Volltext : Das Civil-Medizinal-Wesen im Königreiche Bayern. 3. Band. Die Medizinalpolizei (Fortsetzung). (3)

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hart  und  mit  röthlichen  Knötchen  besetzt,  welche  sich  später  ebenfalls
  mit  Schuppen  oder  auch  mit  Krusten  bedecken.  Wenn
man  solche  Stellen  drückt  oder  reibt,  so  halten  sich  die  Schafe
entweder  stille  und  äußern  ein  gewisses  Wohlbehagen,  oder  sie
geben,  wenn  jene  Stellen  wund  und  geschwürig  sind,  schmerzhafte
  Empfindungen  zu  erkennen.

Breitet  sich  die  Kranheit  weiter  aus,  dann  wird  allmählig
der  größte  Theil  der  Hautoberfläche  schuppig,  rauh  und  schrundig,
  und  die  Thiere  magern,  der  fortdauernden  Freßlust  ungeachtet,
  sichtbar  ab.

II.  Die  nasse  Räude  entsteht  bei  nasser  Witterung  sehr
leicht  unter  den  weidenden  Schafen.

Sie  beginnt  am  Rücken  und  Schwanz,  auch  an  den  Seitentheilen
  des  Körpers  damit,  daß  die  Haut  widernatürlich  roth
wird,  und  hierauf  eine  wäßrige  Feuchtigkeit  ausschwitzt,  welche
durch  Vertrocknen  sich  in  eine  Jucken  erregende  Kruste  verwandelt.
  Dieser  erste  Grad  der  Krankheit  wird  auch  die  Regenfäule
  genannt.

Hält  die  nasse  Witterung  länger  an,  und  die  Schafe  sind
fortwährend  derselben  ausgesetzt;  dann  wird  die  Haut  mißfärbig,
ausgedunsen,  wie  wassersüchtig,  zuletzt  blaugrünlicht;  starknässend
  und  geschwürig,  die  Wolle  verliert  ihren  Glanz  und  ihre
Elastizität,  wird  rauh,  verworren,  knotig  und  geht  leicht  aus.
Es  bilden  sich  Krusten  oder  Grinde,  welche  manchmal  einen  fast
handgroßen  Umfang  erreichen,  ziemlich  festsitzen,  und  jauchige
Geschwüre  bedecken,  welche  tief  in  die  Haut,  auch  wohl  bis  in
die  darunter  liegenden  Theile  dringen.

Die  Schafe  fühlen  ein  weit  heftigeres  Hautjucken,  als  wie
bei  der  trockenen  Räude,  deßhalb  kratzen,  kneipen  und  beißen
sie  sich  weit  häufiger  und  stärker,  sie  reiben  sich  immer  fort,
und  wohl  auch  bis  aufs  Blut  an  harten  Gegenständen,  und
wenn  man  sie  kratzt,  dann  stampfen  sie  mit  den  Füßen,  spielen
mit  der  Zunge  und  knirschen  mit  den  Zähnen.  Obwohl  die
Freßlust  noch  geraume  Zeit  gut  bleibt,  so  magern  die  Patienten
doch  auffallend  ab,  sie  verfallen  zuletzt  in  Husten  und  verenden
meistens  an  innern  Leiden  der  Lungen.