Full text : Das Civil-Medizinal-Wesen im Königreiche Bayern. 3. Band. Die Medizinalpolizei (Fortsetzung). (3)

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Der  Inhaber  gegenwärtiger  Urkunde  hat  mit  der,  seiner
Führung  anvertrauten  Heerde,  täglich  wenigstens  3  bis  4  Stunden
  Wegs  in  möglich  geradester  Richtung  zurückzulegen  und  zu
dem  Ende  überall,  wo  er  übernachtet,  solches  hierunter  durch
den  Ortsvorstand  bezeugen  zu  lassen,  nach  seiner  Ankunft  am
Orte  der  Bestimmung  aber  die  Urkunde  dem  dortigen  Ortsvorstande
  zu  übergeben.

Auf  der  Fahrt  von  der  Winterung  auf  die  Sommerweide
und  umgekehrt,  ist  den  Schäfern  die  Beweidung  der  auf  dem
Wege  gelegenen  Ortsmarkungen  herkömmlicher  Maaßen  gestattet.

Sollten  jedoch  zwei  oder  mehrere  solcher  Wanderheerden
auf  einer  Markung  zusammentreffen,  so  ist  die  zuletzt  ankommende
  sogleich  weiter  zu  fahren  verbunden.

Den  Pförch  ist  der  Schäfer  auf  Verlangen  in  derjenigen
Markung,  wo  er  zuletzt  geweidet,  jedenfalls  aber  unentgeltlich
aufzuschagen  verpflichtet.  Wenn  eine  Schafheerde  während  der
geschlossenen  Zeit  aus  irgend  einer  Ursache  von  einem  Orte  zum
andern  zieht,  so  ist  ihr  das  Weiden  und  Pförchen  nur  mit  besonderer
  Erlaubniß  des  Weideinhabers  gestatt.

N.  N.  den  ten.  18
Seite  2  und  3  (leer).

ad  Nr.  7865.  S.  31.
Kennzeichen  der  Schafräude.

Es  gibt  zweierlei  Arten  der  Schafräude,  nämlich  die
trockene  und  die  nasse.

I.  Die  trockene  Räude,  welche  auch  Stallräude
genannt  wird,  verräth  sich  (wie  zum  Theil  auch  die  nasse),  schon
in  der  Ferne  durch  das  Betragen  der  damit  behafteten  Schafe.

Sie  kratzen  sich  nämlich  mit  den  Füßen,  reiben  sich  an
harten  Gegenständen,  fahren  hastig  mit  dem  Maule  nach  einem
Körpertheil  und  benagen  sich,  oder  lassen  sich  auch  gerne  von
andern  benagen;  die  Wolle  geht  hin  und  wieder  büschelweise
aus,  und  bei  manchen  findet  man  eine  oder  mehrere  bereits
kahle  Hautstellen  Dieß  alles  geschieht  vornämlich  am  Hals,
auf  den  Schultern,  am  Rücken  und  am  Schweif.

Bei  näherer  Untersuchung  findet  man  die  Haut  mißfarbig,
blaß,  theils  mit  weißlichen  Schuppen  bedeckt,  theils  verdickt,