164 Die Jüten und die Sachsen in der Landschaft zwischen Schlei und Eider und in der Arensharde.
vidne, Dingzeugnis) aus. 1) All dieses hat tiefere Spuren in Stapelholm
zurückgelassen als in Schwansen, wo doch die nationalen Verhältnisse
für eine späte Nachwirkung des jütischen Lovs weit günstiger
lagen. Daher stammt auch ein vereinzeltes stuve, d. h. stuvejordh,
Stufland, bestimmte Landstücke, die von einem Besitz veräußert werden
konnten2), ja mitten in die alte Hufenverfassung wird zuweilen ein
fremdartiges bool hineingetragen, das sonst überall als ein Zeichen
ursprünglich jütischer Agrarverfassung angesehen werden muß. Weitere
etwaige jütische Spuren sind in Stapelholm nicht zu erkennen, selbst
nicht in den Namen der Bewohner, die sich auch von ihren östlichen
und westlichen Nachbarn, Sachsen und Friesen, durch besondere Eigentümlichkeiten
auszeichnen.
Die Namen, wie sie oben aus dem 15. und der ersten Hälfte
des 16. Jahrhunderts verzeichnet sind, verleugnen im Gegensatz zu
Friesen und Jüten ihren niederdeutschen Ursprung nicht; aber in der
Form zeigt sich ein merkwürdiger Unterschied. In der Masse der Namen
steht nach gewöhnlicher niederdeutscher Weise der Vatername nach, in
einer großen Zahl aber vor dem Rufnamen, wie Johan Fedders Hans,
Reyse Johans Karsten, Lenneke Boyen Peter, andere finden sich
noch, die auf den Großvater herabsteigen, wie Peter Steckers Dirich
Volckers sohne, Masz Hansz Jacobz Peter. Vor allen sind solche
Formen im Kirchspiel Stapel vertreten, wo sie ungefähr die Hälfte
aller ausmachen; im Kirchspiel Erfde finden sie sich in geringerer Zahl,
um dann im Kirchspiel Bergenhusen noch mehr abzunehmen und zuletzt
fast ganz zu verschwinden. Spuren einer solchen Benennungsweise finden
sich freilich anch im Friesischen, wo sonst die Namen auf „sen allein
herrschend sind, aber nirgend ist sie in einem solchen Maße ausgeprägt
wie in Ditmarschen, wo ohne Frage die Geschlechterverfassung darauf
von besonderem Einfluß gewesen ist. Sagt doch Neocorus (I. 50):
Tho deme beholden van oldinges hero noch de Ditmerschen de art
1) Stapelholmer Konstitution T. 2 gibt noch gleiche Vorschriften. —
Eine Schötungsform „mit steno, kalk unde holt in einer band“ findet sich
in Schleswig gebräuchlich. Vergl. Geschichte der Stadt Schleswig 121, Amm. 1.
2) Liber cens. 165. Ibi (in Teuske marsch in Beueringhusen) est terra
Stuuc vocata et sunt septem partes.