Full text : Das Civil-Medizinal-Wesen im Königreiche Bayern. 2. Band. Die Medizinalpolizei. (2)

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8.  3.
Zum  genauen  Vollzuge  dieser  Unserer  Allerhöchsten  Verordnung

  muß  das  Alter  der  impfungsfähigen  Kinder  aus  den
pfarrlichen  Taufbüchern  erhoben,  den  betreffenden  Gerichtsstellen
und  Physikern  übergeben  und  durch  die  den  letztern  zur  Führung
eigener  Geburtslisten  nächstens  zu  ertheilenden  Vorschriften  und
Tabellen  controllirt  werden.

8.  4.

Um  der  gegenwärtigen  Verordnung  den  gehörigen  Nach—
druck  zu  geben,  finden  Wir  nothwendig,  die  Saumseligen  und
Widersetzlichen  mit  angemessener  Geldstrafe  zur  Annahme  des
Guten  zu  bestimmen  und  befehlen  daher:

a.  Daß  von  einem  jeden  Kinde,  welches  mit  dem  ersten
Juli  eines  jeden  Jahres  schon  volle  drei  Jahre  alt  geworden,  ohne
bis  dahin  mit  den  Schutzpocken  geimpft  zu  sein,  eine  die  Vermögensumstände
  angemessene  Geldstrafe  von  1  fl.  bis  8.  fl.
erhoben  werden  soll;

b.  daß  nach  Verlaufe  eines  Jahres  (d.  i.  wenn  am  ersten
Juli  des  darauf  folgenden  Jahres,  an  welchem  das  Kind  vier  volle
Jahre  zählt,  die  Schutzpocken-Impfung  noch  nicht  vorgenommen
sein  sollte),  die  vorige  Geldstrafe  um  die  Hälfte  erhöhet,  und,
wenn  die  Impfung  immer  unterlassen  wird,  jährlich  damit
bis  zum  sechsten,  dann  zweijährig  bis  zum  achten,  zehnten  und
zwölften  Jahre  fortgefahren  werden  müsse,  wie  nachfolgender
Entwurf  zeiget:

Minimum.  Maximum.
der  Strafe  nach  Verlaufe  des  3.  Jahres  1  fl.  —  kr.  8  fl.
nach  Verlauf  des  4.  Jahress  fl.  30  kr.  12  fl.
nach  Verlauf  des  5.  Jahrees  2  )  fl.  —  kr.  16  fl.
nach  Verlauf  des  GC.  und  7.  Jahres  2  fl.  30  kr.  20  fl.
nach  Verlauf  des  8.  und  9.  Jahres  3  fl.  —  kr.  24  fl.
nach  Verlauf  des  10.  und  11.  Jahres  3  fl  30  kr.  28  fl.
nach  Verlauf  des  12.  Jahres  4  fl.  —  kr.  32  fl.

Diese  nach  dem  zwölften  Jahre  des  Alters  eines  zu
impfenden  Subjektes  festgesetzte  Geldstrafe  bleibt  die  alljährliche
bis  zur  erfolgenden  Impfung.

c.  Von  denjenigen,  welche  nach  §.  1.  strafbar  werden,
wird  die  Geldstrafe,  rücksichtlich  ihres  Alters,  nach  gleicher
Norm  eingeheischt.

d.  Von  jenen  Subjekten,  welche  Almosen  beziehen,  oder