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des tags, lichts von der Sonne Hölty 66; mutter
holder dunkelbeit, nacht U; 1, 149; Egypten war die
mutter der weltweisheit und der freien kunste geworden
Lessing 3, 199; die heuchelei, eine mutter so vieler
laster Schiller 4, 90; mutter ein Stammland mit
Bezug auf seine Kolonien, vgl. mutterland; unter
mehreren mit einander vereinigten Kirchgemeinden ist
die älteste, wo der Geistliche seinen Sitz hat, die mutter,
vgl. mutterkirche. 8) in wissenschaftlicher und gewerblicher
Spr., bergmännisch Gestein, als Hülle des Erzes
und dieses aus sich bildend gedacht; in der Steinkunde
Hülle um ein Gestein: die mutter oder die äuszere
rinde des smaragds Lessing 11, 361; Muschel, in der
eine Perle vorhanden ist; bei Schriftgießern mutter,
schriftmutter, die Matrize; bei Feuerwerkern mutter,
der untere hohle Raum eines Raketen= oder Schwärmerstocks;
bei Eisenarbeitern Hohlraum in welchem eine
Schraube geht; Offnung, worin die Klinke eines Thürschlosses
sitzt. 9) mutter, im weiblichen menschlichen und
tierischen Körper, der Teil der ein neues Geschöpf empfängt
und bis zur Geburt ausbildet (gebärmutter), wie
lat. matrix, griech. moe tra, Jes. 46, 3. 66, 9; als Krankheit
umkehren, steigen, vorfallen der mutter, auch
mutter schlechthin genannt Schmeller; auch ähnliche
Beschwerden beim Manne, Kolik, werden übertragen mit
mutter bezeichnet, die sich grimmt oder hebt: coksca
grimme mueter, hebmueter, kalt hefmuter Dief.; für
das Innere des Unterleibes schlechthin: dasz sich ein
mann ganz warm halt, dasz jhin die mutter nicht erkalt
H Sachs 4, 3, 775; ein guter trunk gerechter
Tramminer der wermet die mutter wol Albertinus
Landstörzer 477. 10) mutter, Hefe eines gährenden Getränkes:
die mutter oder hefen Hohberg 3, 1, 72;
auch das Dicke, welches sich in einigen Säften setzt
Frisch; essig-, weinmutter; nur hier angelehnt und
umgedeutet, die niederländische Form modder zeigt, daß
es ursprünglich mit moder (s. d.) ein Wort ist. — Zusammensetzungen:
mutterallein, ganz allein, eigentlich
allein, wie in der Mutter oder im Mutterleibe (bei
Goethe der neue Amadis umschrieben: allein wie in
mutterleib). — Mutterarm, m. Arm der Mutter oder wie
der Mutter, tragend, schützend, hütend: mit offnen mutterarmen
empfängt die fliehenden Elisabeth Schiller
Karl. 3, 10. — Mutterauge, f. Auge der Mutter oder
wie der Mutter: wenn mutteraugen . bicht auf sie
(die Kinder) scheinen Tieck Oct. 48. — Mutterbiene, f.
Königin in einem Bienenstocke. — Mutterboden, m.
mütterlicher Boden, Land das uns geboren; Boden auf
dem sich etwas erzengt. — Mutterbruder, m. Oheim —
Mutterbrust, f. die Brust einer Mutter und ihr Inhalt:
dic m. nechmen, trinken, von einem Säuglinge. —
Muttererde, k. Erde als Mutter; Erdboden, der Gewächse
erzeugt, Gartenerde; bei Salpeteranlagen Erde,
woraus sich Salpeter entwickelt. — Mutterfreude, f.
Freude wie sie eine Mutter empfindet: was einer mutterfreude
glich? Schiller 3, 167. — Mutterhaus, n.
Haus wo eine Mutter wohnt oder wohnte. — Mutterherz,
n. Herz, Empfindung einer Mutter; für die empfindende
Mutter selbst: wie leise hört ein mutterherz!
Wieland Ob. 8, 78. — Mutterkind, n. Kind als
von einer Mutter geboren bezeichnet, mhd. muoterkint;
gewöhnlich in festen Verbindungen, manches, kein mutterkind
= Mensch überhaupt; (es glich) kein mutterkind
Iemenen Hölty 19; — von der Mutter gepflegtes, gehätscheltes
Kind, besonders im spottenden Dim. mutterkindehen
(vgl. muttersohn). — Mutterkirche, k. Hanptkirche
eines Kirchspiels, vgl. mutter 7 a. E. — Mutterkorn,
u. kornförmiger Auswuchs an der Roggenähre,
auch korumutter (s. d.). — Mutterkraut, n. Name
mehrerer gegen Krankheiten der Mutter (9) angewendeter
Pflanzen. — Mutterkrebs, m. Krebskrankheit der Gebärmutter.
— Mutterkuchen, m. Nachgeburt. — Muttermutterallein
— Mutterkuchen.
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land, n. Land wo die Mutter wohnt oder wohnte,
Geburtsland: die schönen tage des vorigen jahrs im
mutterlande abermals zu genieszen Goethe Tagh. 1816;
Stammland, gegenüber den Kolonien: mangel einer verbindung
mit dem portugiesischen mutterland Moltte
4, 171. — Mutterleib, m. Leib der Mutter, der das
Kind getragen und geboren hat, mhd. muoterlip; gewöhnlich
in den formelhaften Verbindungen im, ohne
Artikel in mutterleibe (Luc. 2, 21), aus mutterleibe
(Matth. 19, 12), zeitlich von mutterleib (Richt. 13, 4),
von mutterleibe an (Ps. 58, 4). — Mutterliebe, f. Liebe
einer Mutter oder wie einer Mutter zu ihren Kindern.
— mutterlos, der Mutter entbehrend oder beraubt. —
Muttermal, n. Mal von Mutterleibe her: hand sie auf
seiner linken brust ein mütermal funden Wickram
Goldfad. A 4b; Plur. man hat muttermäler in form von
sternen, kronen, schwertern Immermann Münchh.
1, 175; auch muttermale. — Muttermilch, f. Milch von
der Brust der Mutter; als Redensart etwas mit der
muttermilch einsangen, von einer unausrottbaren Vorstellung
u. ä.; aberglauben . den man mit der deutschen
muttermilch eingesogen hat Gellert Loos 3, 3.—
mutternackt, nackt wie im Mutterleib oder vom Mutterleibe
weg, gänzlich nackt, mhd. muoternacket, muoternackent,
in letzterer Form auch noch im älteren Nhd.:
muszte mich mutternackend abziehen Albertinus
Landstörzer 97. — Mutterpfennig, m. Pfennig durch die
Fürsorge der Mutter gegeben oder zugesteckt, als Notoder
Hülfsgeld: hätt ich einen mutterpfennig Voß
6, 47. — Mutterrolle, s. Stammrolle, als Grundlage
für andere Verzeichnisse. Bei den Schauspielern Rolle
einer Mutter. — Mutterschoß, m. Schoß einer Mutter;
Mutterleib. — Mutterschwester, k. Base, Tante. —
Mutterseele, k. Seele einer Mutter; in der Verbindung
keine mutterseele, Seele von einer Mutter geboren,
Mensch: keine m. war da. — mutterseelenallein, gänzlich
allein, verstärktes mutterallein, unter Heranziehung
von mutterseele; mutterseelenallein sein; auch mutterseel
allein Weiße kom. Op. 3, 175. — Muttersohn, m.
Sohn einer Mutter, Mensch (wie mutterkind): manch
blonder schmucker muttersohn Wieland Liebe um
Liebe 1, 24; Dim. muttersöhnchen, älter mauttersöhnlein
(Stieler) spottend für einen von der Mutter verätschelten
Sohn, weichlichen jungen Menschen. —
kuttersprache, k. von der Mutter her überkommene
Sprache, heimatliche Sprache, in mittellat. Quellen des
14. Ih. lingua materna, niederdeutsch 1424 modersprake
(Korrespondenzblatt für niederd. Sprachf. 1887,
S. 56), im 16. Jh. allgemein: die müterspraach, patrius
sermꝛo Maaler; zunächst auf das Deutsche bezogen,
dann auch allgemein, jede heimatliche Spr. meinend:
der Franzose konnte es nur in seiner muttersprache
sagen: — Stammsprache, im Verhältnis zu den Töchtersprachen:
das lateinische, die muttersprache der romanischen
dialekte. — Mutterstamm, m. bei Pflanzen
Hauptstamm, im Verhältnis zu den Ablegern. —
Mutterstock, m. Hauptstamm, z. B. eines Weinstocks;
bei Bienenzlchtern Dienenstock der zur Fortpflanzung
dient. — Mutterteil, m. u. Erbteil von der Mutter her.
— Muttertier, n. Tier als Mutter gegenüber den Jungen.
— Mutterwitz, m. natürlicher, von der Mutter ererbter
Verstand (vgl. witz); Wort erst im 18. Ih. bezeugt:
urtheilskraft ist das specifische des sogenannten mutterwitzes
Kant 2, 155; deine wahl war zu staatsklug,
als dasz ich sic deinem mutterwitz zutrauen sollte
Scil#er Fiesko 1, 9.
kütterlich, einer Mutter zugehörig, eigen oder gemäß,
ahd. muoterlih, mhd. müeterlich: jr mutterlich
herz entbrand uber jren son 1. Kön. 3, 26; das möterlich
und vätterlich gut Maaler; die pflanze die
der gewaltthätige Europäer aus dem mutterlichen Asien
entführt Schiller 2, 3899; das sind meine lieben basen
Mutterland — mütterlich.