nouvellist"
meldet aus Athen, dahß s tatsächlich 11 japanische
Unterseeboote im Suezkanal unter Leitung
eines japanischen Admirals befinden, um
an der Verteidigung des Kanals teilzunehmen.
» , )
Die Revolten in China.
Paris, 7. Febr. Die „Agence Havas"
meldet aus Peking: In Schanghai ist eine
neue Meuterei ausgebrochen. (3Z.)
London, 7. Febr. Reuters Bureau meldet:
Der Zustand in der Provinz Kweitschu
ist sehr ernst. Die Gouverneure sollen ihre
Possen verlassen und sich den Aufftändischen
angeschlossen haben. Es wurde wiederum eine
Verschworung gegen das Leben Bnanschikais
aufgedeckt. Die Verschwörer, an deren Spitze
ein Sekretär des Präsidenten, zwei frühere Minister
und ein Zeremonienmeister der entthronten
D onasiie. siehen, hätten die Absicht, e Regierung
in die Hände der aus der revolulionären
Provinz Münan angekommenen Agenten zu
legen. (3.)
Englische Offiziersverluste.
Basel, 7. Febr. Laut „Baseler Nährichten“
sind bei den Kämpfen zum Entsatz von Kut el
Amara, wie aus den englischen amtlichen Ver.
lustlisten zu entnehmen ist, 18 Regiments.
kommandeure gefallen.
——
□— bes M.
#i##ung des ees
29. Januar 1916.
In Anwendung des 8 1 der Bundesraksbe.
lanntmachung vom 23. Nov. 1915 betr. Fern.
haltung zunuverlssiger Personen vom Handel,
und § om 26. Juni 1915 über
den Ver#ehr' mit Brotgeneeide. und Mehl wird
wegen grober Verfehlungen gegen das Verbon
der Brotabgabe ohne Marken der Brotverkäuferin
Katharina Högn, Ludwigsplatz Sa, der
Brotverkauf untersagt.
Die Eingabe des Arbeitersekretariats Stern,
garten um Gewährung des unentgeltlichen
Bürgerrechtes an Kriegsteilnehmer auch wäh,
rend des Krieges wird zur Vorberatung an die
Finanzkommission überwiesen, welche den Antrag
in Verbindung mit dem neuen Bürgerrechtsregu,
lativ behandeln möge.
Nach Kenntnisnahme der Anträge der Lebensmittellommission
wird die im Bureauweg erlassene
Verfügung bestäligt, nach welcher auf
Grund des Höchstpreisgesetzes die hiesigen Kar.
loffelhändler ausgesordert sind, ihre sämtlichen
im Stadtbezirk Nosenheim lagernden Kartof.
selvorräte zum Preise von 3.25 Mark binnen 3
Tagen an die Stadtgemeinde Rosenheim zu
überlassen. Mit dem Ankauf von Kartoffeln für
die Stadtgemeinde zur direkten Abgabe an die
Einwohnerschaft erklärt sich der Magistrat ein.
verstanden.
Das Gesuch des Händlers Anton Mösl.
hofer um die Genehmigung zum Betrieb eines
gia tspieltheaters im Anwesen Max-Josephplat
Nr. 9 wird in siels wiederruflicher Weise unter
den vom Stadtbauamt und der Baukommission
vorgeschlagen Auflagen und den sorst übli.
chen Bepingungen genehmigt.
Der Antrag des Stadtbauamtes bezw. der
Baulommission, die Münchenerstraße zwischen
dem Anwesen des Kaufmanns Groß und dem
Hauptzollamtsgebände mit einer neuen Fahr.
bahndecke aus Teermakadam zu versehen, wird
der Finanzlommission zur Vorberatung überwiesen.
Nach Antrag der Lebenemittelkommission wer.
den die bei einigen Geschäften hier vorhande,
neu geringfügigen und beschlagnahmten Vorräte
an Hülsenfrüchten unter einem Doppel.
zentner diesen Geschäften zum freihändigen Verlauf
unter der Bedingung überlassen, dah für
1 Pfund Erbsen oder Vohnen nicht Gehr al:s
50 Pfg. verlangt und die weiteren Auflägen ein-.
gehalten werden.
Rriegshumor.
Bunte Gesellschaft. „Warum ist denn
gerade dieses Bild: „Gefangenenlager in
Deutschland“ so teuer?" „Weil ich zu diesem
Bild zu viel Farben nehmen mußte.“
Vor der Nitterrüstung. Zwei Leicht.
verwundete aus dem Osten stehen im Berliner
Zeughaus vor einer Ritterrüstung. # ne unpral.
tische Kiste! Wenn dir da ’ne Laus beißt, Willem,
wie willst de dir da jucken?“
Wetterbericht für Dienstag, den 8. Februar:
Wechselnde Bemölkung, zeitweise Niederschläge.
gemeinen Richtung nach Südost. Wenige Kilometer
hinter Nisch rritt der hochalpine Charal-=ter
des Nischawa-Tales hervor. Massige Granitfelsen,
durch Kreideformationen unterbrochen,
bilden eine enge Schlucht. Phantastisch geformie
Felsblöcke, in denen gew altige Höhlen hoch oben
oder am Fuße ausgewaschen sind, in das Gestein
von den Wassermassen geschlisfene Stufen,
an den zahlreicken Windungen des Flußlaufes
malerische Talschlüsse: das alles ist von
mächtiger Wirkung. Aus dem Geröll, das sich
in dem Flußbeite abgelagert hat, ist zu schliewhen,
daß die Rischawa zu Zeiten große Wassermengen
führt. Bei unserer Durchfahrt gab sie
sich recht zahm, wenn sie auch hier und da
gegen ihr entgegentretende Hemmnisse sich schäumend
aufbäunne. Sormeit wir erkennen lonnten,
lag nicht viel Schnee auf den Hohen; vielleicht
war das verhältnismäßig ruhige Gebaren
der Nischawa dem Umstande zuzuschreiden, daß
die Schneeschmelze bisher nicht sehr ergiebig war.
Das packende Bild der wildromantischen Landschaft
regt den Wunsch an, dieses einsame Tal
einmal zu Fuß zu durchwandern und es in
seinen eiwaeiheher zu schauen. Ueber Pirot erreichten
wir Zaribrod an der ehemaligen bulgarischen
Grenze. Von einer der hier aufragenden
Höhen soll man einen prachtvollen Rundblick
über das ganze Balkangebirge geniehen
können, ähnlich wie vom Rigi aus über die
Alpenwelt der Schweiz.
Weiterhin gebirgiges Gelände, aber auch
fruchtbares Land durcheilend, gelangten wir in
späler Abendstunde nach Sosia. Auf dem B
hatte sich Prinz Kyrill von Bulgarien eingefunden,
um den Zug in Augenschein zu neh-
Zahl waren auch unsere
Landsleute erschienen, die in der bulgarischen
Hauptstadt ihren Wohnsitz haben. Mit großer
Freude begrüfften sie das punktliche Eintreffen
des eriten Balkanzuges.
Dann ging die Fahrt über die Hochebene von
Sosia dem Paß entgegen, durch den wir das
nach Ost-Rumelien abfallende Gebirge zu durchqueren
hatten. In ruhigem Gange legte der
Zug die zahlreichen Windungen zurück; die
mondbeschienene Landschaft leuchtete in der llaren
Winierlust. Als das Morgenlicht durchbrach,
lonnten wir einen Blick auf die berühmte
Moschee Sultan Selims II. in Adrianopel werfen.
Von der Stadt ist aus der Ferne nicht viel
zu sehen.
Hinter der Maritza dehnt sich leicht gewelltes
Land aus, das große Einsamkeit atmet. Sellen
lauchen ärmliche Siedelungen auf, die mehr vorübergehend
eingenommenen Standplätzen als
dauernden Wohnstätten gleichen. Weithin bis
an die Grenze des Gesichtskreises meistens brach
liegendes Land. Hier gewinnt der Reisende zuerst
den Eindruck der Weiträumigkeit des türkischen
Reiches. Außerordemlich große Flächen
ackerfähigen Bodens harren der weckenden Arbeit.
Offensichtlich steht hier der wirsschesilichen Betätigung
der Türkei noch ein weites Feld
offen, und wie hier sicherlich v0, in höherem
Grade in vem saatischen Besitztümern der Osmanen.
t flũchtige Augenschein lehrt,
daß das - * Vielfaches der heutigen Bevöllerung
erndhren könme. Für die türrische
Negierung eröffnet sich die dankbare Aufgabe,
aue den an Nomademland erinnernden Gebieten
wirklichen Ansiedlungsboden zu schaffen. Durch
men. In größerer
eine gesunde Steuerpolitil, die die Bebauung
des Landes anregte, statt sie zu hemmen, könnten
dem osmanischen Reiche ungeahnte Quellen
neuer Blüte erschlossen werden. Auch der Armut
an Holz wäre unschwer abzuhelsen. Wenn man
sieht, wie weite Flächen mit zwerghaften Eichen
für Kohlengewinnung bepflanzt werden, so ergitt
sich von selbst, daß hier Nadelwald, mit
Laubholz untermischt, prächtig gedeihen mürde.
Alles warlet nur auf die bessernde Hand.
Wenige Stunden vor Konstantinopel durchqueren
wir die berühmte Utschataloscha- Linie,
an der sich oie michtigsten Kämpfe im letzten
Ballankriege abgespiolt haden. Einander gegenüberliegende
Höhenzüge lassen links und rechto
die bulgarischen und türlischen Stellungen erkennen.
In einer Senke linls der Bahn wird eine
kleine Moschee sichtbar, an der die Oberlo „mandicrenden
der beiden Gegner von dam ius, Ceneral
Sawoff und Nasim-Pascha, zusammentrasen,
um über einen Waffenstillstand zu verhaudeln.
Das alles gehört, wie man annehmen
darf, für immer der Vergangenheit an. Bulgarien
und eine erstarkte Türkei können im
Bunde miteinander und gestützt auf die Mittelmächte
jedem möglichen Gegner Trotz bieten und
für alle Beiten ihren Vollei aufsteigende Wohlfahrt
si
Der 19 nähert sich dem Marmor-Mieer,
das im Dunkel nur hier und
aufschimmert. Bei der Haltestelle schale
Tschekmedsche erreicht er den Strand. Der "
hält. und wir verlassen ibn für kurze Zeit,
uns Flam 1□ u dah eine
nung d er Behorden und der
haea iente uns bis hierher entgegengefahren
abends des Tags
—s und hatte leinem
war, um uns seierlich zu begrüßen. Es werden
freundlich gestimmte Ansprachen gewechselt. Im
Namen der anwesenden sieben Vertreter der
deutschen Presse dankte der Hauptschriftleie
des „Hamburger Fremdenblatts“. Außer den
deutschen Journalisten befanden sich vier Berliner
Vertreter der neutralen Presse in der
Reisegesellschaft. Die Weiterfahrt bis Konstantinopel
glich einem Triumphzuge. Mit einer
jubelnden Begeisterung, die wir dem ruhi.
gen Temperament des türkischen Volles kaum
zugetraut hätten, begrüßte die nach Tausenden
zählende Menge den vorüberfahrenden Zug.
änner, Frauen und Kinder beteiligten sich
an den Kundgebungen. Bei der Einfahrt in
den Hauptbahnhof fanden wir Minlster und
andere hohe Mitglieder der amtlichen türtischen
Kreise zu unserem Empfange versammet..
Unter den Klängen der Nationalhymne der
vier verbündeten Mächte und unter brausenden
Rufen der herbeigeströmten großen Scharen
durchschritten wir den mit Fahnen in türkischen,
deutschen, österreichischen, ungarischen und bun
garischen Farben geschmückten Bahnhof zu
Warteräumen, in denen die türkischen *
träger uns den Willkommensgruß darboten.
Dann ging die Fahrt durch die Straßen Stambuls
nach Pera hinauf. Die Suhen zeigim
durch Fahnenschmuck und durch die leleuchtung
der, Minaretts, die anläßlich des Vot-1
Gtburt des Propheten
ktattfand, en festl
**
deutscher Pänlichten war der Zug ein
assen zu genußund
lehrreichen Tagen n em der herrlichsten
Punkte der Welt Felrachl.“, O. R.