230 Friedrich Wilhelm II., König von Preussen und Danton.
die Armee nicht mehr nach dem Kriegsfuss bezahlt werden konnte.
General Geusau, der eigentliche Kriegszahlmeister, klagte laut
darüber, dass man das Licht an beiden Enden (in Polen und
am Rhein) angezündet habe. Schon im Sommer 1794 hatte er
während der unglücklichen Belagerung von Warschau Manstein
diese Besorgniss mitgetheilt, Friedrich Wilhelm aber, welchem der
„tugendhafte* Oberst diesen Brief vorlegte, ward über das kräftige
Bild von den beiden Enden des Lichtes so entrüstet, dass
er Geusau drohen liess, er werde ihm den Kopf vor die Füsse
legen lassen. Gleichwohl blieb nichts Andres übrig, als diesen
redlichen General zum Mitglied der Commission zu emennen,
welche Mittel und Wege zur Besoldung der Armee aufsuchen
sollte.
Der Rettungsengel aus aller dieser Noth war jedoch schon
im October 1794 in der Person des Kreuznacher Weinhändlers
Schmerz erschienen. Derselbe beruft sich in einem späteren
Schreiben an den Conventsbevollmächtigten bei der Rhein- und
Moselarmee, Merlin von Thionville, indem er sich über unzureichende
Belohnung beklagt, auf die Dienste, die er als der
„Reisende Möllendorf’s“ der Republik geleistet habe: — „er
hat den Frieden’ mit Preussen vermittelt, — hat Preussen verhindert,
den Kaiserlichen nach Trier hin die Hand zu reichen,
und den preussischen Hof im October dazu beredet, seine Armce
aus der Pfalz zurückzurufen, — endlich gibt ihm eine Inschrift
im Speisesaal Bartlielemy’s, des Botschafters der Republik zu
Basel, das Zeugniss, dass durch seine Bemühungen der Friede
zu Stande gekommen sei.“
Schmerz war also spätestens seit dem October als Möllendorf's
Reisender auf den Beinen. Zuweilen enthielt seine Reisetasche
auch sehr umfassende preussische Pläne; so meldet Merlin
am 21. November, der Bote habe soeben bei ihm angeklopft,
dass eine Erklärung der Republik über den Plan des Königs
von Preussen, mit Österreich die deutschen Kleinstaaten rechts
vom Rhein zu theilen, gut thun werde. Schmerz war soeben
auf dem Wege zum General Kalkreuth, der also auch ins Geheimniss
gezogen war.
Die amtlichen Verhandlungen wurden in Basel seit dem
28. Deeember durch den früheren Gesandten in Paris, Grafen
Golz, nach dessen im Januar erfolgten Tode seit dem 18. März
*795 durch Hardenberg betrieben. Mannigfache Bilder der Zu-