Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

Aummer  ?

Obrrpiesensed  ber  erlonle  Kanonensalul.  Um
halb  1  and  ein  seierliches  Ponlifikalamt
  im  Dom  statt,  das  Erzbischof  Dr.  von
Faulbaber  hielt  und  zu  dem  sich  der  König,  alle
in  München  anwesenden  Mitglieder  des  Kgl.
Hluses,  die  Mitglieder  des  Phitnscn
Korps,  die  Staatsminister,  an  ihrer  Spitze  M
as-  von  Dandl,  die  obersten  t

chargen,  das  Osfiziertorpe,  Hof=  und  Staatsbeamte
  sowie  Abordnungen  der  Truppenteile
der  Garnison  München  eingefunden  hatten.  Auch
in  der  prot.  St.  Matthäuskirche  und  in  der
Synagoge  wurden  Festgotlesdienste  abgeharten.
Nach  dem  Festgottesdienite  erfolgte  die  Ausstellung
  der  Truppen  des  Standortes  München  im
Hofgarten  und  auf  dem  Maritallplatze.  Hinter
den  Truppen  versolgte  ein  äußerst  zahlreiches
Publikum  die  Begrüßung  der  Truppen  durch
den  Kömng.  Die  gehfähigen  Verwundeten  hatten
vor  der  Allerheiligenhoftirche  ufitelung  ge
nommen.  Der  König  mar  mit  Hofragen  vom
Wittelsbacher  Palais  nach  dem  Hofgarten  ge
lahren.  Vdort  schritt  er,  begleilet  von  den
Prinzen  und  der  (beneralilä:,  die  pame  Front
der  Truppen  ab,  wobei  er  jede  einzelne  Abteilung
  besonders  grußte.  dor  der  Allerheiligen
Hoftirche  richtete  Seine  Wajeslät  an  die  um
ihn  versammelten  Ossi##r  ##e  Ansprache.  Dar
auf  erfolgte  die  Rücksal  t  des  *  Wn*’  nach  dem
Wittelsbacher  Pala:  Nach  der  Parare  empfing
  der  König  in  der  Residenz  die  sänillichen
Mitglieder  des  Kgl.  Hauses  zur  Gratulation.
Um  halb  2  Uhr  fand  beim  König  und  der  Koönigin
  in  den  Reichen  Jimmern  der  Residenz
eine  Frohe,  Faniilien-=  Hostafel  flatt.  Während
der  Tofel  brachte  Prinz  Karl  einen  Trinkspruch
auf  seinen  hohen  Vater  auo.

Prof.  Gietl  georken.  Om  Alter  von
62  Jahren  verstarb  in  seiner  Wohnung  am
Altkeimereck  der  Geistl.  Rat  und  ord.  Univ.=Prof.
  Dr.  Heinrick  Giell  an  den  Folgen  einer
Juluenza.

Münchener  Reuigkeilen.

München,  7.  Januar.

Selbstmord.  In  seiner  Wohnung  an  der
Süäbenerstraße  erschoh  sich  am  Somntag  ein  verwitueter
  Hausverwaller.  *l

Unglück.  Zwischen  der  Hauptwerlstätte  u.
dem  Hauptbahnhof  wurden  zwei  ital.  Kriegsgefangene,
  die  vor  einem  einfahrenden  Vorortszug
ausweichen  mollten,  von  der  Maschine  erfaßt
und  überfahren.  Während  der  eine  sofort  ge
tötet  wurde,  erlitt  der  andere  so  schwere  Verl.chungen.
  dah  er  auf  dem  Wege  ins  Lazarett  verstar


Ein  umanareicher  Tabalkdiebstahl
wurde  in  der  Sendlingerstraße  verübt.  Den  Dieben
  fielen  mehrere  Zentner  Tabak  in  die  Hände.
Es  handelt  sich  um  einen  Soldaten  und  einen
iungen  Burschen,  die  beide  verhaftet  wurden.  Der
Tabak  wurde  wieder  beigebrackt.

beseriche  Nocheialen.

Raubmord.  In  Fuchsmühl,  BA.  Beilngries,
  wurde  am  5.  1.,  abends  7  Ubhr.  der  Gütler
  Wurm  osee  1  Der  Täter  sluchtete.  raub
te  500  Marl.  Als  Täter  lommt  in  Frage  der
30  jährige  Tapezierer  Alexander  Hösi  aus  Regensburg,
  der  sich  in  Begleitung  eines  etwa
30  Föbrizen  Mannes  und  zweier  Frauenspersonen
  befand.  Als  zweiter  Te  kommt  noch  der
Artist  Stemer  aus  Regensburg  in  Betracht.
Der  Regensburger  Kriminalpolizei  Lelang  #es,
die  Vershecbe  zu  verhaften.  Sie  sind  geständig.
In  ihrem  Besitz  land  man  Einbrechermerlzeuge
und  eine  gtößere  Summe  VBargeld.

Stlenzlande.

Melleck,  7.  1.  Eine  Schmuggelge
schichte.  Vor  ciniger  Zeit  versuchte  Aensr
Nacht  eine  kr  vom  Ristfeucht  einen
Rucksack  mit  40  Pfund  Aepfel  aus  Bayern
nach  V  zu  schmärzen,  wurde  aber  von
einem  bayer.  Grenzauffeer  in  Melleck  angehalten.
  Als  sie  die  Flacht  ergriff,  erwischte  der
Grenzaufseher  die  Frauensperson,  sodaß  diese
den  Fouler  verlor  und  unter  Hinterlassung  dieses
Gegenstandes  sowie  des  Rucksades  und  einem
Paar  Schuhe,  die  sie  in  der  Hand  trug,  flüchlete.

selbe  beim  Zolkamt  und  verlangte  ihre  Sachen
zurück,  rern  auch  die  beschlagnahmten  Aep-#ei
  nach  stattgegebenem  Antrag  auf  Strasum
gangnahme  zuhceerstattet  wurden.

Baverisches  Oberland.
Flintsbach,  3.  1.  Eine  Hochstaplergeschichte
  wird  uns  nachträglich  noch  aus  dem
Inntale  berichtet.  Vor  einiger  Zeit  kam  nämlich
  zu  dem  Herrn  Vlkar  in  Flintsbach  eine  gutgekleidete
  Dame,  die  sich  als  zirstan  von

 

 

 

 

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  vorstellte  und  als  Wohnsitz  d
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ie  derzeit  im  eu  Sestch
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aus,  ihre  Ahnen,  gologe  2
von  h  auf  der  nahen  Burg  dueh
anfässig  waren,  eine  Sen  La  die  K

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3  einiger  Zeit  aber  meldete  sich  dic- 



Rosenheimer  Anzelger

von  Fallenstein  und  sprach  im  voraus  den  besten
Damk  für  die  edse  Absic1  der  „Frau  Fürstin“
aus.  Diese  verabschiedele  sich  kei  dem  Geistllichen
  sehr  huldvoll  und  bemerite,  daß  sie  nähere
Mitteilungen  über  ihre  Sliftung  in  Bölde  ma-Sten
  werde.  Dann  kehrle  se  angeblich  nach  Schloß
Neubenern  zurück.  Als  lange  Zeit  keine  Nach
rickt  kam,  erkundigie  sich  der  Herr  Vilar  im
Scklosse  zu  Neubeuernen  der  „bbochfürstlichen
Durchlaucht",  die  ihm  übrigens  dadurch  aufsäliig
  erschienen  war,  weil  sic  ohne  jede  Begleitung
  zu  Fuß  eu  ilm  kam  und  einen  fur  eine
Fürftin  wenig  vornehmen  Dialeklt  (prach.
In  Schloh  Neuleuern  war  aber  eine  Fürstin
Fugger  weder  bekannt  noch  zu  Besuch  gewesen
und  aus  Babenhausen  teilte  man  dem  Lerrn
PVilor  mit,  daß  das  Schloß  schon  lange  nicht  bewohnt
  sei  und  es  eine  Fürstin  Fugger,  geb.
Gräfin  Preysing,  nicht  gebe.  Demnach  hatte
man  es  also  bhier  mit  einer  Hochstaplerin  zu
tun,  die  sich  darin  gefiel,  einmal  die  Nolle  er
ner  „fürstlichen  Durchlaucht“  zu  spielen.

Bad  AMibling,  6.  1.  Besitzwechsel.  Das
Anwesc  67  in  der  Gartenstraße  hier  ging  aus
dem  Besitz  von  Frl.  Löw,  Privatiere,  in  den
Besitz  des  Versicherungsinspektoro  Hrn.  Josef
Hoxsstetter  hier  übe:i.  Die  Verbriesung  hat  bereits
  stattigefunden.

Wall  .  Miesback.  7.  1.  Auch  ein  Krie  36
opfer.  Weil  die  Mümer  alie  fort  sind  im
Kriegsdienst,  müssen  die  Töchter  zu  Hause  fede
schwere  Arbeit  verrichten,  die  früher  die  Männer
  geleistet  haben.  So  mustte  die  Bichlerbanerstochter
  zu  Einhaus,  Fersll.  ein  träftiges,  arlestssames,
  24  fährigeso  Mädchen,  eine  schmere
Schlittenschscipfe  heben,  lat  sich  dabei  im  Nüir
ken  meh  und  starb  in  lurzer  Zeit.  Die  Familie
Bichlerbauer  wird  allgemein  bedauert.

Schlierses,  7.  1.  Ren  ovierung.  Die
im  biesigen  Grttesader  stehende  alte  St.  Nikolauskapelle
  bedarf  dringend  der  Renovierung.
Dieses  Heiligtum,  erbäut  im  12.  Jahrhundert,
enthält  so  manch:es  Kunitmerk,  so  den  gotischen
Altar  mit  der  gesc,  nitzten  Statue  des  heiligen
Bischofs  Nilolaus.  Der  Kostenvoranschlag  beträgt
  1200  Mark,  die  von  edlen  Wohltätern
aufgebracht  werden  sollen.  Auch  Illre  Agl.
Hobeit  Frau  Herzogin  Karl  Theodor  in  Banern
bat  sich  bereiterllärl,  einen  Beitrag  zu  spenden.

Kommunales.

Oeffentl.  Sitzung  des  Kollegiums
der  Gemeindebevollmächtigten
am  Mittwoch,  den  9.  Iaar  1918,
nachmittags  halb  4  Uhr.

!7  Tagesorbnung:
Wahl  der  Vorstandschaft  N  1918,
Wahl  des  Körausschusses  pro  1918,
Heiʒvorrichtung  im  HGymnasia  eläude
Freibetten  in  der  Kand  desa#nstalt  für  bro
pelhafte  Kinder  in  München,
Rechnung  der  Di  ittriltssparkaffe  1915.
Geheime  Sitzung.
Gehaltsregulierungen,
Kriegsteuerungszulagen:
a)  an  die  flädt.  Beamten,
r  an  das  siädt.  Lehrpersonal.
c  an  die  ädt.  Arbeiter.

Lefalnachecchten.
Rosenhelm,  8.  Januar.
Sammlung  von  Obstkernen

zur  Oelgewinnung.
In  den  letzten  Tagen  wurdeu  die  bis  jeht
aus  Nosenheim-Stadt  und  Land  abgelieferten
Obstkerne  der  Verarbeitung  in  den  Oelsadriken
zugeführt.  Es  war  eine  Sendung  von  rund
33  Zentnern!  Dabei  sind  noch  viele  Landgemeinden
  und  Schulen  mit  der  Ablieferung
im  Rückstand  und  dürfte  auch  durch  die  Kerne
von  getrocknetem  und  eingeklochtem  Obst  die
Sammlung  noch  eine  ganz  bedeutende  Mehrung
erfahren.  Was  mit  Mühe  und  Sorgfalt  aus
bisher  unbeachtetem  Material  den  volkswirtschaftlichen
  Zwecken  gewonnen  werden  kann,  das
zeigt  aber  schon  der  bisherige  hervorragende
Erfolg  der  Sammlung.  Die  Leitung  kann  es
lich  nicht  versagen,  glien,  die  dazu  beigetcagen,
von  ganzem  Herzen  3u  damten.  Zugleich  aber
ergeht  die  neue  Bitte,  auch  in  Zin  jeden
anfallenden  Obütkern  zu  reinigen,  zu  trodnen
und  den  Sammesttellen  zuzuflihren.  Die  ·  Gemeinden
  und  Schulen  der  Umgebung  wollen
ihre  gesammelten  Kerne  an  die  Samimelstelle
Hoegner,  Ludwigsplatz  8,  abliefern,  welche,  wie
die  übrigen  Sammesstellen  —  Kunstmühlbesitzer
einritzi,  Innstraße  24,  Bäclermeister  Miehle,
ünchenerstraße  39,  und  Kaufmann  Schustetter,
Hl.=  eiststrabe  11  .  den  ganzen  Winter  geöffnet
  ist.  Zu  jeder  gewünschten  Auskunft  ist  auch
die  Leiterin  der  Obstkernsammlung,  Haustätterstraße

  16/0,  gerne  bereit.

r
Danktelegramm  des  Königs.  Auf
das  vom  et  gestern  an  Seine
Majestät  den  Könl  gangenes  Elückwunschtelegramm
  ist  "  -  folgende  tele-—

  Wingel
S#  mein  lieber

„Die  ichen  Wo  unn
at,  zuoe  ber  Stadtverwaltung
ims  J  Gelurrtsfeste  an  mich
richtelen,  ha  aufrichtig  erfreut.
diesen  erneuten  ms  treuonhünglicher  Ge- 



’  5

1%  —

 

 

sondern

kers  auf

 

sinnun,  sur  Gluc=  und  Segenswünsche,  sagen

die  Königin  und  ich  Ihnen  und  der  Stadtverwaltung
  herzlichen  Dank.  ig.“

Ludwigskreuz.  Feldwebel  Hane  Ebitsc
vom  Sanierungskommando  Nosenheim  murde
mit  dem  König--Ludwig-  2  ausgeseichne:

Zur  Zuderverfsorg  Der  Kom
munalverband  RNosenheim-  1%  teilt  solgende:
mit:  Aus  verschiedenen  Kreisen  der  Bevölkerung
  des  Amtsbezirkes  wurden  Amragen  an
den  Kommunalverdand  gerichtet,  aus  welchem
Grunde  der  auf  die  Zudetiarie  für  15.  Dez.
bis  15.  Jan.  treffende  Zucker  nicht  auf  einmai
am  Fälligkeitstermin.  sondern  nur  ratenweise
algegeben  werden  kann.  Zur  Aufklärung  wird
letanntgegeben,  daß  die  Ursache  in  der  im  Gü
terverteh:  eingetretenen  Stockung
(die  von  der  Jukrrfarrir“  Alten  in  nachen  er
warteten  Waggons  Zucker  waren  3  Wocken  u.
länger  unterwegs..  Di  gleichen  Klagen  üÜber
Zuckermangel  bestehen  übri  *  cuch  in  anderen
  oberbayer.  Landbezirlen.  Der  Vergleich
mit  der  Stadt  Rosenheim  9  deshalb  niti  zutreffend,
  weil  die  Stadt  infolge  der  im  Apil
1917  trotz  des  Widerspruchs  der  lleinen  Händ
ler  durkgeführten  Verminderung  der  Verkaufe.
stellen  von  76  auf  5  in  der  Lage  ist,  den  nach
der  Bevölkerungszahi  des  Kos  amunalverbande
bemessenen  Vertraucksanteil  an  Zucker  sparsam
zu  verwenden  und  die  bei  der  Verteilung  unvermeidlschen
  Verluste  auf  das  geringste  Mah
herabzudrüden.  Im  Landbezirke  Rosenheim  wa
ren  bioher  sämtliche  Kolon:  zalwarenhändier
(inegesamt  220)  zum  Zucerverlauf  zugelassen.
Dadurch  wurde  nicht  blosß  der  Ceschäftsverkehr
lei  der  Mark  encinlieferung  wesentlich  erichwert,
inobesondere  auch  der  Verluft  bein
Transporte  und  der  Unterverleilung  des  31

ein  Vielfaches  erhöht.  Auch  in  der
Stadt  Roscuheim  waren  vor  der  Zentralisterung
  des  JZuckerverkaufs  in  wenigen  Verkaufsrelien
  die  Klagen  über  die  Juckernot  an  der
Tagesordnung.  Erst  seit.  Einführung  des  neuen

Shliems  war  die  Stadt  in  der  Lage,  an  den
monatlicken  Verbrauchsanteil  Einsparungen  zu
mac.en  und  für  unvorkergesehene  Fälle,  wie
Verlebrestockungen.  eine  Rüdäklage  an  Zucker  anzsammeln.
  Im  Landbeeirke  zäßt  sich  wegen
der  rumlichn  Ausdehnung  die  Einrichtung
des  Zuderverkaufs  nach  dem  Vorkilde  "  der
Stadt  selbstverständlich  nicht  ohne  weiteres
durckführen.  Außerdem  wurde  der  Kommnnal-=7
  Rosenheim-Land  bicher  durch  die  Rück.

t  guf  die  vielen  kleinen  Geschäftsleute,  wel-6
  von  der  Entziehung  des  Zuckerverkaufs  eine
bedeutende  Geschäftsschädigung  befürchten,  davon
  abgehalten,  den  Zuckerverkauf  nach  dem
Beispiele  der  Stadt  nur  einigen  gröheeren  Geschäften
  zu  übertragen.  Da  sich  indes  im  Interesse
  des  Publikums  die  Notwendigkeit  ergeben
  hat,  ein  strofferes  S  der  W*s
einzuführen,  wird  der  Kommunalverband  den
Plan  einer  nen#en  Organisation  des  Zuclerverlaufs,
  welcher  vom  Ausschuß  des  Kommnnalverbands
  ausdrücklich  gebüligt  wurde,  unbeirrt
durck  die  Gegenvormellungen  der  Geschäftsinteressenten
  demnächst  zur  Durchführung  bringen.
Das  Näbere  hierüber  ist  aus  der  in  den  nächslen
Tagen  zur  Veröffentlichung  kommenden  Bekanntmackung
  zu  entnehmen.

Tauwetter  ist  gestern  eingetreten.  Nachdem
  die  sehr  niedere  Temperatur  soom  Sonntag
  vormitiag  jäh  bie  zu  ein  paar  Grad  Wärme
  emporschnellte,  haben  die  Schneehaufen  und
Eiskrusten  zu  schmelzen  begonnen.  Von  den
Dachrinnen  iropft  es  und  die  Schneefigur  in
der  Münchenerstraße  neigt  schon  bedenklich  das
Haupt  auf  die  Vrust.  Gesundheitsfördernd  int
das  Wetter  gerade  nicht.

Abgängiges  Pferd.  In  der  Nacht  vom
7.  auf  3.  da.  Mts.  ist  aus  der  Stallung  unterer
Eries  Nr.  2  ein  Pferd  (Stute.  1.65-Mtr.  groß.
beligelb,  mit  langem  Schmeif)  entlaufen  oder  gestohlen
  worden.  Sachdienliche  Mitteilung  an  die
vel  zeiwache  Ros'nheim  erbe  ten.

Die  Teuerungszulage.  Aus  Pensione
benteien  wird  uns  geschrieben:  Die  diesbezügl.
Notiz  in  Nr.  5  des  „Ros.  Anz.“  kann  zur  An
nahme  verleiten,  als  sei  der  ganze  dort  ang
führte  Betrag  ausschl.  den  Pensionisten-  4r
Beamtenhinterbliebenen  zuteil  geworden.  Es  sei

eshalb  lonstatiert,  t  die  Genannten  im  ganzen
  mt  ca.  1½6  Millionen  Mark  als  Kriegs.
teuerungsbeihilfen,  also  laum  den  17.  Teil  der
genannten  Summe  ethielten,  während  der  weit.
aus  größere  Teil  den  aktiven  Beamten  und
Staatsarbeilern  zugute  kam.  Weihnachtsspen
den  haben  die  Pensionisten  und  Witwen  und
Waisen  uberhaupt  nicht  erhalten.
Staatslotterie.  (Preuß.-Südd.  Klas
senlotterie.)  In  der  Staatslotterie  findet  in
diesen  Tagen  die  Ziehung  zur  1.  Klasse  der
11.  Lotterie  statt.  Wer  in  dieser  Votterie  mitspielen
  will,  tut  gut,  sich  Weine  Lose  schon  zur
1.  Klasse  zu  besorgen,  da  bei  späterem  Spielbeginn
  die  früheren  Klassen  hieaen—.  werden
müssen.  Die  Staatsthtterie  ist  eine  unter  staat.
licher  Aufsicht  spielende,  äußerst  günstige  Lotterie,
  bei  der  kur  chni  tuich  iedes  2.  He#  gewinnt.
jeder  Kla  ahn  eine  Reihe  -obler
—  wi  und  P5000  Mark

iehung  er  Haupttreffer  mit  500  000
fiel  in  den  letzten  Jahten  zweimal  nach  *
senheim.  (Lose  in  allen  -eniilennen  nuch  vor.

5  heim,  Ecke  Münchener-
  und  inzcegentenstrahe.)

 

zu  suchen  il.

 

Mittwoch,  9.  Januar  19198

Lebhte  Rachrichten.
Wik.  Drobßes  Hauptquaortier,
3.  1.  Amtlich.  (Drahtb.)
Westlicher  Krlegsschauplatz.
Einzelne  Abschnitie  in  Flandern  und  südweit
lich  von  Cambrai  lagen  zeilweilig  unter  Beftigem
Fener.  In  der  Abenddämmerung  griffen  engliscke
  Kompagnien  östlich  von  Bullecourt  an.
Sie  nurden  abgewiesen.
Im  Sundgau  entwidelten  sid  am  Abend  leb
Lafte  Artilleriekämpfe,  die  nach  ruhiger  Nacht
DLeule  früh  wieder  auflebten.

den

Mazedonischke  Front.
Zuischen  dem  Ochrida-  und  Prespasee,  im
Launotor  iin  souiie  zwischen  Wardar  und  D  iiranjer
  ur-  ie  Artillerietätigleit  rege.  Deua  Ja
ger  46#  5  von  einem  Erkundungsoorno#i  in  bie
seindlichen,  Loher  von  den  Nussen  verteiolgten
Gräben  Venle  ch  vom  Prespasee  eine  Anzahl
Franzosen  ein.
Italienischer  Kriegsschanplatz.

Gegen  der  Monte  Asolone  und  den  Piaveab
schnitt  nordlich  von  Vidor  richiete  der  Feind
tagsüber  besige  Feuerüberfälse.  Auch  während
der  Nacht  blieb  das  Feuer  leblaft.

Der  erfte  Generalquartiermeister:
Schregzliches  Eisenkanunglück  in
der  Nheinpfalz

1.  Amttich.

Win.  Ludmwigoshafen,  2.
*rabl  Ve#gen:  Nacht  11  .  Uhr  it  i

scn#  Kaiferelantteu  und  Honburg  vor  Station
Büuckmullbach  bei  flarlem  Schucegeitöber  ein
Urlauler  ug  auf  einen  Giterun  cuĩaefabren.

Von  *  Insaisen  des  Urlanberuges  id
ad  den  ##herigen  Fenellungen  12  getoset
*-  teilmeiie  schuer  verleßt.  Hilfe
uüge  gingen  jsofori  von  Homburg  und  Kui

serslautetn  ab.  I#e  Verichten  wurden  in  Buch
mül  ltc,  Miesel  und  im  Neservelg-arei:  Hom
barg  untergebracht.  Die  Namen  der  Toten  werden
  baldmögiuch:  veroffentlichi  werden.
4
Ludendorff.

**  Berlin,  8.  1.  Ueber  das  Gernä#  bemef
fend  Ludendorffs  Rücktritt  schreit:  die  „Germania“:
  Der  Reickhetzg  ist  über  den  Verdacht
erhaben,  auch  nur  einen  Augenblick  die  unver
gleichlichen  Verdienste  Hindenburgs  und  Ludendorffs
  zu  vergessen.  Nur  die  Andeutschen  schei
nen  einmal  wieder  Interesse  an  einer  anderen
Darstellung  zu  haben,  die  auch  atrdings  in
einer  Engabe  an  die  Reichsregierung  einen  starten
  Druck  im  Sinne  ihrer  Kriegeziele  auszuüben
  trachten.  Das  alles  zusammen  hat  eine
Anmospläre  der  Beunruhigung  erzengt.  für  die
die  tatsächlichsten  Untertagen  sehlen.  Das  har
auch  geflern  der  Reichstanzler  festgestellt,  als
er  eine  Reiß#  #n  Fraktions  führern  empfing,
denen  er  ein  durchaus  beruhigendes  Bild  unserer
  gegenwärtigen  militärischen  und  politischen
Lage  zu  geben  in  der  Lage  war.  Auch  eine
Reihe  von  Personlichteitsfragen  wurden  in  einer
Weise  erörtert.  daß  jeder  etwaige  Grund  zu
Beunruligung  als  beseirigt  angesehen  werden
lann.

In  terfraktionelle

Besprechungen.

*“  Berlin,  Nach  Beendigung  der  ge
strigen  Sigung  ör  des  Reichslage:
  treien  die  Vertreter  der  Mehrheitspar
teien  abermals  zu  einer  interfraktionel
leun  Besprechung  zusammen,  um  u.  a.  au
über  den  Fortgang  der  Verhandlungen  des
Hauptausschusses  zu  beraten.

Buchkanans  endgiliige  Abreise.

*  Slocklolm,  8.  1.  Der  englische  Bot
sc  afler  in  Petersbura  wird  laur  „Nezeh  Wiaul“
am  7.  Jangar  aus  der  runishten  Hauptftadt
abreise  n.  Auch  die  Offiziere,  welche  Mitgiie
der  der  englischen  Militärabordnung  in  Nuß
land  sind,  verlassen  das  Land.  Auch  der  franzo
sische  Botlschafter  wird  in  einigen  Tagen  nach-###en.

  Er  will  gleich  Buchanan  unächst  in  Stockh
lolm  bleiben.  In  politischen  Kreisen  erllärt  man
die  Abreise  der  Bofschafter  damtt,  daß  aus  Paris
und  London  Direktiven  ergangen  feien,  wonack.
die  Botschafter  Petersburg  zu  verlassen  hätten.
wenn  Vertcetungen  des  Feindes  in  Petersburg
ankämen.

Kleine  TCageschronik.

„North  China  Mail“  meldet  aus  Tientsin,
daß  der  chinesische  Oberbefehlshaber  im  Char
bin-Gebiet  der  russischen  Kegierung  ein  Ultimatum
  zukommen  ließ,  worin  er  die  Entwaffnung
  der  rufsischen  Truppen  in  diesem  und  sin
den  angrenzenden  Räumen  binnen  48  Stunden
(ordert.  Die  Entente-Konsuln  haben  dieses  Ulmatum
  mitunterfertigt.  Die  chinesischen  Soldaten
  nahmen  mehrere  hervorragende  Maximalisten
  gefongen,  die  brlcpahbie  sind,  den  Aufruhr
in  Se  vorbereitet  zu  haben.

Das  Scho  de  Paris  teilt  mit,  daß  in  nächster
JJes  eine  neue  Konferenz  der  Miunisterpräsidenten
  der  Alliterten  in  Paris  unter  dem  Vorsitz
  von  Clemenceau  abgehalten  werde.