Full text : Deutsche Geschichte. Erster Band. (1)

Zulanmenjchluß  germanijcher  Stämme  zu  WVölferbindeınt.  37

unterbrochen.  Das  rechte  Nheinufer  ging  um  268  verloren  —  die
feßte  Tateinifche  Infchrift  des  rechtsrheinischen  Landes,  die  wir  befiten,
  ftammt  aus  diefem  Jahr  —;  da  Defumatenland  ward
alemannisch  und  wurde  von  den  Römern  jelbit  jebt,  obwohl  römisch
folonifiert  und  zivilifiert,  al®  Memannia  oder  Barbaria  bezeichnet;
aus  Stalien  jelbit  Hatte  man  unter  dem  Kaifer  Probus  (276—  282)
einzelne  alemannijche  Schwärme  zu  vertreiben  und  bei  den  Friedens-Ichlüffen
  war  meift  die  zweifchneidige  Beltimmung,  daß  die  jeitherigen
Feinde  Truppen  ftellen  mußten,  was  zufammenhing  mit  dem  Rüdgang
der  romanischen  Bevölferung  an  Zahl  und  Kriegsbefähigung.  Am
Niederrhein  wiederholte  fich  diejelbe  Gefahr  mit  dem  VBölferbunde
der  Stanfen,  die  ihrer  Bereinigung  aus  vielen  Stämmen  den
Kamen  der  Freien  gegeben  —  ein  Name,  der  von  ihnen  jelbit
ausging,  nicht  wie  der  der  Germanen  von  feltiichen  oder  römischen
Nachbarn  und  Feinden  gefommen  war.  Nicht  minder  ernithafte
Kämpfe  waren  an  der  unteren  Donau  im  Gange.  Die  zu  befämpfenden
  Seinde  waren  hier  die  Goten,  das  führende  Volk  der
Dftgermanen,  die  zuerjt  al3  Gutonen  auf  dem  rechten  Weichfelufer
  erjcheinen,  nach  und  nach  fich  jüdwärts  bi3  zum  Schwarzen
Meer  vorjchoben:  250  verlor  Kaifer  Decius  gegen  fie  Schlacht
und  Xeben.  269  jchlug  fie  der  Imperator  Claudius  bei  Naiffus
(Niich  in  Serbien)  und  die  Donaugrenze  wurde  behauptet,  nadjdem
  man  die  Erwerbung  der  Kriege  Trajang,  die  Provinz
Dacien  aufgegeben  hatte.  Einen  Furzen  Stillfftand  brachte  die  große
Reform  und  Neuorganifation  des  Neichg  durch  Divcletian  feit  dem
Ende  des  dritten  und  Anfang  des  vierten  Sahrhunderts.  Con-Itantiu3
  und  nach  ihm  aus  dem  conftantinischen  Haufe  Sultans
wehrten  dem  Andrang  der  Franken  und  der  Memannen.  Diejer
\hlug  die  Memannen  in  einer  großen  Schlacht  bei  Straßburg  (357)
und  erneuerte  da3  Andenken  früherer  für  die  römischen  Waffen
rühmlicher  Tage,  indem  er  viermal  den  Nhein  überfchritt.