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8. Da, wie wir hoffen, Erzherzog Maximilian auf unser Ersuchen
auch einen Gesandten schicken wird,! so werdet Ihr mit ihm gleichfalls
kommunizieren und beraten.
9. Weil es den deutschen Fürsten sehr ärgerlich gewesen ist,
dass der Kaiser sich nicht verheiratet hat und daraus allerlei „Absurda‘
erfolgt sind, so werden unsere Gesandten zu betonen haben, dass
e8 bei unserer Heirat nur mehr an der Trauung fehlt, die wir
wegen allerlei Ungelegenheiten und Geschäften der gemeinen
Christenheit bisher gegen unsern Willen haben aufschieben müssen ; sie
soll aber in einigen Wochen erfolgen und hoffen wir, uns so zu
verheiraten, dass das Reich daraus ersehen wird, „dass unser intention
zu der teutschen nation, auch gemainer christenhait früd und ainigkait
zu erhalten genaigt seie.‘“?
10. Unsere Gesandten sind genügend unterrichtet, was mit
Bathory? und dessen Haiduken, die er gegen unsere Befehle an
sich gezogen hat, vorgegangen ist, wie übel sie in Oberungarn gehaust
und wie sie die Wallachei dazu eingenommen haben, die Bathory
neben der Moldau aus dem alten Verband mit Ungarn loslösen uud
sich unterwerfen will; Bathory ist auch wider die alten Verträge
zwischen Ungarn und Polen in dieses Königreich eingefallen und
hat daselbst und in Ungarn neue Unruhen angefangen, um dann
weitergreifen und andere christliche Länder ebenso bekriegen zu können;
zu diesem Zweck praktiziert er auch unaufhörlich an der Pforte.
Die Moldau und die Wallachei sind aber uns und unserm Königreich
Ungarn durch alte und neue Verträge verbunden und Bathory hatte
sich vordem eidlich verpflichtet, gegen unser Königreich Ungarn
nichts vorzunehmen, die Haiduken wegen ihres Mutwillens zu bestrafen,
ja er erbietet sich eben wieder durch neue Verträge und
Gesandtschaften dazu. Er hat aber nichts gehalten, die Haiduken
haben trotzdem in Oberungarn so gehaust, dass die Landesbewohner
dagegen „generalem et personalem insurrectionem“ zu beschliessen
gezwungen wurden und können wir nichts anderes tun als unsere
Untertanen und Verbündeten nach Kräften schützen. Wir haben
vorher noch durch den Palatin und die ungarischen Stände Bathory
ersuchen lassen, gegen die Haiduken gemäss dem geschlossenen
Vertrag Hilfe zu leisten. Was aber auch darauf erfolgt, so sind wir
entschlossen, diesem Uebelstand bei Zeiten zuvorzukommen. — Unsere
Gesandten haben dies beim Begehren der Grenzhilfe den Kurfürsten
vorzustellen, damit diese die den ungarischen Grenzen durch die
Türken und Bathory drohende Gefahr desto mehr in Acht nehmen
und desto williger sind, die uns vordem durch Kurfürsten und Fürsten
versprochene Grenzhilfe zu befördern.
i Vgl. no. 233,
? Die Vermählung des Königs Matthias mit der Erzherzogin Anna, Tochter
des Erzherzogs Ferdinand von Tirol, fand erst im Dezember 1611 statt.
s Vgl. A. Huber, Geschichte Oesterreichs, V., S. 60 f.
[Zu
Juli 6.]