umme 30
sang= und andere, n, ebenso für wissenschaftliche
Verefne. Redner kommt dann auf 765 politischen
Charakter des Arbeiter-Turnerbundes zu sprechen
und verliest eine Reihe von Fällen, in
denen dsarauf hingewiesen wird, daß in ersler
Linie die Agitation (ür die Soʒialdemoltatie
und dann erst das Turnen komme. Was die
Jugendfrage aulange, —T sei er der Ansicht,
daß die sungen Leuse bis zum 18. Jahre nicht
an politischen Kämpfen teigehmen, sondern erst
lernen sollten.
Die Beratung wird am Donnerstag fortgesetzt.
Faimice aundschau.
Vom on
Der Finonkaueschyß, der Kammer der Abgeordneten
hat dem Beschluß der Kammer der
Reichsräte, im Justizetat die seinerzeit gestrichenen
Landgerichtstäte wieder einzusetzen, zugestimmt,
dagegen verharrte er bezüglich der von
ihm herabgesetzten Jahl der Oberamterichter,
die die Kammer der Reichsräte gleichfalls wieder
eingesetzt hat, auf seinem früheren ablehnenden
Standpunkte.
Militärlieferungen.
Die Beteiligung des Schneidergewerbes für
die Bedürfnisse der bayerischen Armee ist im
Jahre 1913 um 130 Prozent gestiegen und wiro
auch in diesem Jahre eine noch größere Steigerung
erfahren. Von Dauer sind aber biie
Verhältnisse nicht, weil es sich hierbei hauptsä
lich nur um Deckung eines einmaligen außerordentlichen
Bedarfes anlählich der letzten Heeresvermehrung
handelt.
Deutschlan.
Das Spionagegeset.
Die 19. Kommission des Reichstags zur Beratung
des Entwurfs betr. den Verrat militärischer
Geheimnisse nahm den ersten Absatz
des 8 1 in folgender Fassung an: „Mililärische
Geheimnisse im Sinne des Gesetzes sind
Sckriften, Jeichnungen und andere Gegentände
(die im Entwurf einbezogenen „NRacheichten“
werden gestrich en, deren Geheimhaltung im In.
tleresse der Landesverteidigung erforderlich it.“
Deutschland und England.
In der Budgetkommission des Reichstages
führte Staatssekretär von Jagow aus, day die
Beziehungen zwischen Deutschland und England
sich auf der Linie der Entspannung und Annäherung
glücklich weiter entwickelten. Der Grundton
der öffentlichen Meinung sei ein anderer geworden,
als in den Vorjahren. Man könne
sich dem Eindruck nicht wenschiehen, daß in der
allgemeinen Stimmung ein gewisser Wandel
eingerreten sei. In beiden Ländem habe die
enntnis Boden gewonnen, daß sie in vielen
Punkten und Fragen mit= und nebeneinander
arbeiten können und daß sich ihre Interessen
vielsach berühren. Die Ereignisse der letten
Zeit, die Vorgänge auf dem Balkan uno die
Verhandlungen in London trugen noch dazu
bei. In England habe man sch iberzeugen
können, daß auf deutscher Seite keine aggressive
Politik getrieben werde. Mit England habe
Deutschland dann arbeiten lönnen, zwischen den
beiden Mächtegruppen ausgleichend zu wirken
und internationale Konflitte zu vermeiden. Daraus
hätten sich gewisse Annäh:#rungen ergeben.
Die Beziehungen zwischen den beiden Kabinetten
seien vertrauensvoll und loyal uno
von gegenseitigem Entgegenkommen getragen.
Es würden ferner Verhandlungen über Einzelfragen
gefük“. Diese Verhandlungen, die
von dem Wun.Se geleitet seien, auf dem Gebiete
meintge von dirser Jagd in Erregung versetzt,
noch ganr * war. Ungefähr eine Meile oder
zwei konnte Turand noch sein Tempo einhalten.
dann aber sah er, daß er mir nicht entlommen
konnte und lentie sein Pserd aquerseldem. Das war
schlecht für mich. Ter Holelgaul loume springen,
mein Pierd aler war noch ei Neuling in diesem
Zeitvertreib. Wir lamen sicher über einige Hecken
und Turand immer naber, als ein Drahtzaun
sichtbar wurde. Ich habe schon von Perden
ehort die über einfachen Düaht gesprungen sein
Fen. gesehen habe ich es aber noch nich! und
nie hälte ich gedacht, daß ich selbst einmal den
Versuch machen würde. urand — ich muß
neeen. der Schuft reuet gut — ging ohne Zögern
arauf los und kam hinüber, wie ein Vogel.
#e Blut stockte mir in den Adern. Ich wußte,
daß mein Pferd das andere hatte E——x sehen
und vertraute auf die Vorsehung, d ich
nicht geglaubt, daß ich lebeno biatterkommen
würdem
ner Geschwindialeit von dreißia enalischen
M in der Stunde gingen wir darauf
los; das Pferd nteifte den Draht mit allen Vieren,
krickte ein, erholte sich zum Glück wieder, aber ich
füblte * Sicherheit, daß alles vorbei sei, zwemn
dieser Sprung nicht der letzte war. Ich gab meinem
Pferde die Hilsen und einen Sioß in die
Rippen und suchte Durand cein#uchelen, ehe noch die
nächste Hecke, ein hoher Stachelzaum erreicht war.
ach machte wahrhaft herkulische M'strengungen,
urands Zuůgel zu erfassen. ferd
ch vorne und mein Versuch gan. Wir
gingen nun auf den Zaun los. Durand, der
gewi-6 eupeahe. des für ihn alles vorüber wäre,
wenn i über den Drahtl gelangen konnte,
und der dies noch dem Erfolge des leyten Sprunges
befürchtete, obwohl — ich bin überzeuat davon
EAMMIII
des wirtschaftlichen und kolonialpolitischen Wettbewerbs
Ingeressengegensae zu vermeiden, nähmen
ihren Fortang, sie seien aber noch nicht
zu Ende geführt. Es seien viele Wünsche und
Hehenosche abzuwägen und es spielten auch
Interessen anderer Staaten hinein. Man dürfe
erwarten, daß das Ergebnie, wenn es auch niatt
gegen jede Kritik gefeit sein werde in beiden
Ländern mit Befriedigung ausgenommen werde.
"“ Die Fahrkartensteuer.
Die zweite württembergische Kammer nahm
einen Antrag an, in dem die Regierung ersucht
wird, im Bundesrat für eine möglichst baldige
Aufhebung der Fahrkartensteuer einzutreten unter
der Voraussetzung, daß der dadurch entstandene
Ausfall ohne Erhöhung der Matrikularbeiträge
gedeckt werde. Minislerpräsident v.
Weizsäcker erklärte darauf, daß er mit diesem-Antrag
einverstanden sei und daß er der Negierung
eine Stütze bieten werde, wenn die Frage
der Aufhebung der Fahrkartensteuer wieder zur
Sprache komme. Vielleicht werde die Steuer
* einmal abgeschafft werden. Einer Erhöhung
der Matrikularbeiträge würde er sich mit aller
Entschiedenheit widersehen.
Ausland.
Rußlands strategischer Bahnbau.
Der russische Ministerrat stimmte einer Kreditvorlage
an die Duma zu, die 240 Millevnen
Rubel zum Bau strategischer Bahnen an
der r ussischen Westgrenze vorsieht.
Eine Rede Eduard Greus.
Condon, 4. Febr.
Sir Edward Grey hielt gestern spät abends
nach dem Diner der Handelskammer in Manchesier
eine Nede, in der er die Wichtigkeit der Erhaltung
der Politik der offenen Tür betomee.
Eine Schwierigkeit, die auswärtigen Märkte
osfen zu halten, entstehe im Falle innerer Wirren
und Nevolutionen wie jetzt in Mexiko. Dort
nehme die Revolution einen solchen Umfang an.
daß sie sich jeder Kontrolle entzöge. England
könne nicht eingreifen, um die Märkte zu schützen,
weil der Markt vollständig ruiniert sei.
In Persien, wo die Handelsstroße gesperrt sei,
lönnte England sie mit einer verhältnismäßig
tleinen Macht oifen halten. Man müsse aber
auch weiter blicken und die Verpflichtungen des
Reiches in Betracht ziehen, die durch die Entlendung
einer bewaffneten Macht entständen.
Das wichtigste Ziel der äußeren Peitik sei,
den Landessfrieden zu erhalten, nicht aus Mangel
an Mut, als ob England so vor der Idee eines
Krieges zurückschrecke, daßt es ihn uniter beincn
Umständen ins Auge jassen könnte, sondern
wmeil es sich der verwüstenden Folgen eines Krieges
voll bewußt sei.
Sir Grey kam dann auf die Rüstungsfrage
zu sprechen. Er sagte, er baabsichtige nicht eine
wichtige Erklärung abzugeben. Die Uriachen
der hroßen Ausgaben für die Rüstungen seien
nicht allein die britische, sondern eine europälische
Frage. Man müsse die Rüstungen zu Lande
und zu Wasser im ganzen betrachten. England
vermebrte seine Seerüstungen gewaltig., angesickts
der Vermehrung der gesamten Rüsungen
Eurovas war das unvermeidlich. für Enaland
sei die Flotte das, was für die kontinentalen
Nationen ibre Armee bedeute. Eine große Steierung
in dem Bauprogramm eines jeden
Landes wirke stimulierend auf die Auzgaben
anderer Länder, während eine Verminderung
der Ausgaben eines Landes andere nicht notwendig
beeinflusse. Es herrsche in Europa die
Idee, daß dies ein Wettrennen sei, wobei man
chliehlich einen Preis erringen könne, doch sei
das ganz irreführend. Wenn das vordersie
— auch in hundert Irhren mein V### nichr imstande
gewesen wäre, den nächsten Zaun zu überspringen,
zügelte sein Pferd, gerade als wir beide
von der Hecke gelangt waren, drehte sich nach mir
um und versetzte meinem Tier einen heftigen Schlag
mit seiner Peilsche. Tas nächste war ein furchtbarer
Sunz. Ich horie nur mehr das Rassein
von Traht und erinnere mich sonst an nichte mehr
bis ich im Bealey Hotel erwachte. Ich erfuhr, daß
mich die Postlutsche ausgenommen halie, da mich
einige ihrer Passagiere, die auf dem Imperial
saßen, auf dem Rücken eines toten Pferde liegen
sahen, während ich in einem Knäuel von etlichen
hundert Ellen Stacheldraht eingeiponnen war.
erholte mich jedoch genügend rasch, um am nächsten
Tage Holilila zu erreichen, von wo ich nach Colombo
fuhr. Tie erste Zeit konnte ich Turands
Spur nicht sinden. Gestern abend aber sah ich
ihn, wie er gerade mit ein paar Singalessen in
einer Straße in der Nähe des Hasens schwänte.
Ob er mich in diesem verd . .. Bar#r erlanm hat
oder nicht, weiß ich nicht — aber er ist sehr schlau
— und sobald ich mich näherte, lie er davon. Tas
übrige wissen Sie ja bereits. — Wollen Sie noch
etwas trinken?“
„Danke, nein,“ erwiderte Anson. Und während
sie noch zusammen da saßßen, leuchtete der
sahle indische Tämmerschein des Morgens durch
die Spitzen der Palmen von draußen herein. Und
da es ihnen llar wurde, daß sie nichts beginnen
lonnten, bevor nicht die Stadt wieder das geschäftige
Treiben ausgenommen hatte, begaben sie
sich zu Bette
18. Kapitel.
Nach einer unrubig verbrachten Nacht erwachte
Anson spät und begab sich in das Frühstücks-Rimmer,
hinunter, wo er Estielle und Char#lers
Pierd seine Tempo verlangsame, würden die an
deren nicht dasselbe tun. Der britische Flottenetat
sei zwar ein bedeutender Neltor für die
europäischen Flottenetats, aber die Kräfte, die
auf eine Vermehrung Dindrängten, entzögen sich
tatsächuich jeder Kontrolle. Durch den Bau
des ersten Dreadnoughts übernahm England
eine gewisse Verantwortung, aber die gegenwärtigen
vermehrten Ausgaben für Dreadhugeen
leien nicht durch England bedingt.
Deutschland lege neue Schiffe auf Kiel auf
Grund seines Flottengesetzes, das England nicht
ändern könne. Frankreich, Oestlerreich-Ungarn,
Rußland und Italien bauten Dreadnoughts
nicht Englands wegen. Wenn England in
diesem Jahre gar nichts baute, so würde das
keine Aenderung im europäischen Schissobau verursachen,
für England würde eine enorme Redultion
ein zu großes Hasardspiel sein, solange
keine Gewißheit bestehe, daß eine entsprechende
Wirkung auf das übrige Europa solge. Auf
die zu erwartenden parlamentarischen Klagen
über die Höhe des Flottenetate bezugnehmeno,
sagte Grey, daß England den finanziellen
Druck nicht mehr empfinde als andere, daß es
aber als kaufmännische Nation von der Unprodultivität
der Ausgaben durchdrungen und
von der Besorgnis wegen der Wirkungen auf
den Kredit nicht nur Englands, sondern ganz
Europas erfüllt sei. Gegenwärtig könne man
indes wenig tun, außer die Ausgaben Englands
in den Grenzen der Sicherheit und Verpflichtungen
gegen andere Reichsteile zu halten.
Grey sprach seine Sympathie mit der Beschränkung
der Rüstungen aus, er betonte aber,
daß hes keinen Zweck habe, an andere Nationen
den Appell zu richten, der ihnen nicht willkommen
sei und den sie nicht zu akzeptieren bereit
seien. Man müsse berücksichtigen, daß sehr
viele Länder die Rüstungsausgaben als eine
innerpolitische Angelegenheit betrachten und das
Verlangen eines fremden Landes, die Rüstungsctate
sollten Gegenstand von Erörterungen
oder Abmachungen sein, als eine Anmaßung
übelnehmen. Die NRegierung habe das Empfinden,
warten zu müssen, bis die großen europäischen
Länder von dem gleichen Gesühl durchdrungen
seien wie sie, daß ein Einhalten in
den Rüstungsausgaben wünschenswert sei. Grenyn
sprach zum Schluß die Erwartung aus, daß
die Finanzschwierigleiten in Europa allmähl ich
eine Atmosphäre erzeugen würden, die ein
Uebereinkommen unter den Nationen über die
Rüstungsausgaben weit möglicher machen würden,
als gegenwärtig.
Vor dem drikten Bakkankeleg 7
Die Nachrichten aus dem europäischen Wetterwinkel
lauten in der lehten Zeit wieder sehr beunruhigend.
Obwohl noch ganz unverbürgt, erhalten
sich Gerüchte von neuen Geheimbünden
auf dem Ballan mit großer Hartnäckigkeit, und
man ist versucht, ihnen Elauben zu schenken,
wenn man rerschiedene Vorgänge der leptzten
Zeit ins Auge saßt. Obgleich man in Europa
ziemlich allgemein über die Möglichkeit eines
baldigen neuen Balkanmiieges spricht, scheint man
nirgends diese Möglichkeit, die für ganz Europa
von weittragender Bedentung und sehr ernsten
Folgen sein kann, ernsthaft in Frage zu ziehen.
it einer gewissen Sorglosigkeit überfliegt man
die Meldungen vom Ballan, die von dem Abschluß
eines türkisch-bulgarischen Bündnisses mit
der Spitze gegen Griechenland und Serbien oder
von der bereits weit vorgeschrittenen Mobilisierung
der Türkei und dem erstaunlichen Opsermut
und der besorgniserregenden Revanchelust
dler türkischen Bevölkerung berichten.
Und doch ist es heute mehr denn je fraglich,
ob die bislang mühsam erhallene Eintracht zwimut
der Halste der Mahlzcit schon ferlig sand.
Sein Eimretlen wurde von ihnen nucht bemerkt
und er konnte Sie eine Weile unbemerkt beobachten
"7* Er bemerkte, daß Esielle noch nie so lieblich
ausgesehen hätte wie jeßt, da sie mit ihrem: Valer
planderte, entzückt, wieder mit ihm vereint zu sein.
Gelleidet war sie in einen jener vornchmen einsachen
weißen Stosfe, die englische Frauen in
Colombo herstellen.
Endlich blickte sie in Ansons Nichtung und
erwiderte seinen Gruß mit einem glücklichen
Lächeln.
.Sie müssen sich beeilen, mein Junge“ sagte
Cbariers. nachdem Anson Csuille begrußt hatle.
.In einer Stunde geht das Schif ab; wir dürsen
ucht zugeben, daß Durand uns dieermal wieder
ein Schnippchen schlägt. Wir müssen annehmen,
daß er heute Colombo verlassen will. Es ist gut,
daß ich alle Osfiziere auf diesem Schisse leune
und wenn wir noch rechtzeitig dort eintressen,
wird es leicht sein, seine Absichten herauszubekommen.“
Peler Papal“ rief Estelle. „Du willst mich
doch vs- wirder verlassen?
Il Turand nicht wieder verlassen.“
bemerdee aharters ingrimmig. „Wenn er fährt,
sahre ich mit ihm — oder ich haber die Opale. Aber
glaube nur ja nicht, daß es wahrscheinlich ist,
daß er den Versuch machen wird, so frank und
frei davonzugehen. Er wird sich vdenken, daß wir
beim Schisse Wache halnn Toch, Liebl#ng,“ fuhr
er sort und schaut Estelle mit zärtlichen Blicken
an, „ich will dich nicht allein lassen. Ich glaube,
ich kann mit Durand allein fertig werden.
Anson kommt noch zurück und wird Dich schon
von hier weg bringen, wenn ich leine Zeit mehr
baben sollte, mich mit Dir zu verständigen, daß
Ireltag, 6. Jebruar ##
schen den europäischen Großmächten eine neutl
Belastungsprobe aushalten würde, seit dem Bu%
karester Frieden ist so manches über die vielge,
priesene Friedensliebe einiger Großmächte durcgesickert,
dah man zum zweiten Mal nur mit
Kroher- Skepsis und unbberp,iinolichem Mihtraun
das Schicksal Europas in den Händen einet
europäischen „Friedenskonferenz“ sehen würde
Die Enthüllungen über das Zustandelommen
des Balkanbundes unter russischer Aegide mi
der Spitze gegen Hesterreich kamen spät aenug
um den Balkanfrieden und den Frieden Europa:
nicht mehr zu gefährden, aber doch viel zu frũh,
uni boi neuen europãischen Verwidlungen nigi
einen bitteren Vorgeschmack hinterlassen zu ha.
ben. Seitdem am Goldenen Horn das rrtürkentum
unter der radikalen Führung Enve#
Paschas und Talad Beys das Steuer fühn,
muß Eur-pa jeden Augenblick gewärtig sein,
daß der Funlen von neuem ins Pulverfah schläg.
und u5 der gewaltigen Erschöpfung der Bukanvölker
ein neuer Nachelrieg die verödete
Dörfer und Ländereien nochmals verwüseet.
Und wie die Türkei, so steht auch das junge
Albanien, das in seiner jetzigen Gestalt nich
leben und nicht sterben kann, auf dem Sprung,
um zurückmerwerben, was ihm nach seiner *
sicht gebührt. Albanien will von Serbien und
Griechenland die Städte und fruchtbaren Län—
dereien, ohne die es nimmer bestehen kann, und
die Türkei will wenigstens einen Teil seinez
ehemaligen Besitzes zurück, die ihm der gemein
same Feind genommen hat. Die bulgariche
Erbitterung und Enttäuschung kommt hier der
Türlen sebr gelegen; Bulgarien hat durch den
blutigen Krieg vor allem Mazedonien gewi##
nen wollen, und dies ist ihm zum großen Teile
von den Serben enkrissen worden. baziender
Türkei und Mazedonien den Bulgeren, #
rlechnen und verteilen jetzt die Staatsmänner n#
Konstantinopel und Sofia. Daß dies: An,
nahme nicht bloß Mutmahßung ist, ertellt ans
der Tatsache, daß Bulgarien n #3 nicht all
Teile Thraziens besetzt hat, die ihm nach den
letzten Friedensschluß zugesallen sind, dafz viel—
mehr in diesen „Teilen immer noch türkischez
Militär sieht. Das legt die Verutung ieht
nahe, daß im Ernstfall die Türkei ohne weiteres
ihre Truppen über die griecht sche Grenze rückn
zu lassen in der Lage sein soll, ohne vorerst m
Bulgarien wegen Durchquerung bulgorischen Ge,
bietes Verhandlungen pflegen zu mussen. Soviel
sieht jedenfalls fest, daß zwischen der Tur.
kei und Bulgarien ein Einverständnis vorhem
den ist, das entweder schon zu Geheimabmackur.
gen geführt hat oder doch sehr leicht suhten
kann und wird.
Wie sich bei einem Neuaur obruch des Kricg
der Balkan formieren und wie Europa sich cis.
dann verhalten wird, das ist die bange Itaee
an die Zulunft. Der Konflilt zwischen Türka
und Griechen scheint bereits nahe bevorzuneben.
Ob dann Bulgarien mit seinen Forderungen c
Serbien herantreten wird, ob dann auch die Abanier
den Griechen und Serben ihre Rechnun
präsentieren werden, ob dann Numänien sein
Balkanprestige zu wahren suchen wird, ob der
russtscke Bär seine begehrlichen Pranken auf
Armenien schlagen und FErankreich sich in Saric
niederlassen wird, das alles find Fragen, die
vielleicht schon die nächste Zulunft aufurien
wird. Darum tun auch wir Deutt schen gut. die
mögliche Entwicklung der Dinge auf dem Valla#
zeilig ins Auge mu sassen, damit wir uccht wid
der so verdutzt und rallos den Geschehnissen im
Orient zusehen müssen, wie vor Jahresstis.
Hof- und Personalnachrichken.
München, 4. Febr. Der König hatte auf
heute Mittag die Mitglieder der Kammer de#
Du noch vor Absahrt des Schisfes an Boꝛd
kommen olll.=Errölend
blickte Estelle Auson anu. Tan#
sagte sie mit einem ein wenig verdachligen La.lelu-Du
arrangierst da Mr. Ansons Pläne in cmlich
kühler Weise, Papa. Wielleicht wurde er es verzuben.
nicht einen so veramworlungsvollen Poslen
eiden.“
Ansons Erwiderung, die er murmelle, wahrend
ein eingeborener Kellner Charters indischen Cmm
reichte, machte Estelle noch mehr erröten. Anson
vergaß fast den Ernst des Augenblickes und
hoffle, daß Durand sich wirklich zusammen mil
dem armen Charters einschissen und er zuruckbleiben
würde — allein mit ihr in dieser bezaubernden
Stadt.
Es sollte nicht sein. Während sie noch an
dem Tischchen saßen, nachdem sie mit dem Frühstück
bereits fertig waren und ihre Pläne lesprachen,
kam einer der Diener mit der Nachrickt,
daß draußen ein Knabe mit einem Briese für
Eharters sei und dieser ging hinaus, um mit ihm
zu sprechen.
Sobald er verschwunden war, wendete Estelle
sich rasch zu Anson. „Mr. Anson, können Sie
Papa nicht dazu überreden, dies auszugeben —
diesen Versuch, die Opale zu bekommen. Vapa
ist so hitzig, so waghalsig — und dieser Mann
ist so gesährlich, das sühle ich. Was sind dicee
Edelsteine im Vergleiche zu den Gesahren, die sie
mit sich bringen Ich spreche nicht gerne davon
mit Papa, denn ich weiß, er denkt dabei nur an
mich und lacht dann über meine Angst, aber —
ich vergesse ganz, die Opale gehoren ja auch
nen.-„Ehe
Wren Vater irgend ein VLeid geschegch
soll. oder Sic Angst und Schrecken ausgustehen